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Einigung im Gockelstreit: Müssen jetzt die Tiere leiden?

Außergerichtliche Einigung mit ein paar Vorgaben Einigung im Gockelstreit: Müssen jetzt die Tiere leiden?

Der jahrelange Streit um Hahnenschreie auf dem Hof eines Hobbyzüchters in Zitz (Potsdam-Mittelmark) ist vom Tisch. Die Gockel werden jetzt nachts und am Wochenende sogar tagsüber im Stall eingesperrt. Der Züchter kann damit zwangsweise leben, der Verband der Rassegeflügelzüchter schlägt jedoch Alarm.

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Die Hähne dürfen jetzt nur noch zwischen 8 und 20 Uhr nach draußen.

Quelle: Roland Weihrauch

Zitz. Der Streit zweier Nachbarn in Zitz (Potsdam-Mittelmark) über die Haltung von Hähnen und vor allem darüber, wann und wie laut ein Hahn krähen darf, hat ein Ende. Bei einem Gütetermin am Amtsgericht in Brandenburg an der Havel einigten sich die “Streithähne“ - der Züchter und seine Nachbarn - jetzt auf eine einvernehmliche Lösung, wie der rbb berichtet.

Hobbyzüchter Reno Nerling darf ganzjährig zwei Hähne halten, wie er am Montag mitteilte. Zwischen August und Dezember ist es ihm zudem gestattet, vier weitere Junghähne auf seinem Hof zu haben. Aktuell leben auf Nerlings Hühnerhof in dem Dörfchen direkt an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt 8 Hähne mit 17 Hennen.

Hühnerzüchter Reno Nerling aus Zitz

Hühnerzüchter Reno Nerling aus Zitz

Quelle: Claudia Nack

Ein Zivilrichter des Amtsgerichts hatte den Parteien einen Gütetermin vorgeschlagen. “Die hier getroffenen Kompromisse sind tragfähiger, als wenn ein Gericht entscheidet“, hatte Richter Torsten Bönig im Oktober erklärt. Nur so lasse sich der Dorffrieden in Zitz wiederherstellen.

Nerlings Nachbarn störten sich an den Hahnenschreien und wollten ursprünglich erreichen, dass die Tiere eine bestimmte Lautstärke nicht überschreiten. Der Hobbyzüchter tauschte seine Hähne bereits gegen eine Rasse ein, die nach seinen Angaben leiser kräht. Die Einigung sieht nun auch vor, dass seine Hühner nur noch von 8 bis 20 Uhr ins Freie dürfen. An Sonn- und Feiertagen gibt es laut rbb sogar eine strikte Ausgangssperre: Dann müssen die Tiere zudem zwischen 13 und 15 Uhr in den Stall. “Ich kann mit der Lösung leben“, sagte der 36-Jährige.

Der Verband der Rassegeflügelzüchter sieht das anders: Die gütliche Einigung sorgt aus ihrer Sicht für großes Leid bei den Tieren. “Für die Tiere ist das Einsperren im Stall bitter“, sagte der Vorsitzende des Verbands, Rolf Graf, am Dienstag auf Anfrage. “Da es im Stall um die Rangordnung geht, werden sich die Tiere dort zumindest tagsüber kräftig beharken.“

Von Georg-Stefan Russew

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