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Potsdam-Mittelmark Eine runde Sache für den Kunstwanderweg
Lokales Potsdam-Mittelmark Eine runde Sache für den Kunstwanderweg
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17:38 29.10.2017
Der Anfang ist gemacht: Kulturbundchefin Marita Overbeck, Thomas Schröder, der das erste Werk schuf, und Horst Halling (v.r.). Halling hatte vor fünf Jahren die Idee, einen Kunstwanderweg zu schaffen. Quelle: Jens Steglich
Wildenbruch

Eine fünf Jahre alte Idee wird Wirklichkeit: In Wildenbruch ist am Sonntag das erste Werk für den Kunstwanderweg enthüllt worden, der in der Gemeinde Michendorf entstehen und im Norden bis nach Bergholz-Rehbrücke (Nuthetal) und im Süden bis Körzin (Beelitz) führen soll. Marita Overbeck, Vorsitzende des Kulturbundes Michendorf, sprach denn auch von einem denkwürdigen Tag. Der Kulturbund hatte fünf Jahre lang um Geld für die Realisierung des Skulpturenpfades gekämpft. Die Gemeinde Michendorf stellte nun einen Zuschuss von 10 000 Euro zur Verfügung, um den Start des Projektes zu ermöglichen.

Das erste Kunstwerk am Skulpturenpfad steht am Bürgerhaus in Wildenbruch schräg gegenüber der Gaststätte „Zur Linde“ und ist eine ziemlich runde Sache. Die drehbare Kugel hat der Wildenbrucher Thomas Schröder aus einem mächtigen Stamm einer Eiche geschaffen. Sein Werk nannte er „300 Jahre Brandenburg“. Schröder, der ein Spezialist für runde Formen ist, zählte die Jahresringe des Baumes nach – die Eiche war 300 Jahre alt. An der Kugel soll auch noch eine Bank aufgestellt werden, damit Wandersleute und nicht nur sie am Kunstwerk verweilen können. „Schön wäre es, wenn die Leute auf der Bank sitzen und sich Gedanken machen, wie wir mit unseren Bäumen eigentlich umgehen“, sagt Schröder. Der Baum, der das Holz für das erste Werk des Kunstwanderweges gab, gehörte zu den vielen gesunden Eichen, die im Landkreis Teltow-Fläming dem Bau einer Ortsumgehungsstraße weichen mussten. Die Bäume wurden geschreddert, erzählt Schröder. Den Stamm, der zur Kugel wurde, hat der Kran des Schredders nicht geschafft. Thomas Schröder, der mit seiner Frau ein Atelier in der Potsdamer Allee in Wildenbruch hat, kam hinzu und bewahrte zumindest diesen Stamm der 300 Jahre alten Eiche vor dem Schredder. Durch die Kugelform sieht man den Baum mit seinen Jahresringen von allen Seiten.

Die nächsten Kunstwerke für den Pfad sind schon in Arbeit. Annelie Dessombes gestaltet eine Skulptur aus Efeu-Holz, die am ehemaligen Friedhof in Wildenbruch hinter der Fleischerei Woite ihren Platz finden soll. Und am Ortseingang von Wilhelmshorst wird eine kunstvolle Sitzgelegenheit aufgestellt, die einen Blick nach Langerwisch zur Kirche und zur Streuobstwiese gewährt. Auf der Bank sitzt man niemals allein. Bestandteil der Bank ist ein Gefährte aus Holz mit Hut und Wanderstock, neben dem Spaziergänger Platz nehmen können. Der Wilhelmshorster Detlev Kudell, der das Werk erschaffen wird, hatte am Sonntag schon mal ein Modell davon mitgebracht.

Mann mit Hut und Wanderstock auf einer Bank: Der Wilhelmshorster Künstler Detlev Kudell und sein Modell für das nächste Kunstwerk, das am Skulpturenpfad aufgestellt werden soll. Quelle: Jens Steglich

Mit den 10 000 Euro Gemeindegeld „können wir fünf Kunstwerke finanzieren“, sagte Kulturbundchefin Marita Overbeck. Um den Kunstwanderweg wie geplant von Bergholz-Rehbrücke über Wilhelmshorst, Langerwisch, Wildenbruch, Fresdorf und Stücken bis nach Körzin realisieren zu können, will der Kulturbund für 2019 noch einmal Fördergeld bei der Gemeinde beantragen. „Wir denken auch über Crowdfunding nach, um weitere Werke zu finanzieren“, so Overbeck. Neue Wege müssen für den Pfad nicht geschaffen werden. „Wir nutzen die, die da sind.“ Geplant ist, den Kunstwanderweg, der extra ausgeschildert wird, in die „Genießertouren“ zu integrieren, die besondere Orte und Gasthäuser in der Gegend miteinander verbinden. „Zum lustvollen Wandern gehört auch gutes Essen und Trinken“, sagt die Kulturbundchefin.

Die Werke schaffen Künstler aus der Region

Die Werke für den Kunstwanderweg, der unter Regie des Michendorfer Kulturbundes entsteht, sollen ausschließlich von Künstlern aus der Region geschaffen werden.

Thomas Schröder, der das erste Werk gestaltete, hat sein Atelier in der Potsdamer Allee 24 in Wildenbruch. Für Besucher ist das Atelier dieses Jahr noch einmal am 24. November sowie am 1. und 8. Dezember geöffnet.

Von Jens Steglich

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