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Eine Goldgrube namens Lühnsdorf

Spektakulärer Fund Eine Goldgrube namens Lühnsdorf

Sehr groß war das Interesse an der Münzausstellung am Sonntagnachmittag in Lühnsdorf. 80 Geschichts- und Münzbegeisterte aus Lühnsdorf und Umgebung fanden den Weg in die Gaststätte „Alte Schmiede“. Der Fund hatte in den vergangenen Monaten für einige Furore in der Szene gesorgt.

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Fundstücke etwa aus dem Zeit von 1270 bis 1325: Im Vergleich zur heutigen Ein-Euro-Münze sind die Denare relativ klein.

Quelle: Johanna Uminski

Lühnsdorf. Sehr groß war das Interesse an der Münzausstellung am Sonntagnachmittag. 80 Geschichts- und Münzbegeisterte aus Lühnsdorf und Umgebung fanden den Weg in die Gaststätte „Alte Schmiede“. Neben den Vorträgen der Numismatiker Hans-Dieter Dannenberg aus Potsdam und Wilko Krone aus Beelitz und den Ausführungen von Thomas Kersting, Leiter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, kam auch der glückliche Münzfinder Martin König zu Wort.

Münzbegeisterte bei der Ausstellung

Münzbegeisterte bei der Ausstellung.

Quelle: Johanna Uminski

Bei Grabungen in Königs Garten kam der Schatz voriges Jahr zu Tage. Die Münzausstellung sollte jedoch nicht die einzige besondere Neuigkeit für die Besucher sein. Bereits 1966 gab es in Lühnsdorf eine ähnliche Sensation: Martin Königs Vater Werner meldete ebenfalls einen Fund. Eine Urne aus der Bronzezeit, die Thomas Kersting im Lager der Behörde entdeckte und zur Ausstellung mitbrachte. Ein weiterer besonderer Fund wurde 1835 in Lühnsdorf gemacht: ein goldener Dukat aus dem Jahr 1617, der in Wien geprägt wurde.

Gefunden im vergangenen Oktober

Begeistert waren die Besucher aber vor allem vom aktuellen Lühnsdorfer Schatz, der aus 500 Denaren sowie 232 Pfennighälften besteht und etwa aus der Zeit um 1270 bis 1325 stammt. „Der Fund zeigt, dass hier früher schon ein Dorf bestand und Menschen hier gelebt haben“, sagt Werner Niendorf. Bisherige Erwähnungen gehen von einer Ortsgründung in dem Jahr 1377 aus. Für den Heimatgeschichtsinteressierten eine Selbstverständlichkeit zur Präsentation zu kommen. „Es ist interessant zu sehen, womit unsere Vorfahren bezahlt haben“, sagt der Neschholzer. Für Mario Thiele zeigt der Fund vor allem, dass Lühnsdorf älter ist als bisher angenommen.

Gruppenfoto der Münzenthusiasten

Gruppenfoto der Münzenthusiasten.

Quelle: Johanna Uminski

„Das ist sehr interessant – wer weiß, was hier früher los war“, fragt sich der 33-Jährige. Für Erich Gühlmann ist der Münzfund nicht nur eine Erinnerung für das Dorf. Es sei auch interessant diesen selbst zu sehen, sagt der 86-jährige Lühnsdorfer. Bei den Silberlingen handelt es sich überwiegend um brandenburgische Denare. „Weitere 26 Denare stammen aus dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg, ein Denar aus dem Herzogtum Pommern, ein halber Denar aus dem Bistum Osnabrück und ein halber aus der Reichsstadt Aachen“, sagt Hans-Dieter Dannenberg. Wie die Münzen aber in den Boden gekommen sind, bleibt spekulativ.

„Wer weiß, was hier früher los war?“

Lühnsdorf liegt unweit des mittelalterlichen Handelsweges zwischen Brandenburg und Wittenberg. „Vielleicht gab es hier mal eine Gaststätte“, so der Numismatiker Wilko Krone.

Eventuell habe ein Kaufmann ein gutes Geschäft gemacht und drei oder vier Pferde verkauft, sagt Thomas Kersting. Aus Angst um das Geld vergrub er dieses womöglich im Boden. „Zu der Zeit herrschte eine allgemeine Unsicherheit“, so Kersting weiter. Während die Geschichten um den geheimnisvollen Münzfund im Lühnsdorfer Boden weitergehen, ist der glückliche Finder Martin König noch immer überwältigt. „So etwas findet man nicht so schnell wieder“, sagt der Lühnsdorfer. Die Besucher der Münzausstellung hoffen auf weitere sensationelle Funde aus dem Niemegker Stadtteil: „Buddeln sie mal weiter“, sagt eine Besucherin schließlich fast motivierend.

Von Johanna Uminski

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