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Potsdam-Mittelmark Einstein soll nach Stahnsdorf zurück
Lokales Potsdam-Mittelmark Einstein soll nach Stahnsdorf zurück
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15:28 06.07.2016
Peter Ernst aus Güterfelde hat früher selbst als Entwickler im damaligen Gleichrichterwerk Stahnsdorf gearbeitet. Er setzt sich für die Rückkehr der Einstein-Skulptur auf das Gelände des heutigen Green Parks ein. Quelle: H. Helwig
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Stahnsdorf

Das lebensgroße Standbild des Physikers Albert Einstein, das früher hinter dem Eingang des damaligen Volkseigenen Betriebes (VEB) Gleichrichterwerk Stahnsdorf stand, soll an seinen ursprünglichen Platz im heutigen Gewerbegebiet Green Park zurückkehren. Dafür setzen sich jetzt die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark und ehemalige Betriebsangehörige mit dem Güterfelder Peter Ernst an der Spitze ein. Die Bronzeplastik galt eine Zeit lang als verschwunden und soll Gerüchten zufolge später im Vorgarten einer Villa in Wannsee wiederentdeckt worden sein.

Diese Darstellung ist nicht richtig, sagt die Denkmalschutzbehörde. Der Eigentümer des Green Parks habe die Skulptur nach eigenen Angaben aus Angst vor Vandalismus oder Diebstahl abbauen und im Maschinenraum eines seiner Gebäude in Berlin verwahren lassen. Dort habe ein Mitarbeiter die Statue selbst gesehen. „Dem Einstein geht es gut“, soll er bei seiner Rückkehr gesagt haben. Die Denkmalschützer stellten dem Eigentümer zunächst frei, die Skulptur wieder an ihrem angestammten Platz oder an einem anderen, sichereren Ort aufzustellen. Der Green-Park-Chef habe aber nicht reagiert. Darum forderte die Denkmalschutzbehörde ihn in einer schon etwas schärferen Anhörung auf, ihr bis zum September einen Standort im Gewerbepark zu benennen, auf dem Albert Einstein künftig stehen soll. Der Eigentümer soll ohnehin erklärt haben, die Plastik höchstens als Dauerleihgabe herauszurücken. Folgt er der Aufforderung nicht, stellen sich die Denkmalschützer auf eine längere juristische Auseinandersetzung ein.

Für die Rückkehr Einsteins auf das Green-Park-Gelände engagiert sich auch der Güterfelder Peter Ernst, der früher selbst im einstigen Institut für Halbleitertechnik und späteren Gleichrichterwerk Stahnsdorf als Entwickler gearbeitet hat. „Ich habe Einstein vom ersten Tag an geliebt, weil er ganz anders war, als die politischen Heldenstatuen. Er stand ganz gelassen da und ballte nicht die Faust zum Kampf oder starrte siegesbewusst in die lichte Zukunft“, bekennt Ernst. Mehr als 70 Unterschriften ehemaliger Kollegen und weiterer Stahnsdorfer hat er schon für eine Petition sammeln können, die der Denkmalschutzbehörde den festen Willen einer Rückführung des Standbildes auf den Gewerbepark in der Ruhlsdorfer Straße 95 dokumentieren soll. Ernst hat sogar formell eine Vermisstenanzeige beim obersten Landesdenkmalpfleger Thomas Drachenberg erstattet. Die Skulptur soll bereits zu DDR-Zeiten in die Denkmalliste des damaligen Rates des Kreises Potsdam-Land aufgenommen worden sein und auch im Verzeichnis des Landes Brandenburg von 2015 stehen.

Einstein habe zum damaligen Betrieb gepasst, weil dort seine Erkenntnisse von Mathematikern und Physikern in die Praxis umgesetzt worden seien, sagt Ernst. Als das Gleichrichterwerk später in Mikroelektronik Stahnsdorf umbenannt wurde und den Namen Karl Liebknechts erhielt, musste der einzigartige Physiker dem Kopf des ermordeten Arbeiterführers weichen. Einstein wurde an den Rand des Gewerbeparks abgeschoben.

Nach der Pleite eines indischen Investors, der den Betrieb nach der Wende bekam, landete das Standbild auf einem Lastwagen und sollte mit anderer Konkursmasse abtransportiert werden. Beherzte Mitarbeiter verhinderten dies. Danach stand Einstein zunächst im Vorraum der Betriebskantine und später im Büro der neuen Gesellschaft, bevor er 1998 erst einmal wieder seinen alten Platz bezog.

Eine 20 Zentimeter hohe Statuette stand Modell

Das Albert-Einstein-Denkmal soll der Bildhauer Jürgen von Woyski aus Hoyerswerda nach dem Vorbild einer etwa 20 Zentimeter hohen Statuette aus Magdeburg geschaffen haben.

In der Landesdenkmalliste ist die Skulptur unter der Rubrik „Denkmale übriger Gattungen“ und der Identifikationsnummer (ID) 09190659 mit konkreter Adresse und genauem Standort aufgeführt.

Die Umsetzung der Statue musste mit einem Kran vorgenommen werden. Nach mehreren Tagen wurde ein tiefes Fundament freigelegt und ein trapezförmiger Betonsockel ausgehoben.

Im ehemaligen DDR-Großbetrieb arbeiteten einmal mehr als 3000 Beschäftigte. Als der indische Investor Mitte der 1990-er Jahre nach der Insolvenz die Produktionsstätte verließ, zählte diese nur noch 79 Mitarbeiter.

Von Heinz Helwig

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