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Potsdam-Mittelmark Eine Städtepartnerschaft, die noch keine ist
Lokales Potsdam-Mittelmark Eine Städtepartnerschaft, die noch keine ist
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06:11 12.07.2017
Vier Vertreter aus Bad Belzig bei ihrem letzten Kribi-Besuch vor zwei Jahren. Quelle: Hendrik Hänig
Bad Belzig

Was er als Vorsitzender des Vereins Echo Kamerun erreichen will, weiß Wolfgang Biedermann genau: Mehr Mitglieder, die Jugendarbeit weiterführen und intensivieren – und die Städtepartnerschaft zwischen Bad Belzig und Kribi endlich ins Ziel bringen. Denn das Verhältnis zwischen der Kur- und Kreisstadt und der Stadt in Kamerun in Zentralafrika ist zwar gut, müsste aber noch dauerhafter und verlässlicher werden, sagt Biedermann.

Der Bad Belziger leitet den Verein aktuell. Er folgte auf Silvia Grimmsmann, die in die Position der Stellvertreterin wechselte. Vereinsmitglied ist Biedermann bereits seit sieben Jahren, Bekannte haben ihn seinerzeit mit ins Boot geholt. „Da könnte ich eigentlich mitmachen“, habe er sich damals gedacht. Große Berührungspunkte mit Kamerun oder gar Kribi hat es bis dahin nicht gegeben. „Das Einzige, was ich über Kamerun wusste: Der deutsche Fußballtrainer Winfried – Winnie – Schäfer war mal Trainer der Kameruner Nationalmannschaft“, gibt Biedermann zu und lacht.

Startschuss für Schulpaten-Projekt hoffentlich im August

Seitdem hat er sein Wissen über das rund 475 000 Quadratkilometer große Land stetig erweitert. Anfang 2016 ist der Ruheständler zum ersten Mal nach Kamerun geflogen, Anfang dieses Jahres stand dann die zweite Reise an. Von den zwei Koffern, die jeder Passagier mitnehmen kann – einer darf maximal 23 Kilo wiegen – ist einer immer mit Hilfsgütern gefüllt. Schulsachen beispielsweise, die in Afrika im Verhältnis wesentlich teurer sind als hierzulande.

Von seiner jüngsten Reise nach Kribi in Kamerun hat sich Wolfgang Biedermann eine Holzschale und Kaffee mitgebracht. Der Kaffee wird in Baham in einer Einrichtung für behinderte Kinder hergestellt. Quelle: Josephine Mühln

Bildungsprojekte sind Wolfgang Biedermann ohnehin wichtig. Wie auch das Schulpaten-Projekt, das der Verein pünktlich zu seinem zehnjährigen Jubiläum ins Leben gerufen hat. Aktuell wird noch an notwendigen Unterlagen gearbeitet, bevor das Projekt dann auch über die Internetseite publik gemacht wird. Biedermann hofft, dass der Startschuss im August fällt. „Das ist eine sehr einfache aber wirkungsvolle Form, den Schülern eine Teilhabe zu ermöglichen, die sonst keine Chance hätten.“

Inforunde mit Bürgermeister und Stadtverordneten geplant

Auch ein Jugendaustausch in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen-Jugendwerk (DFJW) ist geplant. Das DFJW ist Partner für den trinationalen Jugendaustausch zwischen Deutschland, Frankreich und Kamerun und unterstützt diesen auch finanziell. Wenn alles klappt, kommen die Kameruner im April 2018 nach Deutschland, der Gegenbesuch in Kribi könnte dann in der zweiten Jahreshälfte stattfinden. Mitstreiter sind willkommen. „Das soll kein klassicher Schüleraustausch sein, sondern vor allem auch sozial benachteiligten Jugendlichen eine Chance bieten, mitzumachen“, sagt Biedermann.

Was die Städtepartnerschaft mit Kribi betrifft, so will Biedermann eine Inforunde mit Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos), Vertretern der Stadtverordnetenversammlung sowie der Stadtverwaltung initiieren. Was wären mögliche Formen einer Partnerschaft? Von welchen Projekten können beide Seiten profitieren? Auch der Landkreis Potsdam-Mittelmark soll in die Überlegungen dazu mit einbezogen werden. „Wir müssen weg von nur privaten Unterstützern“, sagt Biedermann. „Auch über die kommunale Ebene müssen Entwicklungsprojekte und die wirtschaftliche Zusammenarbeit gestärkt werden.“

Verein organisiert Jugendaustausch

Wer Interesse an einem Schüler-/Jugendaustausch hat, kann sich bei Wolfgang Biedermann oder Silvia Grimmsmann melden. Sie sind erreichbar unter 033841/3 89 60 oder 0176/2 47 964 44.

Der Austausch ist möglich für Jugendliche ab 18 Jahren – bei jüngeren Teilnehmern ist eine Einverständniserklärung der Eltern erforderlich.

Wer sich am geplanten Schulpaten-Projekt beteiligen möchte, findet auf der Internetseite des Vereins in Kürze weitere Informationen: www.echo-kamerun.de

Dort wird auch fündig, wer Vereinsmitglied werden möchte.

Erste Ansätze für die Partnerschaft gab es bereits: Im April 2015 hat erstmals eine Delegation der Stadt Bad Belzig Kribi besucht. Am Ende des Besuchs wurde eine Willensbekundung darüber, eine Partnerschaft zu etablieren, unterschrieben. Aktuell gebe es keine neuen Pläne, die Partnerschaft darüber hinaus auf andere Füße zu stellen, heißt es aus dem Bad Belziger Rathaus. Für die Stadtverordneten sei das Thema noch kein Handlungsfeld.

Neben einer funktionierenden Städtepartnerschaft wünscht sich Wolfgang Biedermann für seinen Verein auch, dass das Bewusstsein der Menschen für die Probleme der Kameruner gestärkt wird – für die aktuellen und für die, die noch kommen. „Wenn wir für diese Länder nichts tun, dann ist das, was wir jetzt an Flüchtlingskrise haben nur ein Abklatsch von dem, was uns dann erwartet.“

Von Josephine Mühln

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