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Funkstörungen an der Feuerwehrbasis

Einführung digitaler Technik läuft nicht wie geplant Funkstörungen an der Feuerwehrbasis

Die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren im Fläming und Umgebung sind sauer. Die neue Technik, mit der alle Fahrzeuge ausgestattet werden, funktioniert nicht. Eine Kommunikation mit der Rettungsleitstelle in Brandenburg ist noch nicht möglich. Allein im Kreis Potsdam-Mittelmark sind 450 Fahrzeuge betroffen.

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Keine Verbindung: Jens Heinze und seine Feuerwehrleute können noch nicht digital funken.

Quelle: T. Wachs

Bad Belzig. Die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren rundherum im Fläming sind sauer. Demnächst sind alle ihre Fahrzeuge auf den Digitalfunk umgerüstet – wie überall im Land Brandenburg. Kommunizieren können sie mit der modernen und vielseitigen Technik aber noch lange nicht. Zumindest ist die zentrale Rettungsleitstelle in Brandenburg an der Havel noch nicht auf digitalem Wege zu erreichen. Vorgesehen ist dies erst ab März des kommenden Jahres. Ursprünglich sollte die Umrüstung dort bereits Mitte dieses Jahres abgeschlossen werden. Entsprechend wurden die Zeitpläne zum Umbau der Funktechnik in den Ortswehren gestaltet. Immerhin müssen allein im Kreis Potsdam-Mittelmark insgesamt rund 450 Fahrzeuge umgerüstet werden.

Detlef Wolf ist als Amtsleiter Feuerwehr und Rettungswesen der Stadt Brandenburg auch für die Leitstelle in der Havelstadt zuständig. Er bestätigt die unerwarteten Verzögerungen. „In der Praxis dauern die Anpassung der Software und die Einbindung in die Telefonanlage länger als geplant. Da sind auch wir nicht so glücklich mit“, so Wolf. Ende des dritten Quartals soll ein Probebetrieb möglich sein. Parallel zur Umrüstung für den Digitalfunk muss in Brandenburg noch die gegenseitige Vernetzung der landesweit fünf Regionalleitstellen erfolgen, erklärt der Amtsleiter. Sie sollen sich ab Jahresende im Notfall gegenseitig ersetzen können.

Für die Träger des Brandschutzes, also die Städte und Ämter, werfen die Verzögerungen aktuell einige Probleme auf. Denn parallel zum neuen Digitalfunk müssen sie auf einigen Wagen weiterhin die analoge Technik betriebsbereit halten. „Wir hatten den Wehren empfohlen, beide Geräte für die Übergangszeit parallel einzubauen“, sagt Detlef Wolf.
„Nicht in allen Fahrzeugen ist dies aber aus Platzgründen möglich“, sagt Jens Heinze. Der Treuenbrietzener Stadtbrandmeister sieht zusätzlichen Aufwand und weitere Kosten. In der Sabinchenstadt wurden bereits alle 20 Fahrzeuge umgerüstet. 45000 Euro hat die Kommune dafür eingeplant. Allerdings habe sich bei der Umrüstung gezeigt, dass die mit einem landesweiten Rahmenvertrag vereinbarten Kosten mitunter schwer zu halten sind. „Jede Abweichung kostet extra“, erzählt Heinze. „Und Extras waren fast in jedem Wagen nötig“, fügt der Stadtwehrführer hinzu. Er lässt einen Mannschaftstransporter aus Marzahna und den Einsatzleitwagen der Treuenbrietzener Wehr parallel nun noch mit analogem Funk fahren, um im Einsatz die Kommunikation mit der Leitstelle sicherzustellen.

„Das wird jetzt alles etwas komplizierter“, sagt auch Olaf Beelitz. Der Bad Belziger Stadtwehrführer behält in acht von 20 Fahrzeugen den Analogfunk bei. „Entsprechend müssen wir unsere Einsatzpläne ändern, weil immer eines dieser Autos mit raus muss“, so Beelitz. Auch er ärgert sich, „dass nicht zuerst die Leitstelle fertig umgerüstet worden ist und wir nun die Probleme ausbaden müssen“.
Detlef Wolf verweist auf die bei der Feuerwehr in der Stadt Brandenburg bereits abgeschlossene Umrüstung von rund 60 Fahrzeugen. „Der parallele Einbau lief hier problemlos“, so der Chefbrandschützer. „Zum Stichtag stecken wir die Kabel dann um und bauen die analogen Geräte selbst aus“, sagt der Amtsleiter. Allerdings habe er auch Verständnis dafür, dass dieser Aufwand – anders als bei der Brandenburger Berufsfeuerwehr, die über eigene Techniker verfügt – „von den freiwilligen Kameraden in den Orten nicht so geleistet werden kann“.

Von Thomas Wachs

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