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Potsdam-Mittelmark "Ein Wunder, dass ich lebe"
Lokales Potsdam-Mittelmark "Ein Wunder, dass ich lebe"
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00:18 10.11.2013
Zipora Feiblowitsch ist auf Einladung des „Instituts Neue Impulse“ nach Deutschland gekommen und spricht über ihr Schicksal. Quelle: Thomas Lähns
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Beelitz

"Was ihr hören werdet, ist nicht leicht für euch, meine Lieben", sagt die Frau mit den kurzen schwarzen Haaren. Es ist ein Wunder, dass sie da steht, 86 Jahre alt, und wie sie da steht, beide Hände auf den Tisch gestemmt. Zipora Feiblowitsch, wirkt kräftig, obwohl sie eine kleine Person ist, mal hebt sie den Zeigefinger, dann beide Hände, um das in Worte zu fassen, was man sich nicht vorstellen kann. Zipora Feiblowitsch, 1927 in Siebenbürgen geboren, hat ihre Tochter Malka Melamed mit in die Geschichtsstunde der Zehntklässler vom Sally-Bein-Gymnasium in Beelitz gebracht. Während die Holocaust-Überlebende redet, ist es mucksmäuschen still in dem Raum, selten für Jugendliche in dem Alter, wie Schulleiter Jürgen Schwartz später sagt.

Die Geschichte von Zipora Feiblowitsch ist ergreifend. Sie beginnt, als der Terror in Deutschland längst in die Straßen eingezogen ist. Die Jüdin ist 16 Jahre alt, ein gesundes Mädchen, rotes Haar und sportlich, als sie den Hass der Nationalsozialisten zu spüren bekommt. Sie und ihre Eltern, ihre 15 Jahre alte Schwester und der Bruder (12) werden nachts von der Gestapo aus dem Haus gejagt und in einen Zug gepfercht. Dicht an dicht stehen die Menschen beieinander, das Ziel ungewiss. Nach sechs Wochen in einem Ghetto zwingt die Gestapo die jüdische Familie wieder in einen Zug, 100 Leute in einem Waggon, Tag und Nacht fährt der Zug. Es stinkt nach Urin und Exkrementen. Alle haben Angst, keiner weiß, wo es hingeht. Als sich die Türen öffnen, beginnt im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau für viele die Endstation ihres Lebens. Hand in Hand springt die Familie von Zipora Feiblowitsch aus dem Zug. Die Kinder werden bei der Selektion von ihren Eltern getrennt, die Nationalsozialisten reißen Müttern ihre Babys aus den Armen.

Schwarzer, dunkler Rauch steigt eines Tages über dem KZ auf. "Meine Mutter, mein Vater, die dort vergast wurden", erzählt Zipora Feiblowitsch den Gymnasiasten. Irgendwann werden sie und ihre Schwester mit vielen anderen nach Salzwedel transportiert, um dort in der Munitionsfabrik zu arbeiten. Sie überlebt, bis die Amerikaner die Tore zur Freiheit öffnen.

"Es ist ein Wunder, dass ich lebe", sagt Zipora Feiblowitsch heute. Seit 1947 wohnt Zipora Feiblowitsch in Israel, in Haifa. Sie gründete eine Familie mit drei Kindern. "Das ist mein Sieg", sagt sie. Warum Sie immer wieder das Land der Täter besucht? "Ich habe Auschwitz mitgemacht und war da. Ich will, dass das nicht noch einmal vorkommt", sagt sie zum Abschied zu den Schülern.

Von Diana Bade

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