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Einigkeit bei Stammbahn nicht ohne „Aber“

Kleinmachnow Einigkeit bei Stammbahn nicht ohne „Aber“

Die Bürgermeisterkandidaten Michael Grubert (SPD) und Uda Bastian-Osthaus (CDU) wollen beide die Wiederbelebung der einstigen Stammbahn zwischen Potsdam und Berlin. Doch gibt es neben Lärmbelästigungen für die Nachbarn der Strecke auch andere Aspekte noch abzuwägen.

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Bürgermeisterkandidatin Uda Bastians-Osthaus (CDU).

Quelle: Privat

Kleinmachnow. Für die Gemeinde Kleinmachnow sind die täglichen Pkw-Pendlerströme ein Problem. Lärm- und Verkehrsbelästigungen gibt es besonders an den Hauptmagistralen in Richtung Berlin und Potsdam. Deshalb wird seit Jahren um eine S-Bahnanbindung bzw. die Reaktivierung der seit 70 Jahren stillgelegten Stammbahn zwischen Potsdam und Berlin über Kleinmachnow gerungen. Vor der Bürgermeisterwahl in Kleinmachnow am 27. November hat jetzt die seit 1999 bestehende Bürgerinitiative „Stammbahn“ (Berlin, Kleinmachnow,Potsdam) die beiden Kandidaten zum Thema befragt, wie Hubertus Bösken (BI- Sprecher Kleinmachnow), sagte.

Herausforderin Uda Bastians-Osthaus (CDU) hält die Stammbahn für einen „wesentlichen Bestandteil eines zukunftsfähigen Nahverkehrskonzepts für Kleinmachnow“. Gleichzeitig mahnt sie, dass der Wiederaufbau „auch eine nicht einfach realisierbare Lösung“ sei, weil nach 70 Jahren Stillstand ein Wiederaufbau in „erheblichem Maße in gewachsene Strukturen und damit in Belange vieler Menschen“ eingreifen werde. „Wir müssen Lösungen finden, die die Nachbarn der Strecke vor unmäßigen Lärmbelastungen schützen, die den sonstigen Verkehrsfluss per Auto, Rad und zu Fuß nicht beschränken“ und auch das „grüne Ortsbild nicht gefährden“. Bastians bringt eine mögliche, bislang wohl „nur unzureichend geprüfte Lösung“ ins Gespräch: Die (teilweise) Verlegung der Stammbahn in einer Troglage. „Besonders wirkungsvoll könnte diese Lösung bei einem Wiederaufbau der Stammbahnstrecke als S-Bahn, da hier zum einen größere Steigungsraten möglich sein dürften als auch mangels Oberleitung eine geringere Höhe für eine Überbrückung notwendig wäre“, sagt Bastians. Auch sonst dürfte der Wiederaufbau als S-Bahn wegen des „geringeren Fahrzeuggewichts weniger Lärmbelastungen, insbesondere zu Nachtzeiten, mit sich bringen“. Nicht zuletzt erscheine es beim Wiederaufbau als S-Bahn wahrscheinlicher, „dass tatsächlich zwei Haltepunkte auf Kleinmachnower Gebiet sowohl am Adam-Kuckhoff-Platz (alter Bahnhof Düppel) als auch am Europarc Dreilinden“ realisiert werden können. Bei einem Wiederaufbau als Regionalbahn sei diese Gestaltung schwieriger zu realisieren, da nur etwa 3000 Metern zwischen den beiden Haltepunkten liegen, so Bastians-Osthaus.

Amtsinhaber Michael Grubert (SPD) setzt sich selbst beim Bundesverkehrsminister für die Wiederbelebung der Stammbahn ein

Amtsinhaber Michael Grubert (SPD) setzt sich selbst beim Bundesverkehrsminister für die Wiederbelebung der Stammbahn ein.

Quelle: Heinz Helwig

Für Amtsinhaber Michael Grubert (SPD) steht fest: „Nur mit einer attraktiven Schienenanbindung nach Berlin und Potsdam wird es gelingen, die Pkw-Pendlerströme zu verringern. Die Bahn, ganz gleich ob S- oder Regionalbahn, ist ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz“. Er werde als Bürgermeister darauf bestehen, „dass in der planerischen Vorbereitung für die Stammbahn und im erforderlichen Planfeststellungsverfahren die Untersuchungen zum Lärmschutz ein besonderer Schwerpunkt sind. Die Rechte der Anwohner sind umfassend und nachdrücklich zu berücksichtigen“, so Grubert. Nach dem Beschluss des Gemeinderates habe er gegenüber der Landesregierung „nochmals die besondere Bedeutung der Stammbahn für die Gemeinde Kleinmachnow, den Europarc und die Region TKS insgesamt nachdrücklich“ hervorgehoben. Jetzt erarbeite er mit den Bürgermeistern der Städte Potsdam, Brandenburg und Werder einen „offenen Brief an Bundesverkehrsminister Dobrindt und alle Beteiligten, um die Wiederinbetriebnahme zu fordern. Wir brauchen den ernsthaften Willen, mehr Verkehr auf die umweltverträgliche Schiene zu verlagern. Das kommt auch dem Europarc mit 4000 Arbeitnehmern und damit auch unserem Ort zugute“, so Grubert. Eine Nutzung der Stammbahn für den Güterverkehr gelte es es mit allen planerischen Mitteln zu verhindern.

Von Claudia Krause

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