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Potsdam-Mittelmark Eltern-Petition für staatliche Gesamtschule
Lokales Potsdam-Mittelmark Eltern-Petition für staatliche Gesamtschule
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12:51 20.07.2016
Dort, wo es noch grün ist an der Potsdamer Straße, schräg gegenüber vom Oberstufenzentrum, könnte die geforderte Gesamtschule stehen. Quelle: C. Krause
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Teltow

Mit einer Online-Petition erhöhen Elternsprecher den Druck auf die Politik, in der Boomregion Teltow,Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS) eine zusätzliche staatliche Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe zu eröffnen. An die 900 Menschen hätten bislang die Petition unterschrieben, sagte Toralf Reichenbach, Elternsprecher der Kleinmachnower Eigenherd-Grundschule und Sprecher der Initiative für eine zweite staatliche Gesamtschule in TKS, am Montagabend in Kleinmachnow. Dort berieten sich zehn Elternsprecher aus TKS-Schulen mit Reichenbach.

Wie berichtet, will der Landkreis nicht selbst eine Schule öffnen, sondern die Gründung einer Gesamtschule auf dem evangelischen Hoffbauer-Bildungscampus in Kleinmachnow unterstützen – mit einer Anschubfinanzierung bevor die Landeszuschüsse nach zwei Jahren fließen. Statt 25 Millionen für eine neue Schulen müssten nur 1,3 Millionen gezahlt werden. Die Eltern kritisieren, dass sich der Landkreis „so seiner Verantwortung entziehen würde“, den Bedarf der ständig wachsenden Schülerzahl in der Region „durch eine öffentliche Gesamtschule zu decken“. Seit Jahren reichen die Plätze auf den weiterführenden Schulen in TKS nicht. Kinder müssen in weit entfernte Regionen ausweichen. Als Gesamtschule mit Abi-Möglichkeit und Fachoberschulreife steht nur die Maxim-Gorki-Gesamtschule in Kleinmachnow bereit. Dort müssen jeweils etliche Bewerber abgelehnt werden, aktuell sollen es an die 60 sein, hieß es am Montag. Und auch Potsdam stöhnt, weil gut 2000 Schüler (ein Drittel aus TKS) aus dem Umland die knappen Plätze dort belegen.

Die Initiative um Reichenbach beruft sich darauf, dass eine regionale Befragung vor einem Jahr ergeben hatte, dass „die Eltern mehrheitlich eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe wünschen“. Und nun soll diese nicht gebaut werden. Die Eltern bekräftigten, dass es nicht um ein „gegen die Hoffbauer-Stiftung“ gehe, sondern „für eine zusätzliche staatliche Schule“, denn eine Privatschule könne nur eine Ergänzung, aber kein Ersatz als „Schule für alle“ sein – ohne monatliches Schulgeld.

Toralf Reichenbach ist Sprecher der Elterninitiative für eine zweite staatliche Gesamtschule in der TKS-Region. Quelle: C. Krause

Inzwischen unterstützen auch Politiker verschiedener Fraktionen aus den TKS-Gemeinden die Petition, weil sie „die Forderungen für gerechtfertigt“ halten und die „wünschenswerte Realisierbarkeit nur bei gemeinsamen Anstrengungen aller Verantwortlichen in der Region TKS“ sehen, wie es Peter Weis, Kreistagsmitglied Listenvereinigung BiK-BiT und Mitglied der Fraktion FDP/BiK-BiT im Kreistag Potsdam-Mittelmark, formulierte. Auch Andrea Schwarzkopf, stellvertretende Fraktionsvorsitzende von den Bündnisgrünen Kleinmachnow „unterstützt gern“ das Anliegen der Elterninitiative. Und der Stahnsdorfer Bildungsausschuss schlug jetzt vor, diese Problematik in einer gemeinsamen Sitzung aller Sozialausschüsse in TKS zu diskutieren. „Wir sehen die kommende Sitzung des Regionalausschusses als hinreichende Möglichkeit, unser Anliegen in die anderen Kommunen zu tragen, um mit Unterstützung aller Gemeindevertreter und Stadtverordneten unserer Region ein Signal zu geben und gemeinsam mit einem zu gründenden ’Runden Tisch Gesamtschule in der Region’ Prioritäten zu setzen“, heißt es in einer von der Ausschussvorsitzenden Regina Schwarz verbreiteten Erklärung. Der Regionalausschuss tagt wieder am 12. September um 18 Uhr im Bürgerhaus Teltow. Am 11. September endet die Möglichkeit, die Petition zu unterstützen.

In die öffentliche Diskussion kam das Thema, nachdem Landrat Wolfgang Blasig (SPD) im April in einer Strategietagung der Fraktionen mitgeteilt hatte, dass die Mühlendorf-Oberschule in Teltow eigenständig bleibt. Sie soll in die 2018 freiwerdende Bürgel-Schule ziehen, damit eine Grundschule nachziehen kann. Das haben nun die Teltower Stadtverordneten mit dem Nachtragshaushalt beschlossen. Auch dort wurde das Umschwenken der Verwaltung kritisiert, denn ursprünglich sollte schräg gegenüber dem Oberstufenzentrum Teltow an der Potsdamer Straße (Kreisverkehr) die Oberschule einen Neubau bekommen. Kreisplanungen gingen dort von einem Aufgehen der Oberschule in einer wachsenden Gesamtschule mit mindestens fünf Zügen aus. Laut Teltower Verwaltung bleibt aber „die Fläche frei für einen eventuellen Schulstandort“. Dann hat die Hoffbauerstiftung ihr Angebot dem Kreis gemacht.

Hier auf ihrem Bildungscampus in Kleinmachnow will die Hoffbauerstiftung eine Gesamtschule öffnen. Quelle: Privat

Der Landrat wehrt sich nun gegen „Halbwahrheiten“ und „Angstparolen“. Anmeldungen für eine Gesamtschule mit Abi-Möglichkeit hätten nur für ein- bis anderthalbzügig gereicht, sagte er. Dafür mache er keine neue Schule auf; es müssten mindestens vier Züge sein. Außerdem gebe es Familien, die das Schulgeld in der Hoffbauer-Schule bezahlen können. „27 Euro im Monat sind machbar“, so Blasig zur MAZ.

Wie weiter?

Die Elterninitiative wendet sich jetzt an die Politiker der Region. Heute nutzt sie die Fragestunde in der Gemeindevertretersitzung in Kleinmachnow.

Am 6. September will sie ihre Forderungen in die mit Vertretern aller Fraktionen besetzten Bildungswerkstatt des Kreistages einbringen.

Die Petition könnte am 29. September in der nächsten Kreistagssitzung in Bad Belzig übergeben werden.

Da ein neuer Landrat aber am 25. September gewählt wird, wollen sich die Eltern vorher an alle Kandidaten wenden.

Die Petition läuft bis 11. September, 24 Uhr, unter https://umfrage.hisolutions.com/survey/867165/lang-de

Info: petition_gesamtschule@petition-gs-tks.eu

Von Claudia Krause

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