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Ein Segen: Die Buchhandlung im Ort

Bergholz-Rehbrücke Ein Segen: Die Buchhandlung im Ort

Seit 19 Jahren gibt es im Zentrum von Bergholz-Rehbrücke die Sternbuchhandlung Huwe & Sperfeld. Die Kunden – die meisten sind zwischen 40 und 100 Jahren alt – lieben die persönliche Beratung der Buchhändlerinnen, die Möglichkeit für einen privaten Schwatz, den Bestellservice und das gut sortierte Angebot.

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Buchhändlerin Sylvia Sperfeld (l.) im Kundengespräch mit Carmen Ernst und Claudia Vetter (r.).

Quelle: C. Krause

Bergholz-Rehbrücke. Mit der Einkaufsliste zur Buchhändlerin in der Gemeinde? Oft sind die Einwohner froh, wenn sie wenigstens Discounter, Döner, Bäcker und Apotheke haben. Doch den Rehbrückern geht’s richtig gut. Sie bekommen auch geistige Nahrung gleich um die Ecke. Seit 19 Jahren hält sich die Sternbuchhandlung Huwe & Sperfeld am Marktplatz. „Wir haben uns damals auf dem Reißbrett den Laden an der Ecke ausgeguckt. Und nur der sollte es sein“, erzählt Inhaberin Angela Huwe (63). Im nächsten Jahr kann die Buchhändlerin mit ihren Angestellten Sylvia Sperfeld (69) und Christel Held (73) das 20. Jubiläum des Ladens und des Rehgraben-Viertels feiern. Nur sie und die benachbarte Boutique haben aus der Gründungszeit in der Geschäftszeile überlebt. Trotz Online-Handel!

Das macht die drei Frauen, die allesamt Leseratten sind („Aber wir lesen fast alle was anderes.“) sichtlich stolz, selbst wenn sie sich mit Büchern, CDs, Kalendern, Karten und Geschenkartikeln keine goldenen Nasen verdienen können, lieben sie ihre Arbeit. „Zu uns kommen oft Leute, die schon mal drei Bücher für 100 Euro auf einmal kaufen“, freut sich die Chefin. Dann gibt’s schon mal eine Tasse Kaffee dazu und einen Schwatz sowieso. „Ich kauf’ nur hier Bücher“, sagt Carmen Ernst der MAZ. Die 75-Jährige wohnt seit 1999 in Rehbrücke. „Wenn ich was höre, muss ich das haben. Ein Segen, dass dieser Laden hier ist“, sagt sie. Bei Huwe & Sperfeld „musste“ sie sich auch die Harry-Potter-Bände holen. Für die Enkelin hat sie Bücher fürs Studium bestellt. „Internet habe ich nicht!“ Bestellen ist das Stichwort: Gerade kommt Gerd Albrecht rein und geht gezielt mit Angela Huwe zum PC neben dem Ladentisch. Gleich drei Titel stehen auf seinem Zettel, die er direkt beim Großhandel bestellt haben möchte. „Das ist gar nicht die Ausnahme. Hier kommen viele mit Liste rein“, so die Buchhändlerin. Fachliteratur, ältere Ausgaben und CDs werden vorwiegend direkt geordert. Bestellungen machen 50 Prozent des Umsatzes aus. „Ich kenne Frau Huwe seit vielen, vielen Jahren. Es ist ein gut sortierter Laden“, lobt der 74-Jährige.

Inhaberin Angela Huwe bestellt am Computer für Gerd Albrecht drei Bücher direkt beim Großhandel

Inhaberin Angela Huwe bestellt am Computer für Gerd Albrecht drei Bücher direkt beim Großhandel

Quelle: Claudia Krause

„Heute bestellen, morgen abholen. Besser geht’s nicht. Besonders schätze ich aber die Beratung, denn unser Leben wird zu unpersönlich“, findet Claudia Vetter, seit 42 Jahren Rehbrückerin. Außerdem sei es „am einfachsten, mit dem Rad hierher zu kommen, als nach Potsdam zu fahren“, sagt die 68-Jährige. Diesmal sucht sie „nur“ eine hübsche Geschenkverpackung, schnell entsteht ein Gespräch mit Sylvia Sperfeld und Carmen Ernst. Frauen haben sich halt viel zu erzählen – auch über Bücher. „Garantiert 70 000“ sind es bei H&S. Besonders gut gehen Neuerscheinungen und Gegenwartsliteratur. Juli Zehs „Unterleuten“ etwa und „Glückskind mit Vater“ von Christoph Hein, aber auch „Darm mit Charme“ sei immer noch ein Renner. „Man merkt, dass es eine gesunde Gemeinde ist, wo die Leute nicht jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Eltern geben sehr viel Geld für Kinderbücher aus“, so Huwe. Doch die Kids als Kunden bleiben nur bis 10 Jahre, „dann werden sie Center-Kunden“.

Der „Stern“ mit seinem Einkaufstempel ist nicht weit, früher war er den Händlerinnen noch näher. Da verkauften sie Bücher am Johannes-Kepler-Platz in dem Potsdamer Wohngebiet und bekamen nach der Wende die Konkurrenz zu spüren. Als dann die ersten Blocksanierungen begannen, zogen immer mehr Menschen fort. Besonders viele ins Alte Rad nach Eiche und zum Rehgraben in Rehbrücke. „Da sind wir unseren Kunden einfach hinterhergezogen“, sagen Huwe und Sperfeld heute. Doch in drei Jahren machen sie aus Altersgründen dicht.

Beliebter Buchladen in Bergholz-Rehbrücke, Zum Springbruch 2

Beliebter Buchladen in Bergholz-Rehbrücke, Zum Springbruch 2.

Quelle: C. Krause

Mit Leidenschaft

Die Potsdamer Buchhändlerinnen Angela Huwe und Sylvia Sperfeld haben Anfang der 1970er Jahre schon in der Babelsberger Bürgel-Buchhandlung zusammen gearbeitet.

In die Sternbuchhandlung wechselten sie 1987, 1991 übernahmen sie diese von der Treuhand und gründeten eine GbR. 1997 öffnete ihr Laden in Rehbrücke. Inhaberin Angela Huwe ist inzwischen von Potsdam nach Rehbrücke gezogen. Seit 16 Jahren wohnt sie „um die Ecke“ ihres Ladens.

Von Claudia Krause

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