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Potsdam-Mittelmark Ein Elch macht sich an eine Kuhherde ran
Lokales Potsdam-Mittelmark Ein Elch macht sich an eine Kuhherde ran
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10:56 28.02.2018
Seit Montagvormittag hielt sich der Elch auf einer Kuhweide bei Schlalach auf. Quelle: Victoria Barnack
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Schlalach

Der Elch fühlt sich im Hohen Fläming offenbar pudelwohl. Nachdem das Tier in den vergangenen Tagen erst an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, dann nahe Niemegk und bei Grabow gesichtet wurde, sorgte es am Dienstag in Schlalach für Unruhe.

Weil sich der Elchbulle seit Montagmorgen auf dem Gelände einer Kuhherde aufhielt, rief der ansässige Landwirt den Kreis Potsdam-Mittelmark zur Hilfe. Er fürchtete, dass der Elch seinen Zaun beschädigen und seine Mutterkühe samt Kälber ausbrechen könnten.

Ein Elchbulle sorgt im Kreis für Potsdam-Mittelmark für Aufregung. Das Tier hat sich einen Tag in einer Kuhherde aufgehalten. Dem Tier konnte ein Sender angelegt werden.

Ein halbes Dutzend Mitarbeiter des Veterinärwesens und der unteren Jagdbehörde des Kreises machten sich auf den Weg in das 200-Einwohner-Dorf bei Treuenbrietzen. Obwohl sich der Elch harmlos verhielt, waren mehrere Einfang-Versuche nötig. Beim ersten Mal spazierte das Tier einfach wieder aus dem Pferdeanhänger heraus und mischte sich erneut unter die mehr als 30 Schlalacher Kühe.

Mit GPS-Sender um den Hals zurück in den Wald

Über zwei Stunden dauerte die Einfang-Aktion, die schließlich doch von Erfolg gekrönt war: Der Tierarzt konnte den Elch narkotisieren. In einem entfernten Waldstück wurde er ausgesetzt. Ob er sich wieder zu seinen offenbar lieb gewonnenen Kühen in Schlalach gesellt oder in andere Orte weiterzieht, weiß derweil niemand. Auch im Nachbarkreis Teltow-Fläming hatte sich der Elch oder ein Artgenosse bereits blicken lassen.

Inzwischen ist er jedoch unschwer zu erkennen. Seit Dienstagmittag trägt er ein leuchtend gelbes Halsband. Wissenschaftler der Eberswalder „Hochschule für nachhaltige Entwicklung“ befestigten den GPS-Sender. So können die Forscher von nun an nachvollziehen, wie weit und wohin der Fläming-Elch wandert.

Stress für den Landwirt und seine Kühe

Einen gefährlichen Eindruck machte das mehr als mannshohe und über 300 Kilogramm schwere Tier nicht. Das berichtet der Landwirt, der mit den Trubel nichts mehr am Hut haben will und deshalb nicht namentlich genannt werden möchte.

Auch wenn das Tier sich ruhig verhielt und sich zwischen den Kühen anscheinend wohl fühlte: Für den Bauern bedeutete die Aktion am Dienstag Stress pur. Er konnte mehrere Stunden lang seine Nutztiere nicht versorgen und sich auch nicht um die frisch geborenen Kälber auf der Weide kümmern.

Hinzu kamen zahlreiche Schaulustige, die aus den umliegenden Orten anreisten, um einmal im Leben einen Elch mit eigenen Augen zu sehen. Sogar von Gästen aus Wittenberg berichtet der Landwirt.

„Meine Weide ist seit Montag zu einer Art Wallfahrtsort geworden“

Über die sozialen Netzwerke im Internet hatte ein Jäger die Anwesenheit des Elches in der Gemarkung Nichel verbreitet und damit Schaulustige angelockt. „Meine Weide ist seit Montag zu einer Art Wallfahrtsort geworden“, sagt der Landwirt. Er hofft, dass nun wieder Ruhe einkehrt in Schlalach.

Mit seinem Anruf beim Landkreis hatte er am Dienstagmorgen alles richtig gemacht. Das bestätigt Torsten Fritz, der nicht nur Wolfsbeauftragter in Potsdam-Mittelmark ist, sondern auch als Mitarbeiter der unteren Jagdbehörde vor Ort war. „Elchsichtungen sollten immer bei uns oder dem Landesumweltamt gemeldet werden“, erklärt der Fachmann, „am besten mit Foto und einer Nennung der Stelle, wo der Elch gesehen wurde.“ Beim Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde können Elchbeobachtung mittlerweile sogar online gemeldet werden.

Von Victoria Barnack

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