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Einzelhandelskonzept löst heftige Debatte aus

Kampf um Bad Belziger Markt Einzelhandelskonzept löst heftige Debatte aus

Eine heftige Debatte über den Entwurf des Einzelhandelskonzeptes entzweit den Bauausschuss der Stadt Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark). Am Montagabend schlugen die Wogen in dem Gremium hoch. Streitpunkt war dabei zuallererst die Frage, ob die Stadt einen weiteren großen Vollsortiment-Supermarkt vertragen würde.

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Die Innenstadt von Bad Belzig soll für Konsumenten interessanter werden – das ist ein Ziel des Einzelhandelskonzeptes für die Stadt.

Quelle: Dirk Fröhlich

Bad Belzig. Michael Wipfli ist entsetzt. Sollte ein Vollsortiment-Supermarkt für die Rewe-Gruppe in Bad Belzig entstehen, bangt der Einzelhändler um seine beiden Edeka-Läden, um seine Investitionen und um Dutzende von Arbeitsplätzen. Edeka sei schließlich auch ein Markt mit der gesamten Supermarkt-Bandbreite. Käme ein weiterer Anbieter in diesem Segment in die Stadt, müsste Edeka abgeben, und das nicht zu knapp. Das jedenfalls sagen die Strategen voraus, die den Entwurf für ein neues Bad Belziger Einzelhandelskonzept vorgestellt haben. Doch an vielen anderen Stellen des Konzeptes gibt es reichlich Zündstoff.

Im städtischen Bauausschuss schlugen am Montagabend deshalb die Wogen hoch. Wie berichtet, will Rewe neben Discounter Lidl einen 1000 Quadratmeter großen Markt errichten. Dies wäre der größer seiner Art in der Stadt. Richard Engel von der Handelsberatung BBE, die das Konzept im Auftrag der Stadt gerade weiterentwickelt.

Handel in Bewegung

Derzeit gibt es im Einzelhandel in Bad Belzig einige Pläne. Der Norma-Markt an der Ertich-Weinert-Straße im Klinkengrund will die Verkaufsfläche vergrößern – innerhalb des Gebäudes. Der entsprechende Bebauungsplan ist am Montagabend vertagt worden. Der Laden um etwa 300 auf 1000 Quadratmeter ausgebaut werden, aber kein zusätzliches Sortiment erhalten. Man brauche mehr Platz für Leergutannahme und -lager und an den Kassen.

Auch das Dänische Bettenlager an der Weinertstraße will sich ein wenig erweitern – von 690 auf 750 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Die bestehenden Supermärkte in Bad Belzig verfügen gegenwärtig über eine Gesamtfläche von 5618 Quadratmeter. Netto und Lidl in der Brücker Landstraße haben 841 und 856 Quadratmeter. Norma in der Erich-Weinert-Straße hat 680 Quadratmeter, Netto in der Niemegker Straße 730 Quadratmeter. Die Edeka-Filialen verfügen über 1612 (Busbahnhof) und 899 Quadratmeter (Schillerstraße).

Die Rewe-Planung ist dabei ein zentraler Streitpunkt. Dieser Markt müsse im Jahr rund 6,5 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften, um gut zu laufen, schätzt Engel. Ein Viertel dieses Betrages komme von Kunden, die heute noch außerhalb von Bad Belzig einkaufen. Das Gros jedoch knapse der Markt von Läden in der Stadt ab, vor allem von der vergleichbaren Konkurrenz, also Edeka. Für den CDU-Stadtverordneten Wolfgang Terp sollen die Kunden die Wahl. Er sei für eine Entwicklung des betreffenden Geländes an der Brücker Landstraße, „ich will, dass die Ruine dort verschwindet“. Der Markt soll entscheiden. „Man kann vieles probieren“, sagte Händler Wipfli, „man kann aber auch vieles kaputt machen“.

Ein weiterer Streitpunkt war die Entwicklung des Nahversorgungsbereiches im Klinkengrund. Dort gebe es laut Berater Engel den Wunsch, ein Textilgeschäft mit 250 Quadratmetern Verkaufsfläche anzusiedeln. „Wir empfehlen, solch ein Geschäft in die Innenstadt zu holen“, sagte Engel. Schließlich soll mit dem Einzelhandelskonzept die Innenstadt gestärkt werden. Stattdessen sei an dieser Stelle ein Getränkemarkt oder ein Geschäft für Heimtierbedarf denkbar.

Mitsprache der betreffenden Einwohner

Die Abgeordnete Uta Hohlfeld (Linke) möchte das nicht ohne Mitsprache der betreffenden Einwohner regeln. Vielleicht wünschten die Menschen dort genauso solch ein Geschäft. Ihrem Vorschlag folgte die Mehrheit im Ausschuss, der sich für eine, wie auch immer geartete Einbeziehung der Klinkengrund-Bewohner aussprach. Überhaupt zeige die Diskussion, dass man noch die geeignete Form einer Mitwirkung aller Interessierter finden müsse, meinte Hohlfeld.

Dafür ist zumindest etwas Zeit gewonnen. Der Bauausschuss vertagte die Konzept-Debatte auf die nächste Sitzung. Um weil man schon beim Vertagen war, kam der SPD-Stadtverordnete Werner Sperfeld mit seinem Antrag durch, die Empfehlungsbeschlüsse für zwei Bauprojekte zu verschieben. Über die Entwicklung des Einkaufszentrums Klinkengrund und über den Rewe-Neubau will man nun später befinden.

Zwei Ladenlokale zusammenlegen

Dass ein großes Textilgeschäft als Magnet für alle Läden in der Innenstadt funktionieren könnte, zeige die erfolgreiche Ansiedlung des Drogeriemarktes in der Wiesenburger Straße. Hier seien zwei Objekte zusammengelegt worden, um dem Drogeriemarkt genügend Fläche bieten zu können, erinnerte Handelsberater Engel. „Bei Rossmann hatte man ja auch befürchtet, dass die Ansiedlung für die Innenstadt schädlich sei“, sagte der Stadtverordnete Tobais Paul (CDU): „Es ist nicht eingetreten.“

Von Heiko Hesse

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