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Potsdam-Mittelmark Ein Mini-Museum für die Rettung der Kirche
Lokales Potsdam-Mittelmark Ein Mini-Museum für die Rettung der Kirche
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18:12 06.03.2016
Die alte Schmiede soll ein Fünf-Minuten-Museum werden. Quelle: J. Steglich
Schäpe

Mit originellen Ideen versuchen die Schäper, Geld für die Rettung ihrer Schinkelkirche aufzutreiben. 220 000 Euro werden für die Sanierung noch gebraucht, sagt Ortsvorsteher Axel Grüsner. Für das Gotteshaus wird erstmalig eine Spendengala organisiert, die zusätzliche Einnahmen bringen soll. Außerdem wird im Dorf gerade die alte Schmiede in ein Fünf-Minuten-Museum verwandelt. Am künftigen Mini-Museum wird eine selbstgeschmiedete Spendenbox hängen, erzählt Hartwig Remy, Vorsitzender des Fördervereins Schinkel-Kirche Schäpe. Die Box soll Museumsbesucher animieren, eine Gabe für die Kirchensanierung einzuwerfen.

Fördervereinschef Hartwig Remy (l.) und Ortsvorsteher Axel Grüsner an der Schäper Schinkelkirche. Quelle: Jens Steglich

Das Fünf-Minuten-Museum richten die Schäper wie Großmutters Stube ein – mit Sofa, Tisch und Kommode. Wer auf dem Sofa Platz nimmt, kann sich Schäpe in früheren Zeiten ansehen. Auf dem Tisch werden Fotoalben mit historischen Bildern liegen. Den Namen des Museums, das zur Eröffnung der diesjährigen Spargelsaison im April empfangsbereit sein soll, erfand ein Ortsbewohner. Weil es so winzig ist, kann der Besucher in fünf Minuten wieder draußen sein und sich den anderen Hinguckern widmen – dem Spargelhof Jakobs zum Beispiel, der jedes Jahr, wenn das Edelgemüse Saison hat, tausende Menschen anzieht. Oder der Schäpe-Gast schaut sich die Schinkelkirche an, die derzeit freilich teilweise eingerüstet ist. „Momentan laufen Putzarbeiten an einem Giebel des Kirchenschiffs“, sagt Grüsner. Gut die Hälfte der Wegstrecke ist bei der Kirchensanierung aber schon geschafft. Noch 2010 stand es schlecht um das Wahrzeichen. Vom Turmdach flogen die Ziegel herunter, es regnete rein. „Es war fünf vor Zwölf“, so Grüsner. Damals gründete sich der Förderverein, der sich die Rettung des Gotteshauses zum Ziel setzte. Inzwischen sind 280 000  Euro in die Sanierung geflossen. Der Dachstuhl im Turm musste komplett ersetzt werden, weil es längere Zeit reingeregnet hatte.

Schäpes Schinkelkirche

Weil das Geld nicht reichte, stand die Schinkelkirche in Schäpe die ersten 34 Jahre ohne Turm da. Damit die Schäper trotzdem die Glocken läuten konnten, bauten sie einen Glockenschauer. Als die Kirche einen Turm bekam, wanderten die Glocken an den üblichen Platz.

Die alten Glocken bekamen im 2. Weltkrieg Treffer ab und wurden 1964 durch neue aus Apolda ersetzt.

Als der Turm eingerüstet wurde, mussten die Blumenkübel am Turmeingang weichen. Wie sich herausstellte, hatten die alten Glocken als Blumenkübel gedient. Mit Spenden bauten die Schäper kurzerhand wieder einen Glockenschauer auf – für die alten Glocken. Geld besorgten sie auch von Leuten, die mit Familiennamen Schäpe heißen. Schäpes aus Bochum, Bad Freienwalde oder Schwedt steuerten so Geld bei.

Was ist noch zu tun? Mit den noch benötigten 220 000 Euro soll der Fassadenputz und der Innenausbau finanziert werden. Und die Kirche soll ihre Turmuhr wiederbekommen, die in den 1960er Jahren aufhörte zu schlagen. Für die Turmuhr werden etwa 10 000 Euro gebraucht, weiß Fördervereinschef Hartwig Remy. Die Spendengala läuft unter dem Motto: Kirche bauen und Spaß haben, sagt Ortschef Axel Grüsner, der die Vorfinanzierung übernimmt. Für den Spaß sorgt Komödiantin Meltem Kaptan. Die Gala war eigentlich am 6. März geplant, musste wegen einer Erkrankung der Künstlerin aber verschoben werden. Die Gala findet nun „zwischen Mai und Juli statt“. Und die Schäper hoffen auf Fördermittel, die die Stadt Beelitz für die Kirche beantragt. Wenn alles gut läuft, kann das Sanierungswerk Ende 2018 vollendet werden, sagt Grüsner. Die Kirche soll dann Gotteshaus und weltliches Begegnungszentrum zugleich sein und wieder die Uhrzeit anzeigen.

Von Jens Steglich

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