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Flüchtlingsbeirat und Nachbarschaftshilfe

Vor einem Jahr kamen die ersten Flüchtlinge nach Stahnsdorf Flüchtlingsbeirat und Nachbarschaftshilfe

Vor einem Jahr zogen die ersten Flüchtlinge ins Übergangswohnheim in Stahnsdorf ein. Seitdem hat sich nicht nur die Zusammensetzung der Asylbewerber geändert. Ein Flüchtlingsbeirat unterstützt die Arbeit der Betreuer. In der Region gibt es mittlerweile 30 Familien, die den Flüchtlingen beim Einleben in ihre neue Heimat helfen wollen.

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Im großen Spielzimmer im Stahnsdorfer Übergangswohnheim, das bei den Flüchtlingskindern sehr beliebt ist, herrscht an jedem Tag dichtes Gedränge.

Quelle: Miriam Brügelmann

Stahnsdorf. Das erste halbe Jahr hat Thomas Kaminsky und seinem Team viel Zeit und Kraft gekostet, Telefon- und Internetanschlüsse zu installieren sowie Ansprechpartner und Ärzte in der Region für die Flüchtlinge zu finden. Erst seit ein paar Monaten können sich die Betreuer nun hauptsächlich auf die Eingewöhnung der Asylbewerber in ihre neue Umgebung konzentrieren, bilanziert der Leiter der beiden Übergangswohnheime an der Ruhlsdorfer Straße in Stahnsdorf das erste Jahr.

Mittlerweile hat sich auch die Zusammensetzung der Heimbewohner geändert. Von den Balkanflüchtlingen der Anfangszeit haben bis auf einige Härtefälle die meisten die Wohnheime mangels Aufenthaltsrecht freiwillig verlassen. Jetzt leben überwiegend Syrier, Eritreer oder Afghanen mit wesentlich höheren Bleibechancen in den Unterkünften.

Große ethnische Konflikte zwischen den Nationen sind bislang ausgeblieben, ist Kaminsky erleichtert. Kleinere Streitigkeiten gäbe es gelegentlich, wenn sich mal jemand in der Schlange vor den Gemeinschaftsduschen vordrängelt, zu lange unter der Brause bleibt oder sich zwei Frauen in der Kleiderkammer um dasselbe Kleidungsstück streiten. Inzwischen hat sich ein Flüchtlingsbeirat mit zwölf Vertretern der jeweiligen Nationen etabliert, der die Arbeit der Betreuer unterstützt. Die Mitglieder hat Kaminsky auf sogenannten Nationenversammlungen von den Flüchtlingen selbst wählen lassen. „Die Eritreer haben das sehr ernst genommen. Die haben sogar auf Zetteln abgestimmt.“ Der Beirat unter Kaminskys Leitung kommt einmal im Monat zusammen, um Angelegenheiten zu besprechen, die das gesamte Wohnheim betreffen.

Im nächsten Frühjahr soll eine Gartenbaufirma den Außenbereich um die Wohnheime gestalten. Etliche Flüchtlinge haben sich bereit erklärt, die Anlagen anschließend zu pflegen. Dann wird auch der Spielplatz angelegt, für den es jetzt eine Baugenehmigung gibt. Ein großer Teil der Heimbewohner sorgt im Rahmen der „Gemeinnützigen zusätzlichen Arbeit“ (GZA) für einen kleinen Zuverdienst im Monat für Ordnung und Sauberkeit in den beiden Häusern.

„Die Menschen sollen sich aber vor allem draußen recht schnell einleben können“, sagt Mariam Nebieridzse. Die Georgierin ist Sozialarbeiterin und seit kurzem neben Kaminsky die zweite Koordinatorin im Flüchtlingsheim. Kontakte zum regionalen Sportverein sollen geknüpft werden, um vielleicht einige Flüchtlingskinder dort zum Sport anzumelden. Dank der Initiative der evangelischen Kirche Kleinmachnow haben sich in zwei Monaten etwa 30 Partnerschaften mit Familien in der Region gebildet, die die Flüchtlinge zu sich einladen, mit ihnen an den Wochenenden Ausflüge unternehmen, um ihnen die neue Heimat zu zeigen, oder ihnen bei den Deutschkursen helfen.

Kürzlich traf sich Kaminsky mit Vertretern der Gemeindlichen Wohnungsgesellschaft (Gewog) Kleinmachnow, um über eine Wohnraumversorgung für jene Flüchtlinge zu beraten, die ein anerkanntes Bleiberecht erhalten haben und das Wohnheim verlassen müssen. Doch es ist nicht leicht, für diese Flüchtlinge eine Wohnung in der Region zu finden, meint er.

Für die Flüchtlingskinder ist neben der Kita oder der Schule das Spielzimmer das Größte, in dem sie Friederike Miller, eine ausgebildete Erzieherin, schon erwartet. Dann gibt es jedesmal ein großes Gedränge. Am Vormittag dürfen sich dort die kleinen, am Nachmittag die größeren Kinder bis zehn Jahre austoben. Einmal monatlich soll es demnächst auch ein Kinderkino im Spielzimmer geben.

Auch für die Flüchtlinge in Neuseddin und Teltow da

Zur Eröffnung des ersten Übergangswohnheimes am 4. Dezember 2014 kamen 172 Asylbewerber.

Derzeit sind 305 Flüchtlinge in beiden Häusern in der Ruhlsdorfer Straße in Stahnsdorf untergebracht.

Thomas Kaminsky kümmert sich außerdem um die 171 Flüchtlinge in Neuseddin sowie um die 107 Asylbewerber in der Notunterkunft in Teltow. Dort sollen 160 Flüchtlinge untergebracht werden.

Von Heinz Helwig

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