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Potsdam-Mittelmark Ein Fluss, in dem kein Wasser fließt
Lokales Potsdam-Mittelmark Ein Fluss, in dem kein Wasser fließt
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00:18 23.04.2016
Noch ist das Flußbett trocken: Claudia Hobohm (vorne, Tourismusbeauftragte) und Michael Lenz (Grünpflege Amt Brück). Quelle: Andreas Koska
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Brück

Siegfried Tangnatz kann und will nicht mehr. Der Brücker Ehrenbürger wird in diesem Jahr 80 und fühlt sich auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, das Bachbett der Kleinen Plane zu beräumen. Seit Jahrzehnten hatte sich Tangnatz um die Pflege des Flusses verdient gemacht und alle anstehenden Arbeiten ehrenamtlich erledigt. 2011 ist sein Engagement mit einem Ehrenpreis des Fläming-Initiativ-Preises gewürdigt worden. Nun will der Senior die Aufgabe schweren Herzens an einen Nachfolger abgeben.

Siegfried Tangnatz. Quelle: Andreas Koska

Die Kleine Plane wird von den Brückern liebevoll „Plänchen“ genannt. Der Bach zweigt an der Zickenwiese in Trebitz von der Großen Plane ab und mäandert parallel zum Europaradweg bis zu einem Teich in der Nähe des Naturbads Brück. „Die Kleine Plane ist eigentlich ein Kanal. Ein künstlicher Wasserlauf, der im Mittelalter von den Mönchen angelegt worden ist“, erklärt Michael Lenz. Er verantwortet in der Amtsverwaltung den Bereich Grünpflege – und ist damit auch zuständig fürs „Plänchen“.

Sperre legte Kleine Plane trocken

Der Wasserlauf der Kleinen Plane ist auf seiner gesamten Länge mit Bäumen gesäumt. Da das Gefälle jedoch nur gering ist, muss das Laub regelmäßig von Hand entfernt werden. Dafür baute Siegfried Tangnatz am Zufluss in Trebitz eine Sperre. Diese wurde immer im Herbst eingesetzt, um die Kleine Plane trocken zu legen. Dann begann Tangnatz mit den Pflegemaßnahmen.

Uralter Wassergraben

Rund 61 Kilometer lang ist die „große“ Plane. Sie entspringt bei Raben und mündet in den Breitlingsee in Brandenburg an der Havel.

An der Plane gibt es bis heute viele Wassermühlen. Darunter die Neue und die Alte Gömnigker Mühle.

In ihrer Nähe haben im Mittelalter die Zisterzienser Mönche einen Wassergraben angelegt, der in Richtung des Städtchens Brück abfloss. Er wird heute als „Plänchen“ oder Kleine Plane bezeichnet.

Sie ist 2,4 Kilometer lang, zu ihren Nebenflüssen gehören unter anderem die Temnitz und der Baitzer Bach.

Den ganzen Winter über war der Brücker im Bachbett zu sehen. Er entfernte vorsichtig das Laub, um das mit Lehm ausgekleidete Bett nicht zu beschädigen. Der rüstige Rentner harkte die Pfade oberhalb des „Plänchens“, stellte am Ufer Bänke auf, baute kleine Brücken und einen Unterstand. Außerdem stellte er von den „Brücker Schnitzern“ gefertigte Holzskulpturen auf. Die Arbeit wurde zu einer ihn ausfüllenden Lebensaufgabe. Die Stadt dankte es Tangnatz mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft.

Obwohl die Stadtverordnetenversammlung und das Amt Brück sich schon im Oktober vergangenen Jahres auf die Suche nach einem Nachfolger für Tangnatz begeben haben, konnten bisher keine ehrenamtlichen Helfer für die Pflege der Kleinen Plane gefunden werden.

Dauerpflege durch Fremdfirma nicht sicher

Aktuell wird daher überlegt, die Arbeiten durch Mitarbeiter des Bauhofs erledigen zu lassen oder eine Fremdfirma zu engagieren. „Uns liegen Angebote zwischen 5 000 und 14 000 Euro vor“, sagt Lenz. „Wobei es sich dabei nur um eine einmalige Säuberung handeln würde.“ Eine Dauerpflege, wie sie durch Tangnatz erfolgte, sei nicht abzusichern. Falls die Aufgabe an den Bauhof ginge, müsse dort außerdem das Personal aufgestockt werden, sagt Lenz.

Siegfried Tangnatz zieht sich indes nicht gänzlich zurück. Den Weg, die Bänke und die Kunstwerke werde er weiter betreuen. „Sollten sich Interessenten für die Pflege der Kleinen Plane finden, bitten wir sie, sich bei uns zu melden“, sagt der Brücker Hauptamtsleiter Lars Nissen. Sonst wird in diesem Sommer womöglich kein Wasser durchs „Plänchen“ fließen.

Von Andreas Koska

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