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Potsdam-Mittelmark Eine Frau für alle Fälle
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10:06 10.10.2017
Irma Hahn ist Kirchenälteste, Kassenwartin und viel mehr. Regelmäßig führt sie Besucher durch ihre Kirche. Quelle: Andreas Koska
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Benken

Volkssolidarität, Seniorenarbeit, Gemeindekirchenrat, Bauernverband, Jagdgenossenschaft – Irma Hahn ist überall dabei. Obwohl sie kein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist, führt sie seit 30 Jahren die Kasse und sogar bei einer Treckerparade war sie dabei. „Mein Enkel hat einen Traktor und hat mich gefragt, ob ich nicht ausfahren könnte“, erzählt die 79-Jährige. Da hat sie nicht lange gezögert und sich hinters Steuer gesetzt. Dann ging es mit den Treckerfreunden Benken zur Landpartie nach Schmerwitz.

„Heute traue ich mir das nicht mehr zu“, sagt sie, „ich weiß nicht, ob ich rechtzeitig bremsen könnte.“ Einen Pkw-Führerschein hat sie nie besessen. „Zur Arbeit nach Görzke ging es auf dem Mofa, das hat gereicht“, erklärt die verwitwete Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Mit ihrer Tochter und deren Familie lebt sie heute unter einem Dach, kümmert sich um das Mittagessen und den Haushalt. „Ich brauche Gesellschaft“, sagt sie. Deshalb die vielen Aktivitäten in den Vereinen von Benken.

Irma Hahn verwahrt den Kirchenschlüssel und öffnet, wenn es nötig ist, die Pforten auch außerhalb vom Gottesdienst. „Am häufigsten kommt ein Naturschützer, der sich um die Schleiereulen im Turm kümmert“, berichtet die Kirchenälteste, „aber es gibt auch einzelne Besucher und Gruppen, die sich die Kirche ansehen wollen.“

Stets im Kontakt mit den anderen Dorfbewohnern

Auch die Friedhofspflege hat sie übernommen. Als Leiterin der Ortsgruppe Benken der Volkssolidarität besucht sie die anderen Senioren und lädt zu den monatlichen Ausflügen ein. „Früher haben wir uns im Dorfclub getroffen“, erinnert sich die 79-Jährige, „jetzt machen wir es reihum in den Häusern unserer Senioren.“

Weil ihr Benken so sehr am Herzen liegt, ist sie trotz ihres Alters noch bei jedem Arbeitseinsatz im Ort dabei. „Als neulich die Dorfbegehung war, habe ich den gesamten Bürgersteig gefegt“, berichtet sie. Benken hat sich mit seinen knapp 110 Einwohnern bei dem deutschlandweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beworben. Irma Hahn durfte nach dem Putz ihre Kirche präsentieren. Danach war sie zufrieden, einzig ein paar Kaninchen ärgern sie. Ein Zugezogener lässt sie immer wieder in Benken auf dem Friedhof frei herumlaufen. „Sie fressen die Blumen ab“, sagt sie und das stört sie.

Am liebsten denkt Irma Hahn an die Reisen mit ihrem Mann zurück. Drei Wochen Kreuzfahrt auf dem Schwarzen Meer haben sie noch vor der Wende unternommen, Italien, Österreich und die Nordsee folgten. „Jetzt müsste ich allein fahren, das ist nicht meine Sache“, sagt sie. In Benken hat sie ohnehin genug zu tun. Schließlich müssen die Kassen von Feuerwehr und Jagdgenossenschaft stimmen. Als Leiterin des Bauernverbandes im Ort lädt sie zu Versammlungen und bringt die Bauernzeitung vorbei. „Früher habe ich auch die MAZ ausgetragen, aber das frühe Aufstehen strengt mich zu sehr an“, gibt sie zu. Noch in diesem Jahr feiert Irma Hahn 80. Geburtstag.

Von Andreas Koska

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