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Ein Lied gegen den Hass

Teltow Ein Lied gegen den Hass

Der Teltower Tobias Hetz hat ein Lied gegen Hass und Intoleranz komponiert. Damit reagiert der 19-jährige Jura-Student auf die aktuelle politische Situation, wie er selbst sagt. Ein Unbekannter ist Tobias Hetz nicht. Mit seinen gesellschaftskritischen Liedtexten hat er sich bereits eine Fangemeinde schaffen können.

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Der 19-jährige Teltower Tobias Hetz ist Komponist. Gerade hat er eine neue Single herausgebracht.

Quelle: Linus Höller

Teltow. Tobias Hetz ist nicht damit einverstanden, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft entwickelt. „Es ist schade, dass sich die Leute nicht informieren, aber trotzdem gegen Themen Stimmung machen“, findet der Teltower Musiker – und genau deswegen will der 19-Jährige mit seiner Musik ein Zeichen setzen: gegen Intoleranz, Rassismus und Fremdenhass und für eine tolerante und offene Gesellschaft. Am 1. Dezember hat Tobias eine neue Single mit dem Namen „Shadows of our Past“ (zu Deutsch: „Schatten unserer Vergangenheit”) veröffentlicht. Es ist nicht sein erstes Lied, das sich mit politischen Themen auseinandersetzt. „Fast alle meine Lieder sind gesellschaftskritisch“, sagt Tobias, und weiter: „Mir liegt es nicht, fröhliche Lieder zu schreiben. Ich bin kritisch gegenüber dem Kapitalismus und der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich.“ Wegen seiner Botschaft ist es Tobias dieses Mal besonders wichtig, seinen neuen Song zu bewerben. „Diesmal arbeite ich auch mit Vereinen zusammen und hoffe, dass ich so mehr Leute erreichen kann“, erklärt er.

Schon als kleines Kind hat Tobias Musik gemacht: Als er neun Jahre alt war, begann er mit Gitarrenunterricht. Die Gitarre war damals eigentlich ein Geschenk an Tobias’ kleinen Bruder. Dem habe die Regelmäßigkeit beim Üben gefehlt und so habe er die Gitarre selber bald übernommen. Tobias ist auch in einer musikalischen Familie aufgewachsen: Sein Vater, der selber Posaune, Klarinette und Trompete beherrscht, half auch bei Tobias’ neuestem Lied mit und mischte die Tonspuren. Seine Schwester Luisa ist auf seiner jüngsten Single sogar als Sängerin zu hören.

Besonders wählerisch ist Tobias bei Musikrichtungen nicht. „Meine Musik richtet sich nach den Künstlern, die ich derzeit höre“, erklärt er. Das ist in diesen Tagen vor allem Rock. Er habe im vergangenen Jahr aber auch zwei selbst geschriebene Folk-Songs aufgenommen. Der Stil von Liedermachern wie Wolf Biermann sagen ihm dann aber doch nicht zu. „Das ist nicht so wirklich meine Musik. Außerdem denke ich, solche Lieder sind manchmal schon fast zu direkt“, meint er. Stattdessen seien Musiker wie „Sting“ oder die Amerikanische Band „Dream Theater“ seine Vorbilder.

Diesen Musikstil kombiniert Tobias mit Kritik an der Gesellschaft. „Ich habe gemerkt, wie es in sozialen Netzwerken und auch in meinem eigenen Umfeld einen krassen Rechtsruck gegeben hat“, meint er, und erzählt über ein Erlebnis, das ihn zu seiner neuen Single inspiriert hat: „Da war unter einem Video vom ZDF eine Kette von Kommentaren, die beängstigend klar gezeigt hat, wie wenig sich die Leute informieren, dass sie aber trotzdem nicht davor zurückschrecken, zu hetzen. Sogar in meinem Umkreis, auch in der Musik, gibt es Leute, die stark in diese Richtung tendieren.“ Er fände das traurig, sei aber mit diesen Leuten dennoch gut gestellt: „Ich denke, man sollte Politik da raushalten“, ist er überzeugt.

Musik gegen Fremdenhass

Der Teltower Tobias Hetz (19) hat am 1. Dezember seine neue Single „Shadows of our Past“ veröffentlicht. Er möchte damit ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenhass setzen.

Seine Musik kann man kostenlos im Internet auf Spotify und Soundcloud hören.

Spotify: https://goo.gl/GwQe7L

Soundcloud: https://goo.gl/ydgaHh

Weitere Informationen über Tobias Hetz findet man auf seiner Website unter http://tobselth.wixsite.com/tobias-hetz oder auf Facebook unter https://goo.gl/5D4hvV

Abgesehen von seiner Musik unterstützt Tobias lokale Vereine, die es sich zum Ziel gesetzt haben, an der Integration von Flüchtlingen zu arbeiten. In einer Partei ist er aber nicht, auch wenn Tobias Staatssekretär werden möchte. Er begründet den ungewöhnlichen Berufswunsch so: „Ich kann mich derzeit keiner Partei ganz zuordnen. Alle haben ihre eigenen Makel im Programm.“ Einen ersten, wichtigen Schritt in Richtung Staatssekretär hat Tobias aber schon gemacht, denn er ist jetzt schon im zweiten Jahr seines Jura-Studiums an der Freien Universität (FU) in Berlin.

Das Studium verlangt ihm viel Zeit ab, für andere Beschäftigungen bleibt weniger übrig. Trotzdem spielt der Teltower nach wie vor engagiert Tennis und nimmt an Wochenenden bei Mannschaftsspielen teil. „Es ist eine gute Methode, um Kraft raus zu lassen“, sagt er.

Auch in einer Metal-Band mit dem Namen Metaphorium spielt Tobias, doch meint er: „Derzeit haben wir keine Auftritte und sind im Großen und Ganzen nicht so aktiv. Die Zeit fehlt einfach.“ Mit seinen Liedern könne er ja nicht auf einer Bühne auftreten, „weil ich sowohl Klavier als auch Gitarre selber einspiele und auch selber singe“. Erst am Computer wird aus den einzelnen Tonspuren dann ein gesamter Song.

Aber jetzt geht es Tobias erst einmal darum, seine neue Single bekannt zu machen. Er hofft, damit Leute anzuregen, ein bisschen mehr nachzudenken, sich mehr zu informieren und sie zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit und Gegenwart zu animieren: „Gerade heute, in Zeiten des erstmaligen Einzugs einer rechtspopulistischen Partei in den Bundestag, ist es wichtig, dass wir unsere Vergangenheit nicht vergessen“, so der 19-Jährige.

Von Linus Höller

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