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Potsdam-Mittelmark Eigenheime statt Bungalows am Kurpark
Lokales Potsdam-Mittelmark Eigenheime statt Bungalows am Kurpark
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00:34 21.06.2015
Bad Belzigs Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast. Quelle: MAZ/Archiv
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Bad Belzig

„Das Vorhaben, dort ein 80- bis 160-Betten-Quartier zu schaffen, ist damit keineswegs ad acta gelegt“, betont Christoph Grund. Doch soll auf Vorschlag des Fachamtsleiters die bislang für Ferienhäuser vorgesehene Fläche daneben nicht länger zu dem Zweck reserviert bleiben. Im städtischen Hauptausschuss erinnerte er daran, „dass sie ohnehin erst vor zwei Jahren auf Betreiben des damaligen Projektentwicklers ergänzend in das Dokument aufgenommen worden sind.“

Außer einigen Ansprüchen ist nichts geblieben. Im Gegenteil: Norbert-Jörg Wolff hat Insolvenz für seine Liegenschaftsgesellschaft angemeldet. Bürgermeisterin Hannelore Klabunde (parteilos) und dem Chef der Kurgesellschaft ist es selbst mit Unterstützung von Landrat Wolfgang Blasig (SPD) nicht gelungen, jemanden zu finden, der laut damaliger Aussage 10 bis 15 Millionen Euro haben müsste, um die Idee zu verwirklichen.

Bedarf an Grundstücken steigt

Dafür steigt offenkundig der Bedarf an Grundstücken, auf denen Eigenheime errichtet werden können. Die Baulücken schließen sich augenscheinlich. „Binnen eines Jahres gab es 25 Anfragen“, bestätigt Christoph Grund. Wem nichts Passendes angeboten wird, der wartet in der Regel nicht, sondern kehrt Bad Belzig den Rücken und sucht Alternativen in Nachbarkommunen, schildert der Vizebürgermeister seine Erfahrung.

Vor allem bei Christ- und Sozialdemokraten findet er damit Gehör. Wolfgang Terp (CDU) und Hendrik Hänig (SPD) begrüßten die Alternative, Bad Belzig weiter als Wohnstandort zu profilieren. Dabei würden sie sogar in Kauf nehmen, dass mit der Erschließung des knapp 6500 Quadratmeter großen Areals womöglich für die Kommune ein Defizit entsteht.

Kalkuliertes Defizit

Das Grundstück ist Kommunaleigentum – kostet also nichts.
Für die Beräumung sind wohl etwa 100.000 Euro fällig. Zur Erschließung mit Wasser/Abwasser, Gas und Straßen würden etwa 230.000 Euro nötig sein. Hinzu kommen Kosten für Planung, Gutachten, Vermessung, Finanzierung etc. von 107.000 Euro.
Bei einem Quadratmeterpreis von 50 Euro könnten in der Vermarktung des Areals etwa 325.000 Euro erzielt werden.

Je nachdem wie hoch der Aufwand für die Beräumung des ehemals vom städtischen Bauhof genutzten Geländes wird, wie sich Baupreise und Grundstücksmarkt entwickeln sowie ob ein Unternehmen–wieStadtwerke-GmbH oder Investor – die Entwicklung übernimmt könnte es von 5000 Euro Überschuss bis zu 115.000 Euro Verlust kommen, wie aus der Vorlage für die Stadtverordneten hervorgeht.

Bedenken der Linken

„Vor einem finanziellen Abenteuer warnen“ deshalb die Linken, die ihrerseits noch Klärungsbedarf bei den angesetzten Größenordnungen sehen. Sie fordern, dass nochmals die Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollen, die erst 2013 verabschiedete Planung umzusetzen. Sollte das nicht der Fall sein, müsste barrierefreier und altersgerechter Mietwohnungsbau gefördert werden. „Für diese Form der Daseinsvorsorge wäre eine Subventionierung vertretbar“, sagt Uta Hohlfeld. Statt neun Parzellen für Einfamilienhäuser könnten zudem bis zu 24 Quartiere entstehen, rechnet sie vor.

Die Fraktionschefin sieht den Bedarf bei jungen wie älteren Menschen, die sich keinen Hausbau leisten können, während die an Eigentum interessierten Bauherren womöglich in den Ortsteilen fündig werden könnten. Ihrem Vorschlag nach sollten beispielsweise hiesige Genossenschaften das Areal in Erbpacht nehmen.

Nach Erkenntnissen der Kommune besteht dafür derzeit kaum Nachfrage. Mithin solle erst einmal die mit 20.000 Euro bezifferte Planungsänderung beginnen.

Von René Gaffron

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