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Potsdam-Mittelmark Einmannbunker als Mahnung
Lokales Potsdam-Mittelmark Einmannbunker als Mahnung
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02:16 09.10.2015
Der Einmannbunker von der Schopfheimer Allee. Foto: KKH
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Kleinmachnow

Ein stummer Zeugen des Zweiten Weltkrieges hält seit einigen Tagen neben dem Neubau der kommunalen Grundschule „Auf dem Seeberg“ Wache: Ein begehbarer Einmannbunker, aufgestellt an der geplanten Bedarfshaltestelle der neuen Verbindungsstraße zwischen dem Adolf-Grimme-Ring und der Schopfheimer Allee. So werden Grundschüler, die auf ihren Bus für den Ausflug oder die Schwimmstunde warten, Kinder und Eltern, ältere Menschen, die ihre Hunde ausführen, Autofahrer, die die Abkürzung von der Karl-Marx-Straße zum Rathausmarkt nutzen so immer wieder daran erinnert, dass wir hier heute in einer friedlichen Zeit leben, in der ein solches Bauwerk nicht mehr nötig ist.

Entdeckt wurde der praktisch unversehrte Einmannbunker im April bei den Bauarbeiten der neuen Straße auf den Seeberg. Im ersten Bauabschnitt zwischen der Karl-Marx-Straße und dem alten Pförtner-Häuschen war er nach Verwaltungsangaben ausgehoben und zur Seite gelegt worden, bis entschieden war, was damit geschehen soll. Eventuell will die Gemeinde einen QR-Code anbringen, damit Passanten per Smartphone lesen können, was es mit dem Mahnmal auf sich hat. Nur die älteren Kleinmachnower können sich noch daran erinnern, dass er im Zweiten Weltkrieg tatsächlich dem Pförtner am Fuße des Seeberges zum Schutz diente. Es handelt sich nicht um den einzigen Einmannbunker auf dem historisch belasteten Gelände des Seebergs. Im Waldbereich um die Hakeburg sollen bis zu zwei weitere zu finden sein und einer steht auf dem Heizhaus der Berlin Brandenburg International School.

Die Verbindungsstraße vom Rathausmarkt zur Schopfheimer Allee, an der der ausgegrabene Bunker jetzt aufgestellt ist, wurde am vergangenen Freitag für den Verkehr freigegeben. Im Laufe des Oktobers wird die Schopfheimer Allee dann komplett fertig gestellt. Die offizielle feierliche Eröffnung ist laut Bürgermeister Michael Grubert (SPD) für den 9. November geplant - eingeladen dazu ist auch der Bürgermeister der namensgebenden Partnerstadt Schopfheim, Christof Nitz, der sein Kommen bereits signalisiert habe.

Splitterschutzzellen

Splitterschutzzellen , auch Einmannbunker genannt, sind zylindrische Konstruktionen aus Stahlbeton (selten Stahl), die 1-2 Personen Schutz vor Splittern, herrührend von Explosionen (z. B. von Bomben), und Beschuss mit leichten Feuerwaffen gewähren.

Die meisten Zellen, die in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in Deutschland errichtet worden waren, sind abgeräumt worden. Vereinzelt finden sie sich noch als Kuriosum oder technisches Denkmal.

Sie waren mit ein bis zwei kleinen, verriegelbaren Einstiegsluken und Sehschlitzen im oberen Teil ausgestattet. Ein Gasschutz gab es nicht.

Von Konstanze Kobel-Höller

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