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Ein weiteres Abenteuer

Menschen im Fläming Ein weiteres Abenteuer

Neustart im Hohen Fläming: Carsten Brinzing ist Autor, Historiker und Journalist und jetzt auch noch Lehrer. Dabei wollte er eigentlich etwas ganz anderes machen, Jurist werden. Bei Brinzing ist allerdings nicht ganz auszuschließen, dass er diesen Traum nicht auch noch nachholt.

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Carsten Brinzing – Schreiben ist seine Leidenschaft.

Quelle: Johanna Uminski

Reetz. Gemütlich hat es Carsten Brinzing in seinem 20 Quadratmeter großen, alten DDR-Zirkuswagen. Winterfest ist das grasgrüne Schmuckstück aus Holz, ausgestattet mit allem, was das Abenteuerherz begehrt: Ofen, großes Bett, Schreibtisch, Küchennische, Esszimmer und Gästebett. In einem Nachbarschuppen befinden sich ein komfortables Bad mit Dusche, Waschbecken, WC, Licht und Waschmaschine, abgedeckt lediglich durch eine blaue Plane. Auf dem 2400 Quadratmeter großen Grundstück im Wiesenburger Ortsteil Reetz steht auch noch ein großes Nebengebäude. Der ehemalige Schweinestall wurde kurzerhand zum Kleiderschrank umfunktioniert.

Seit Anfang des Jahres wohnt Carsten Brinzing in dem beschaulichen Ort des Hohen Flämings und genießt die Natur. „Ich bin auf dem Dorf groß geworden und kenne das“, sagt der 43-Jährige, der mit seiner Frau nach über 15 Jahren in Berlin und Potsdam der Stadt den Rücken gekehrt hat, um einen Neustart zu wagen. Der alte Bauwagen ist nur eine Übergangslösung, da das alte Haus auf dem Grundstück gerade frisch renoviert wird. „Wenn alles gut geht, können wir im Oktober einziehen.“ Dann kann es sich der Autor, Regisseur und Journalist auf einer 160 Quadratmeter großen Fläche gemütlich machen.

Die große Leidenschaft des Autors ist, Menschen zu beobachten und ihnen zuzuhören. „Mich interessieren Menschen, die etwas in ihrem Leben wagen.“ Begegnungen, Geschichten und spannende Momente verarbeitet der Autor in seinen Romanen und Kurzgeschichten. „In meinem letzten Buch stellt sich der Protagonist die Frage, was wir mit der ganzen Freiheit machen, die wir heute haben“, sagt Carsten Brinzing. Oft verstecke sich hinter einer rauen Fassade und harten Sprüchen ein weicher Kern. „Mit einem der Handwerker habe ich mich anfangs nicht so gut verstanden – irgendwann abends bei einer Flasche Bier erzählte er davon, wie schwer die Wende war. Es war sehr spannend ihm zuzuhören.“ Zum Schreiben ist der gebürtige Franke spät gekommen. Da war Carsten Brinzing 23 Jahre alt. „Ich habe erst während des Studiums damit angefangen – aber ich bin in vielen Dingen ein Spätzünder.“ Heute sagt er, ein Leben ohne das Schreiben sei unvorstellbar.

Dabei begann Brinzing zunächst, In Heidelberg Jura zu studieren, wechselte dann zu Romanistik und Geschichte. „Ich habe lange gebraucht, um meine Interessen zu leben“, sagt Carsten Brinzing. Bereits während des Studiums liebäugelte er mit einem Umzug nach Berlin. Aber erst fünf Jahre später wagte der damals 29-Jährige diesen Schritt. In der Hauptstadt arbeitete Brinzing bei verschiedenen Theater- und Filmprojekten mit. Kurz darauf wechselte er zu einer Zeitschrift und war in der Redaktion und im Vertrieb tätig. Für den kunst- und architekturbegeisterten Autor steht seit dem neuen Schuljahr ein neues Abenteuer an: Er unterrichtet Kunst, Geschichte und Ethik am Fläming-Gymnasium.

Von Johanna Uminski

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