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Ein Platz für Eichhörnchen und fröhliche Kinder

Borkwalde Ein Platz für Eichhörnchen und fröhliche Kinder

Engagierte Bürger aus Borkwalde wollen zwei leerstehenden Grundstücken neues Leben einhauchen. Zum einen soll eine Auswilderungsstation für Eichhörnchen entstehen. Zum anderen ist ein Tipi-Dorf mit vielen Spielmöglichkeiten für die jüngsten Einwohner geplant. Weitere Mitstreiter sind herzlich willkommen.

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Ein kleiner Klettermaxe: Die Eichhörnchenstation hat Gerhard Schubert initiiert. Auf dem Grundstück von Angelika Justen sollen die Tiere zurück in die Freiheit finden.

Quelle: Andreas Trunschke

Borkwalde. „Für mich fühlt sich das ganz selbstverständlich an“, sagt Angelika Justen. Sie hat zwei große, miteinander verbundene Grundstücke im Brücker Weg in Borkwalde für gemeinnützige Zwecke bereit gestellt. Auf einem bereitet Gerhard Schubert gemeinsam mit einigen jüngeren Borkwaldern gerade zwei zierliche Eichhörnchen auf die Auswilderung vor. Auf dem anderen planen einige Eltern um Ulrike Petrus und Diana Zippel mit ihren Kindern ein Tipi-Dorf.

Familie Justen gehört zu den Borkwalder Gründern. Heinrich Justen, Großvater von Angelika, hatte in den 1920er-Jahren mehrere Parzellen in der Busendorfer Gemarkung gekauft.

Schon die Großeltern waren Naturmenschen

Die neue Nutzung sei ganz im Sinne der Großeltern. „Mein Großvater war ein Visionär und wollte immer, dass die Siedlung für alle etwas Gutes bedeutet“, erzählt Angelika Justen. „Meine Großmutter Gertrud ging mit ihrer Kinderschar, fünf Jungs und zwei Mädchen, durch den Wald und hat ihnen die Tiere und Pflanzen erklärt.“ Auch Angelikas Vater Eberhard hatte eine enge Beziehung zum Ort. Er war als einziges der sieben Kinder in Borkwalde zur Schule gegangen und wollte immer gern in der Natur leben.

Seiner Tochter hat er im eingemauerten West-Berlin viel von dem Grundstück erzählt und vom Leben in Borkwalde vorgeschwärmt. Nach der Wende konnte er noch miterleben, wie die Grundstücke wieder durch die Familie genutzt wurden. Dabei erkannte er den Ort seiner Kindheit kaum wieder: „Wo kommen denn die vielen Bäume her?“, hatte er gefragt.

Angelika Justen (l) und ihr Mann Georg Rave-Justen haben die Grundstücke zur Verfügung gestellt

Angelika Justen (l.) und ihr Mann Georg Rave-Justen haben die Grundstücke zur Verfügung gestellt. Ulrike Petrus mit Kind plant das Tipi-Dorf mit.

Quelle: Andreas Trunschke

Heute klingt von den beiden Grundstücken wieder Kinderlachen herüber zum Bungalow von Angelika Justen und ihrem Mann Georg Rave-Justen. Und wenn ihr Enkel nach Borkwalde kommt, ist er ganz wild darauf, auch einmal in den Käfig mit den Eichhörnchen zu dürfen.

Die Eichhörnchenstation hat Gerhard Schubert initiiert. Eigentlich war er nur auf der Suche nach Unterkünften für Bauarbeiter, als er mit Angelika Justen ins Gespräch kam. Da sich Schubert jedoch schon an seinem früheren Wohnort Potsdam für den Eichhörnchen-Notruf engagiert hatte und seit 2011 dort Mitglied ist, wurde schnell die Idee mit der Eichhörnchen-Auswilderungsstation geboren. Zwei kleine Tiere, Oli und Poli, sind schon in das selbstgebaute Gehege eingezogen. Sie waren in Kleinmachnow gefunden worden.

Viele Ideen, die noch umgesetzt werden sollen

Auf dem Grundstück neben der Eichhörnchenstation soll ein Tipi-Dorf entstehen. Der Vorgänger im Ort musste abgerissen werden, da kam das Angebot von Angelika Justen gerade recht. Begeistert tragen die Kinder von Ulrike Petrus und Diana Zippel erste Stangen zusammen und stellen sie rings um eine Kiefer auf. „Wir spielen gern im Wald, er erdet uns“, erzählt Petrus. „Er bietet den Kindern Erlebnisse und Erfahrungen, die sonst oft im Alltag untergehen. Und uns Erwachsene erinnert er an die Kindheit.“

Gegenwärtig engagieren sich fünf Familien für das Tipi-Dorf – und es soll nicht nur den Kindern von Petrus und Zippel offen stehen. „Wir denken, dass ein solcher Platz besonders für die Familien interessant ist, die keinen Garten habe,“ findet Petrus. Zippel ergänzt: „Das passt gut zu Borkwalde. Nicht nur wegen des Titels als Waldgemeinde, sondern auch, weil wir ein besonders familienfreundlicher Ort sein wollen.“ Das Ganze soll in Ruhe wachsen. Noch ist zum Beispiel unklar, wie der Zugang auf das Gelände geregelt werden kann. Außer dem Tipi-Dorf gibt es noch mehr Ideen. Ein Balancierseil ist schon gespannt, eine Baumschule angedacht.

Eichhörnchen-Patenschaft geplant

Gerettete Eichhörnchen müssen, nachdem sie körperlich fit sind und sich an die Umgebung gewöhnt haben, wieder ausgewildert werden.

Das kann und soll künftig unter anderem in der Station des Vereins in Borkwalde passieren.

Borkwalder Kinder helfen bei der Fütterung.

Auch ein Logbuch für die Station ist angedacht, das die Kinder mit Zeichnungen und Notizen füllen können.

Die größeren Kinder könnten sogar Patenschaften übernehmen.

Mehr zum Eichhörnchen-Notruf unter: www.eichhoernchen-notruf.com

Die nur wenige Grundstücke weiter gelegene Kita „Regebogen“ ist von der Idee ebenfalls angetan, fand allerdings angesichts zahlreicher Feste vor dem Sommer noch keine Zeit, sich aktiv einzubringen. Kita-Leiterin Cordula Knüpfer ist von der Nähe zur eigenen Einrichtung begeistert, sieht aber die Hauptverantwortung bei den engagierten Eltern. Dennoch passt es gut, dass Kita-Erzieher Marcel Maneck demnächst eine Ausbildung zum Waldpädagogen anfängt. Er hat auch schon eine Idee, wie die Kita und er sich einbringen könnten: eine Holzwerkstatt mit richtigem Werkzeug.

„Kinder sind die Zukunft“, zitiert Angelika Justen ihren Großvater und nickt zustimmend. Sie und ihr Mann sind sich sicher: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Von Andreas Trunschke

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