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Ein Reisfeld am Röthepfuhl

Teltower Aschermittwoch der Linken Ein Reisfeld am Röthepfuhl

Der Aschermittwoch der Teltower Linken lieferte den zahlreichen Gästen Nachrichten, Kabarett und Gesang. Ein großes Thema war die neue Partnerstadt in China. Die Linken können sich nicht nur ein Reisfeld am Ruhlsdorfer Röthepfuhl vorstellen, auch andere Tricks will man sich von der 1,2 Millionen Einwohner starken Metropole abschauen.

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Liedermacher Arno Schmidt lieferte schwere Kost.

Quelle: Laude

Teltow. Die Besucher des Politischen Aschermittwochs der Linken in Teltow wurden in diesem Jahr auch auf Chinesisch begrüßt – falls, wie Linken-Vorstandsmitglied Cornelia Harnack sagte, „mal jemand einen Gast aus China auf der Couch hat“. Das ist ja denkbar. Im Frühjahr wird eine Delegation aus Rudong in Teltow erwartet; der soeben in der chinesischen Stadt unterzeichnete Partnerschaftsvertrag bedarf noch der feierlichen Gegenzeichnung. Rudong und Teltow haben durchaus Gemeinsamkeiten: Beide Kommunen sind Vorstädte – von Berlin und Shanghai – und beide bauen einen Hafen. Einer der wesentlichen Unterschiede: Rudong hat 1,2 Millionen Einwohner, Teltow 26 000.

Die Teltower Abordnung war am Dienstagmorgen wieder in der Heimat gelandet. Der Linken-Vorsitzende Reinhard Frank hatte eine brandaktuelle Meldung für seine TKS-Fernsehnachrichten im Notizbuch: Vielleicht werde es mit den chinesischen Partnern möglich, im (bei den Anwohnern beliebten und beim Kassenwart unbeliebten) Ruhlsdorfer Biotop Röthepfuhl Reisfelder anzulegen.

Zur Eröffnung der Teltower Marina soll, wie es in einer anderen Exklusivmeldung hieß, der Hamburger Shantychor seine Mitwirkung angeboten haben. Bürgermeister Thomas Schmidt habe zurückgeschrieben: „In welchem Jahr wollen Sie denn kommen?“ – Eigentlich schade, dass es Franks falsche Nachrichten immer nur am Aschermittwoch gibt.

Tom Ehrlich beschrieb das Wesen des Kapitalismus

Tom Ehrlich beschrieb das Wesen des Kapitalismus.

Quelle: Stephan Laude

Die weiteren Programmbeteiligten: Tom Ehrlich und Arno Schmidt. Ehrlich war Ingenieur bei Siemens, bevor er Kabarettist wurde und Schmidt ist immer schon Musiker. Begonnen hatte er in einem Kinder-Kirchenchor in Rostock. Man kann nicht sagen, dass Tom Ehrlich unablässig Pointen auf das Publikum niederprasseln ließ. Er hat ziemlich viel referiert, zum Wesen des Kapitalismus im Allgemeinen, zur Schere zwischen Arm und Reich, zu Finanzprodukten und Datenschnüfflern. „Das war jetzt nicht lustig“, erkannte Ehrlich zum letztgenannten Thema selbst, „aber ich musste es loswerden.“

Mit Arno Schmidt haben die Linken einen Liedermacher nach Teltow geholt, dessen Vorträge für einen Aschermittwoch vielleicht zu melancholisch sind.

Wie Schmidt von Erinnerungen und Sehnsüchten singt und von Grenzen – denen des Landes, in dem er groß geworden ist, und den eigenen – das erfordert zudem einige Konzentration. Aber: Darauf sollte man sich bei passender Gelegenheit unbedingt noch mal einlassen! „Schwere Kost, trotzdem wunderbar“, sagte Cornelia Harnack nach dem Auftritt. Als Zugabe sang Schmidt „Sag mir, wo die Blumen sind“. Ein gutes Stichwort für die Veranstalter: Die Linken von Potsdam-Mittelmark haben das Jahr 2018 zum „Jahr des Friedens“ erklärt. Sie planen dazu zahlreiche Aktionen.

Von Stephan Laude

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