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Potsdam-Mittelmark Damit Ortsgeschichte nicht verschwindet
Lokales Potsdam-Mittelmark Damit Ortsgeschichte nicht verschwindet
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18:12 07.10.2018
Die Hakeburg in Kleinmachnow war Ausgangspunkt der Vereinsgründung. Die Mitglieder bieten regelmäßige Führungen an. Quelle: Foto: Martin Steger
Kleinmachnow

Es ist jetzt 25 Jahre her, dass sich 17 junge Kleinmachnower trafen zur Gründung eines Heimatvereins für den Ort. Sie wollten, dass nach der Wende nicht alles weggespült, sondern Altes wiederentdeckt wird. Am Sonnabend nun feierte der Verein das Geschaffte im Toni-Stemmler-Club.

Die Initiative ging 1993 von Ingo Saupe aus, der sich noch gut an die Ursprünge erinnern kann: „Nach dem Vorbild des damals gerade gegründeten Heimatvereins in Teltow wollte ich nicht nur, dass die alte Hakeburg wiederaufgebaut wird, sondern auch Denkmale und Kunst im öffentlichen Raum allgemein zugänglich machen.“ Es folgte ein Inserat in der MAZ und 25 Interessierte fühlten sich angesprochen.

Alle Heimatvereine der Nachbarn gratulierten: Teltows Heimatvereinsvorsitzender Peter Jäckel (v.l.), Zehlendorfs langjähriger Vorsitzender Klaus-Peter Laschinsky, Axel Müller und Stahnsdorfs Vorsitzender Jürgen Böhm. Quelle: Gesine Michalsky

Eine davon war Andrea Junge. Die erste Schatzmeisterin denkt gerne an die Aufbruchszeit zurück: „Wir waren frisch aus Berlin nach Kleinmachnow gezogen. Ich wollte den Ort und die Menschen kennenlernen und ging zur Gründungsversammlung – mit einem Job bin ich nach Hause gekommen.“

Erfolgreiche Entdeckerjahre

Die ersten 25 Jahre waren auch erfolgreiche Entdeckerjahre, die der Fernsehjournalist Eberhard Derlig in einem eigens für die Feier zusammengestellten Film, festgehalten hat. Besonders stolz ist man auf die Führungen an der Alten und Neuen Hakeburg, auf das Mitwirken beim Aufstellen der Tragfläche des mit Nordahl Grieg abgeschossenen Bombers in der norwegischen Botschaft oder auf die Zeitzeugen-Besuche im Rahmen der Recherche über Zwangsarbeit in den Bosch-Werken. Ein Ziel der Heimatforscher ist es Spuren der NS- genauso wie der SED-Diktatur aufzuspüren.

Fast 20 Heimatforscher hatte der Ort

Hochkarätige Ortschronisten hat Kleinmachnow vorzuweisen. „Fast 20 Heimatforscher sind für Kleinmachnow tätig geworden“, resümiert der Vereinsvorsitzende Axel Müller. Zahlreiche Bestseller seien entstanden. Pünktlich zum Vereinsjubiläum liegt die aktualisierte Neufassung der Forschungsgeschichte über einen spannenden Ort von Hubert Faensen vor. „Die Neue Hakeburg – Wilhelminischer Prachtbau, Hitlers Forschungszentrum, SED-Kaderschmiede“. Für das Erreichte gab es am Sonnabend herzliche Gratulationen: „Der Heimatverein ist heute aus dem Kulturleben Kleinmachnows nicht mehr wegzudenken. Mir ist nicht bange, dass er auch 50 Jahre alt wird“, sagte Klaus-Peter Laschinsky vom Zehlendorfer Heimatverein.

Rettung für Max-Hoene-Skulptur

Gute Ideen und ungelöste Probleme stehen auf der Liste der Vorhaben, die man jetzt umsetzen möchte. Die Nutzung des Jägerstiegs 2 durch den Heimatverein zum Beispiel, der im Toni-Stemmler-Club keine weiteren Objekte lagern kann. Kleinmachnow wird 100 Jahre alt. Bis zum Jubiläumsjahr 2020 steht das Thema verschwundene Denkmale an, berichtet der ehemalige Vereinsvorsitzende Rudi Mach. Schon bald retten könnte man die tonnenschweren Trümmer der Max-Hoene-Skulptur. Sie aus dem Wald zu bergen und wieder aufzubauen, das sei ein Projekt, das mit Hilfe der in Kleinmachnow ansässigen Berlin Brandenburg Internationale School BBIS zu schaffen wäre.

Mehr jüngere Mitglieder wünscht sich Rudi Mach, „unser Nachwuchs fängt inzwischen bei uns an, wenn er in Rente geht“.

Jeden ersten und dritten Sonntag öffnen sich die Türen der Neuen Hakeburg auf dem Seeberg, jeden zweiten Sonntag wird übe die Fundamente der Alten Hakeburg geführt. Alle Veranstaltungen finden jeweils von 13 bis 17 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Von Gesine Michalsky

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