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Potsdam-Mittelmark Ein selbstbestimmtes Leben
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10:30 23.06.2017
Sauberkeit und Ordnung in grell Orange: Carsten Reich ist stolz auf seine Arbeit auf dem Borkheider Bauhof. Quelle: Uminski
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Borkheide

Flink fegt Carsten Reich die Äste und Zweige, die Herbststürme und der Winter von den Bäumen abgeworfen haben, mit seinem Besen zusammen und sammelt sie vom Boden auf. Die braunen Augen des jungen aufgeweckten Mannes lugen dabei gelegentlich aus der Kappe hervor. Gut sichtbar in seiner grell orangefarbenen Arbeitskleidung arbeitet der 36-Jährige konzentriert und gewissenhaft. Seit März ist er Mitarbeiter des Bauhofes in Borkheide.

Nach einem zweiwöchigen Praktikum in dem Betrieb war Carsten Reich sofort klar, dass er dort weiterarbeiten möchte. Für den jungen Mann mit geistiger Behinderung ist das ein gelungener Wechsel in einen anderen Arbeitsbereich, der neue Herausforderungen bringt. Zuvor hat er in den Oberlin Werkstätten in Potsdam gearbeitet.

Jeden Tag an der frischen Luft

Stolz und glücklich zugleich ist der Potsdamer über seine neue unbefristete Beschäftigung in der Waldgemeinde. „Die Arbeit ist abwechslungsreich und ich bin jeden Tag an der frischen Luft“, schwärmt er. Ohnehin sei er gern im Freien, hilft in seiner Freizeit vor allem im Garten seiner Eltern in Michendorf oder fährt Fahrrad.

Beim Bauhof in Borkheide werden aber nicht nur Äste gesammelt und geschreddert. Carsten Reich packt auch sonst überall mit an – egal ob beim Grün- und Heckenschnitt, Freischneiden der Straßen oder der Straßenreinigung. „Das ist mein Traumberuf.“ Er vermisse zwar seine Werkstatt in Potsdam, aber die neue Arbeit mache ihm mehr Spaß.

Ärger um den Müll an den Papierkörben

Montag und Freitag stehen die Reinigungsrunden im Ort an, bei der auch die Papierkörbe geleert werden. Dabei ärgert sich der Potsdamer über eine Sache besonders. „Das Doppelte an Müll liegt - anstatt in der Tonne - im Wald herum.“ Eine Beobachtung, die Bauhofleiter Sven Holtmann auch regelmäßig vor der Schule macht. „Die Kinder schaffen es in den zehn Minuten, in denen sie auf den Bus warten, den Marktplatz vollständig zu verwüsten.“

Carsten Reich führt ein selbstbestimmtes Leben, strukturiert seine Freizeit und lebt in einer Wohnung in Potsdam. An den Wochenenden ist er gerne unterwegs und schaut sich Fußballspiele an.

Riesiges Spektrum an Arbeit im Bauhof

Täglich fährt der neue Bauhofmitarbeiter insgesamt zwei Stunden, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Das nimmt er für seine neue Stelle gerne in Kauf. Auf die Idee, sich eine neue Beschäftigung zu suchen, hat ihn ein ehemaliger Kollege aus den Oberlin Werkstätten in Potsdam gebracht. „Er arbeitet jetzt im Linther Bauhof – dort habe ich zuerst eine Woche lang ein Praktikum gemacht.“

Mit dem neuen Arbeitskollegen ist Sven Holtmann sehr zufrieden. Er sei absolut motiviert und führe seine Arbeit gewissenhaft aus, sagt der Borkheider Bauhofleiter. Außerdem sei Carsten Reich immer pünktlich. „Wenn mal etwas nicht klappt, dann erkläre ich es ihm.“ Dabei umfassen die Arbeiten allerdings nicht nur die Pflege der Grünanlagen und der Straßen im Ort.

Auch Straßenausbesserungen, Winterdienst und kleinere Reparaturen in den öffentlichen Gebäuden wie der Schule, der Kita oder am Bahnhof fallen in den Aufgabenbereich des Borkheider Bauhofes. „Das ist nur ein Ausschnitt des riesigen Spektrums unserer Arbeit“, so Holtmann. Carsten Reich ist nun in seiner orangefarbenen Arbeitskleidung ein Teil davon – und sorgt für Sauberkeit und Ordnung.

Von Johanna Uminski

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