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Potsdam-Mittelmark Eine „fürchterliche Scene“
Lokales Potsdam-Mittelmark Eine „fürchterliche Scene“
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22:30 04.03.2013
BEELITZ

. Am Vortag hatten die Männer Berlin räumen müssen, die russische Armee im Nacken. Vor der Stadt schlugen sie ihr Lager auf. „Alles, was die Armee-Corps bedurften, wurde von der Stadt verlangt und mußte geliefert werden“, notierte der Beelitzer Carl Schneider 1888 in der Stadtchronik. „Außer der vielen Fourage (gemeint ist die Versorgung der Pferde) mußten sogleich 14 000 Portionen Fleisch, Brot, Branntwein und Gemüse in die Lager geschleppt werden.“

Offiziell waren die Truppen noch Verbündete Preußens. Nach dem Sieg Napoleons bei Jena und Auerstedt 1806 und dem aufgezwungenen Frieden von Tilsit lag das Königreich am Boden: Die Hälfte des Staatsgebietes war verloren, der König selbst blieb bis 1809 im Exil. Allerdings machte die französische Fremdherrschaft auch Platz für Reformen in Wirtschaft, Staat und Militär. Die Gutsherrschaft wurde kurzerhand abgeschafft, in Berlin wurde die spätere Humboldt-Universität gegründet.

Dennoch blieb die Schmach der Niederlage – und der Groll auf die Besatzer wuchs. Bereits 1809 war der preußische Major Ferdinand von Schill aufbegehrt und mit seiner Husarenschwadron von Potsdam aus durch Norddeutschland gezogen, um Festungen zu erobern. Er fiel in Stralsund im Straßenkampf, sorgte aber für eine Welle der Sympathie im Lande. 1812 dann rebellierte der General Johann David von Yorck, Kommandeur des preußischen Hilfskorps, gegen die offizielle Haltung seines Königs: Am 30. Dezember schloss er in Tauroggen an der russischen Grenze insgeheim einen Waffenstillstandsvertrag mit den Russen.

Die Armee des Zaren setzte den Franzosen auf ihrem Rückzug immer wieder nach. „Am 6. März 1813, Morgens um halb 7 Uhr, begann eine fürchterliche Scene für unsere Stadt“, schreibt Carl Schneider. 2000 Kosaken waren auf dem Windmühlen-Feld aufgetaucht und griffen die Franzosen an. Mit vier Kanonen wurde die Stadt beschossen, neun Scheunen gerieten dabei in Brand. Die Franzosen, von dem Angriff überrascht, ergriffen die Flucht – doch die Reiter preschten durch die Stadt und verfolgten die fliehenden Franzosen unter „unaufhörlichem Schießen“ bis kurz vor Treuenbrietzen. Dann kehrten sie zurück und machten den Beelitzern nun ihrerseits zu schaffen, wie Carl Schneider vermerkt hat. Noch heute kündet eine Kanonenkugel in einer Hauswand in der Trebbiner Straße vom damaligen Beschuss, eine Gedenktafel erinnert an die Waffenbrüderschaft mit den Russen.

Unklar ist, welche Rolle die erst ein halbes Jahr zuvor gegründete Bürgergarde bei dem Gefecht gespielt hatte. Mit ihr standen immerhin gut 120 Beelitzer Bürger unter Waffen, die Wachdienst verrichten und sich militärisch schulen sollten. Das Kommando hatte der Kämmerer. Verhielten sie sich abwartend – oder griffen sie in die Kämpfe ein? Zeugnisse darüber sind keine bekannt.

Nicht einmal zwei Wochen später erließ König Friedrich Wilhelm III. seinen Aufruf „An mein Volk“, mit dem er jeden zu den Waffen rief, um gegen die Franzosen zu Felde zu ziehen. Die Resonanz war überwältigend und ebnete der Nationalbewegung, die ein einheitliches Deutschland statt eines Reiches von Kleinstaaten forderte, den Weg. Auch im Kreis Zauche-Belzig wurde ein Landwehr-Bataillon aus der Taufe gehoben. Beelitz stellte 36 Infanteristen und acht Mann Kavallerie, vereidigt wurden die Männer am 25. April in der Stadtpfarrkirche.

Ein längerer Waffenstillstand, den Preußen und Russen mit dem Gegner im Sommer schlossen, gab Napoleon die Gelegenheit, seine Truppen auf sächsischem Territorium neu aufzustellen. Ende August wollte er erneut auf Berlin vorstoßen und die Stadt einnehmen – allerdings wurde er am 23. August bei der Schlacht von Großbeeren besiegt.

In der Völkerschlacht bei Leipzig knapp einen Monat später, zu der sich auch österreichische Truppen auf der russisch-preußischen Seite eingereiht hatten, wurde die Macht des französischen Kaisers über Europa dann endgültig gebrochen. (Von Thomas Lähns)

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