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Eine Nadel für drei ehrenwerte Männer

Fichtenwalde zeichnet engagierte Bürger aus Eine Nadel für drei ehrenwerte Männer

Alle Jahre wieder wird in Fichtenwalde kurz vor Weihnachten ein besonders gut gehütetes Geheimnis gelüftet: Wer bekommt die Fichtenwalder Ehrennadel? Die Auszeichnung wird seit 2001 an Bürger vergeben, die sich um den Ort verdient gemacht haben. In diesem Jahr wurden gleich drei geehrt: Torsten Beuth, Udo Brucksch und Reinhard Scheiper.

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Die drei Geehrten: Reinhard Scheiper, Torsten Beuth und Udo Brucksch (v.l.) sind jetzt stolze Träger der Fichtenwalder Ehrennadel.

Quelle: Jens Steglich

Fichtenwalde. „So viel Heimlichkeit, in der Weihnachtszeit.“ Für Fichtenwalde gilt das besonders. Dort kommt jedes Jahr vor dem Fest neben der Frage, was kriege ich Heiligabend geschenkt, noch ein gut gehütetes Geheimnis hinzu: Wer bekommt die Fichtenwalder Ehrennadel? Dass es keine Legende ist, dass die Geehrten keine Ahnung haben, wenn sie den Saal im Hans-Grade-Haus betreten, zeigte sich am Freitagabend. Als Ortsvorsteher Tilo Köhn das Geheimnis lüftete und beim Festakt Reinhard Scheiper nach vorn bat, konnte man an der Reaktion des Geehrten ablesen: Hier hatte keiner vorher geplaudert. Der 67-Jährige war sichtbar überrascht und gerührt von der Ehrung, die er vor allem für sein Engagement als Leiter der Fichtenwalder Sicherheitspartner erhielt. „Es zeigt, dass er mit dem Herzen dabei ist“, sagte der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth.

Überrascht mit der Ehrennadel, die so etwas wie der Verdienstorden des Ortes ist, wurden auch noch zwei andere Herren. Für 2016 hatte der Ortsbeirat hinter verschlossenen Türen entschieden, gleich drei Ehrennadeln zu vergeben. „Das hatten wir seit fast zehn Jahren nicht mehr“, sagte Köhn und fügte hinzu: „Das lag an den vielen guten Vorschlägen.“ Nicht Nein sagen konnte das Gremium zu Torsten Beuth (54) und Udo Brucksch (61), die ihre Ehrennadeln gemeinsam bekamen, „weil sie eigentlich nicht zu trennen sind“. Beuth und Brucksch sind Mitglieder des Fördervereins, der Fichtenwaldes freiwillige Feuerwehr seit mehr als 20 Jahren unterstützt und in der Zeit fast 200 000 Euro an Spenden und Mitgliedsbeiträgen für die Brandbekämpfer eingesammelt hat. Geld, das etwa für die Erweiterung des Depots, für eine neue Küche oder als Zuschuss für Feuerwehrleute zur Finanzierung der Fahrerlaubnis eingesetzt wurde. Möglicherweise wäre diese Erfolgsgeschichte ohne Beuth und Brucksch nie geschrieben worden. Als sie 1996 dem Verein beitraten, war nicht mehr viel los. Der Förderverein dümpelte damals vor sich hin, hatte 13 oder 14 Mitglieder.

Was haben die beiden gemacht? Sie zogen durch den Ort, klingelten an den Haustüren und warben für die Mitgliedschaft im Verein. Sie hatten gute Argumente: In einer Waldgemeinde wie Fichtenwalde ist eine Feuerwehr und deren Unterstützung lebenswichtig. Beuth, der seit 1997 als Schatzmeister die Finanzen zusammenhält, und Brucksch, der sich um Öffentlichkeitsarbeit und werbewirksame Veranstaltungen wie den Feuerwehrball kümmert, schafften es, die Mitgliederzahl in kurzer Zeit auf mehr als 70 zu steigern. „Manche sprachen damals schon von der Drückerkolonne – eine für den guten Zweck“, so Laudator Tilo Köhn.

Zum Festakt hatte er vor der Ehrung einen Streifzug durch Fichtenwaldes bunte Vereinslandschaft eröffnet. Mitstreiter der Vereine und Initiativen berichteten über ihre Arbeit im Jahr 2016. Auch Reinhard Scheiper kam zu Wort. Da wusste er noch nicht, dass er die Ehrennadel erhalten wird. Scheiper erzählte von den Sicherheitspartnern, die nach einer Einbruchserie 2015 wieder ins Rampenlicht rückten. Ihm gelang es, die Zahl der aktiven Sicherheitspartner von acht auf 20 anzuheben. Er organisierte etwa Veranstaltungen mit der Polizei zur Einbruchsprävention und erstmals eine Autorenlesung. Zu Gast war Krimi-Autor und Kriminalpolizist Jean Wiersch. 2017 geht die neue Reihe „Der besondere Abend“ weiter – mit dem bekannten Rechtsmediziner Michael Tsokos, der Gutachter in den Mordfällen Elias und Mohamed war und am 28. Februar nach Fichtenwalde reist. „Wir sind keine Bürgerwehr, wir sind besonnen“, sagte Scheiper nach dem Bericht über seine Sicherheitspartner.

Fichtenwalder Ehrennadel

Die Ehrennadel ist eine Erfindung von Meike Johannink. Sie hatte die Idee für die Auszeichnung, die seit 2001 an Bürger vergeben wird, die sich in besonderer Weise um den Ort verdient gemacht haben.

Wer geehrt wird, beschließt der Ortsbeirat in einer geheimen Wahl. Seit Einführung der Ehrung wurden 31 Ehrennadeln vergeben.

Der Festakt dazu ist ein besonderes Ereignis im Ort. Von Gastredner Bernhard Knuth, Bürgermeister der Gesamtkommune Beelitz, bekamen die drei Geehrten noch jeweils zwei Freikarten für die Premiere der Beelitzer Festpiele im nächsten Jahr.

Von Jens Steglich

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