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Potsdam-Mittelmark Eltern vermissen Absturzsicherung
Lokales Potsdam-Mittelmark Eltern vermissen Absturzsicherung
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02:18 02.08.2015
Für manchen Bürger ist die Promenade nicht genug abgesichert. Quelle: Greiner
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Werder

Die gerade fertiggestellte, gut einen Kilometer lange Hafenpromanade in Werders Havelauen lädt zum Bummeln ein, wurde wie die neue Brücke über den Kanal in der Gartenstadt auch schon gefeiert. Doch während die einen die freie Sicht und den unverbauten Weg begrüßen, vermissen Familien mit Kindern eine ausreichende Absturzsicherung. Steffen Lehmann, der seit vielen Jahren Bauvorhaben in den Havelauen betreut, verweist auf Nachfrage der MAZ, auf die Baugenehmigung für die Promenade. Sie wurde von der Havelauen Projektentwicklungsgesellschaft (HPG) entlang des Stichkanals annähernd 1,80 Meter über den Wasserspiegel gebaut. Laut Lehmann werden in den nächsten Tagen die zehn Ausstiegsleitern bis zur Oberkante der Promenade verlängert, darüber hinaus seien entlang der Promenade fünf Rettungsringe installiert.

„Trotz Fertigstellung ist die Promenade aber noch nicht an die Stadt übergeben“, sagt Vizebürgermeister Christian Große (CDU) der MAZ. Die Kommune sei gerade dabei, im Vorfeld notwendige Sicherheitsanforderungen und entsprechende Versicherungsfragen abschließend zu klären. Bürger hatten auch im Maerker-Portal der Stadt auf die Notwendigkeit einer Absturzsicherung an der Kaimauer und am Hafenbalkon aufmerksam gemacht. Die Notwendigkeit einer Absturzsicherung an diesem Vorhaben sei bereits in der Planungsphase mit der HPG als Investor und der Stadt sehr sorgfältig diskutiert und geprüft worden, hießt es in der Antwort der Stadt. Im Ergebnis des Abwägung wurde laut Stadt auf die Einrichtung eines entsprechenden Geländers verzichtet. Zur Begründung verweist die Stadt auf die Brandenburgischen Bauordnung. Danach sind begehbare Flächen in, an und auf baulichen Anlagen bei einer Absturzhöhe von mehr als einem Meter zwar zu umwehren. Doch gilt dies nicht, „wenn die Umwehrung dem Zweck der Flächen widerspricht“. Nach Auskunft der Stadt ist geplant, die auf der Westseite bereits vorhandenen Steganlagen über die gesamte Länge der Hafenpromenade zu erweitern. Über die Kaimauer sollen Zugänge zu den Steganlagen entstehen, die Ver- und Entsorgung der Boote gesichert werden. Die Montage eines festen Geländers würde der Funktion der Anlage entgegenstehen oder diese stark einschränken.

Das Bauvorhaben wurde nach Angaben der Stadt mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises Potsdam-Mittelmark besprochen, um Menschen mit körperlichen Einschränkungen den Besuch der Hafenpromenade zu erleichtern. Als Begrenzung der Hafenpromenade zur Kaimauer ist ein etwa 30 Zentimeter breiter, taktiler Streifen aus Kleinsteinpflaster in die Oberfläche eingelegt worden, damit dieser Bereich auch von sehbehinderten Menschen gut ertastet werden kann. Nicht zuletzt sei die Entscheidung gegen ein Geländer auch mit Hinblick auf die guten Erfahrungen bei gleichartigen Bauten getroffen worden. Beispielgebend hierfür betrachtet die Stadt das Areal der Schiffbauergasse Potsdam oder die Hafenanlage Waren an der Müritz.

Nach Unglücksfällen haben sich Städte an Rhein und Ruhr für eine Absicherung an Kaimauern entschieden. So war 2001 ein 66-jähriger Krefelder von der Kaimauer am Rheinufer gestürzt und hatte sich dabei tödliche Kopfverletzungen zugezogen. Nach dem Unfall entbrannte schnell eine Diskussion über weitere Sicherheitsmaßnahmen. Die Stadt Krefeld errichtete einen Zaun, der aber unter Anwohnern und Gästen nicht unumstritten war.

Von Regine Greiner

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