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Caputh feiert seinen berühmten Sommergast

Zehn Jahre Ausstellung über Einsteins Sommerhaus Caputh feiert seinen berühmten Sommergast

Gleich zwei Jubiläen hatte das beschauliche Caputh am Wochenende zu feiern: 100 Jahre Relativitätstheorie und 10 Jahre Einstein-Ausstellung im Ort. Doch der Initiativkreis, der sich um die bleibende Erinnerung an den Jahrhundert-Physiker bemüht, stößt an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Die Ausstellung im Bürgerhaus Caputh braucht mehr Platz.

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Wiebke Franck, Sabine Kunst, Kerstin Hoppe und Hermann Nicolai (v. l.) während des Festaktes zum zehnjährigen Bestehen der Ausstellung über Einsteins Sommerhaus in Caputh.

Quelle: Christel Köster

Caputh. Der Samstag im Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Caputh war diesmal ganz der Wissenschaft gewidmet. Alles aber wirkte wie eine Geburtstagsfeier. Schnittchen und Getränke wurden von hastenden Menschen arrangiert und Tische und Stühle geschleppt. Dieser Aufwand hatte mehrere gute Gründe. Caputh feierte zwei Jubiläen. Vor 100 Jahren veröffentlichte Albert Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie und seit nunmehr zehn Jahren gibt es die Ausstellung „Einsteins Sommer-Idyll“ im Bürgerhaus gleich nebenan. Da Einstein testamentarisch verfügt hatte, man solle sein Wohnhaus in den USA nicht museal betreiben, ist man mit dem Sommerhaus in Caputh ebenso verfahren.

Der Initiativkreis Einstein-Haus ist aber mit den Räumen im Obergeschoss des Bürgerhauses höchst unzufrieden. Die aufwendig 2005 auch in Englisch aufgearbeitete Ausstellung behandelt nicht nur Einstein sondern auch das Leben des Freundes und Architekten des Sommerhauses Konrad Wachsmann. Der Initiativkreis ist dabei, diese wegen der Enge der Räumlichkeiten komprimierte Ausstellung, zukünftig sogar auf Französisch und Holländisch anzubieten. Die Chefin des Initiativkreises, Wiebke Franck, nutzte den Festvortrag seines Ehrenvorsitzenden Hermann Nicolai vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Golm und die Anwesenheit der Ministerin Sabine Kunst (SPD), um mit wortspielerischen Querbezügen zu Einstein ihre Wünsche für einen optimaleren Ausstellungsort öffentlichkeitswirksam zu benennen. Das ebenerdig zugängliche Logierhaus am Schloss wäre behinderten- und altersgerecht und natürlich auch publikumswirksamer sagte sie und strahlte dabei Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) und die Ministerin an.

Dem Naturwissenschaftler Nicolai blieb es vorbehalten, vom kleinen Caputher Kosmos aus auf´s ganze Universum zu blicken. Sein Vortrag hieß doppelsinnig „Einsteins ART – Die Allgemeine Relativitätstheorie ein Jahrtausendereignis“, denn „ART“ ist das gebräuchliche Kürzel dieser Theorie. Nikolais Power-Point-Vortrag begann mit dem Einstein-Zitat: „Man muss die Dinge so einfach machen wie möglich. Aber nicht einfacher“. Nicolai, der sich am weltberühmten CERN in Genf erste wissenschaftliche Sporen als Mitglied der Theorieabteilung verdiente, befasst sich mit Phänomenen wie Urknall und Schwarzen Löchern und ist jetzt Direktor am Institut in Golm. Sein reichbebilderter und verständlicher Vortrag fesselte die Zuhörer, auch wenn so mancher Laie an die Grenzen seines Auffassungsvermögens stieß.

Die Allgemeine Relativitätstheorie sei „die herausragende intellektuelle Leistung einer Einzelperson“ und das „einzige Beispiel einer (zutreffenden) physikalischen Theorie, die durch reines Nachdenken gefunden wurde“, schwärmte der Redner. Dem Laien fremde Begriffe wie Raum-Zeit-Singularitäten und Bilder, die verbogene Räume und Zeiten anschaulich machen sollten, begleiteten seine Ausführungen, die mit einem Wermutstropfen endeten. Einsteins Relativitätstheorie und die Quantentheorie passen leider nicht zusammen. Einstein forschte daran bis zu seinem Lebensende und blieb bei seinem Anspruch: „Ich will dem Alten auf die Schliche kommen“.

Von Lothar Krone

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