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„Sie war immer in meinem Herzen“

Eiserne Hochzeit in Niemegk „Sie war immer in meinem Herzen“

Am 27. Januar 1951 traten Paul und Gerda Schultheiß vor den Traualtar – er war 22 Jahre alt und sie 19. Am heutigen Mittwoch feiert das Paar seinen 65. Hochzeitstag – die Eiserne Hochzeit. In ihrem gemeinsamen Leben gab es Freude und Leid, aber „die gegenseitige Achtung ging uns nie verloren“, sagen die Eheleute.

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Eisernes Paar: Gerda und Paul Schultheiß aus Niemegk.

Quelle: Foto: J. mühln

Niemegk. Dass Gerda ihn so genommen habe, wie er war, das habe ihm am meisten imponiert, erzählt Paul Schultheiß. Für Gerda war Pauls Ehrlichkeit so besonders und „dass er kein Angeber war“, erinnert sich die 83-Jährige. Aus der anfänglichen Sympathie wurde Liebe und das Paar trat am 27. Januar 1951 vor den Traualtar. Am heutigen Mittwoch feiern sie ihren 65. Hochzeitstag – die eiserne Hochzeit.

Kennen gelernt haben sich Paul und Gerda Schultheiß in Jeserig/Fläming. Dort arbeitete Paul bei einem Bauern. Statt Lohn erhielt er jedoch nur ein spärliches Essen und eine Schlafstätte auf dem Hausboden. „Als Flüchtling hatte er nur die Kleidung, die er bei der Entlassung aus der Kohlegrube am Leib getragen hat“, erinnert sich Gerda Schultheiß. Kleiderkammern habe es in der damaligen Zeit noch nicht gegeben.

Über einen Kumpel lernten Paul und Gerda sich schließlich kennen – sie wohnte am See, unweit vom Bauernhof. „Sie war immer in meinem Herzen“, sagt Paul und so entschied er sich, die Schmiedelehre, die er einst in Pommern begonnen hatte, beim Jeseriger Meister fortzusetzen. Der Schmied brachte Paul – wie es der Zufall wollte – bei Gerdas Tante unter und so sah sich das Paar regelmäßig.

Ihre Hochzeit feierten die beiden zusammen mit der Silberhochzeit von Gerdas Eltern. Gut 40 Gäste nahmen an der Feier teil und Gerda weiß noch, dass ihre Mutter jede Menge Kuchen gebacken hat – „ein Stück Kuchen war damals noch was ganz besonderes“, erzählt sie.

Mit seinen zwei Kindern zog das Ehepaar Schultheiß Mitte der 1950er-Jahre nach Niemegk in das Haus von Gerdas Großvater. 1958 ließen sie das alte Gebäude abreißen und ein neues Wohnhaus bauen. Noch heute arbeitet Paul gerne im Garten und bewirtschaftet ein kleines Ackerfeld, wo er auch Kartoffeln anbaut und erntet.

Für den Eigenbedarf hält das Paar außerdem ein paar Hühner und Kaninchen – über den flauschigen Nachwuchs freuen sich vor allem die sechs Urenkel, wie Paul Schultheiß berichtet.

Wenn das Wetter mitspielt, macht Paul Schultheiß auch gerne noch kleine Fahrradtouren durch den Fläming. Seine Frau kann er dazu seit einiger Zeit leider nicht mehr mitnehmen – ihre Sehkraft hat mit den Jahren nachgelassen. Deshalb könne sie auch Handarbeiten wie beispielsweise stricken nicht mehr ausführen, sagt Gerda Schultheiß. „Aber manchmal versucht sie es ja doch“, erzählt Paul und lacht. „Dann geht es eben nach Gefühl.“

„Trotz aller Widrigkeiten sind wir zufrieden, dass wir beide noch zusammen sein dürfen“, sagt das Paar. Gegenseitig unterstützen sie sich im Alltag und können sich dabei stets aufeinander verlassen. „Die Achtung gegenüber dem anderen ist uns nie verloren gegangen.“ Den 65. Hochzeitstag feiert das Paar am Samstag in Rädigke im Kreis der Familie – auch diesmal als doppeltes Fest, zusammen mit Gerdas 84. Geburtstag.

Von Josephine Mühln

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