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Eltern wollen um eine weitere Klasse kämpfen

Schüler am Gymnasium Treuenbrietzen abgelehnt Eltern wollen um eine weitere Klasse kämpfen

Eltern und Schüler aus Treuenbrietzen und Umgebung haben einen offenen Brief an Schulamt und Bildungsminister geschrieben – sie fordern die Zulassung einer dritten 7.Klasse. Das verwehrt ihnen das Schulamt bislang, stattdessen wurden Schüler abgelehnt. Nach einem jahrelangen Kampf mit viel zu wenig Schulanmeldungen, ist das nun wie ein Schlag ins Gesicht.

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Elternvertreter, Eltern und Schüler haben sich über ihren Ärger zur versagten Dreizügigkeit der angehenden siebten Klassen ausgetauscht.

Quelle: Christin Iffert

Treuenbrietzen. Das Gymnasium „Am Burgwall“ startet mit 58 Jungen und Mädchen in zwei siebenten Klassen ins nächste Schuljahr. Ein halbes Dutzend Sechstklässler, das ebenfalls die weiterführende Schule in der Sabinchenstadt angestrebt hat, muss laut Schulamt in andere Bildungseinrichtungen, wahlweise Oberschulen oder das Sally-Bein-Gymnasium Beelitz ausweichen. Die Eltern der Betroffenen sind verärgert. Sie haben einen offenen Brief an die Behörde und Bildungsminister Günter Baaske (SPD) geschrieben. Sie fordern eine dritte 7.Klasse vor Ort.

„Es ist schlicht eine Katastrophe“

Nach jahrelangem Zittern um den Erhalt des Gymnasiums Treuenbrietzen haben sich zum Schuljahr 2017/2018 erstmals wieder so viele Schüler beworben, dass die Vorgaben des Schulamtes nicht nur erfüllt, sondern übertroffen wurden. 44 Schüler hätte es eigentlich nur gebraucht, um wie zuletzt zweizügig zu starten. Was anfangs Grund zum Jubeln schien, ist inzwischen in Frust umgeschlagen. „Es ist schlicht eine Katastrophe, was sich das Schulamt in diesem Jahr geleistet hat. Es hat offenbar nicht die Notwendigkeit gesehen, einen Antrag für die Dreizügigkeit zu stellen“, erklärt Grundschulelternsprecherin Diana Specht. Sie glaubt, das Amt hätte den Schulstandort bereits abgeschrieben gehabt. „Wir in Treuenbrietzen sind nicht einfach. Vielleicht möchte man uns das so zurückgeben“, ergänzt der Elternsprecher des Gymnasiums, André Biebow.

Die Kinder müssen nun ausweichen, obwohl man den Familien, wie sie sagen, zuvor mündlich mitgeteilt hatte, dass Schüler mit entsprechender Eignung in Treuenbrietzen nicht abgelehnt würden. „Obwohl wir sonst kein Auswahlverfahren hatten, musste in diesem Jahr eine Rangliste erstellt werden“, bestätigt der stellvertretende Schulamtsleiter Frank Quella.

Eine Stunde Schulweg ist eine „zumutbare Entfernung“

Die Eltern der abgelehnten Schüler sind vorsichtig mit ihren Äußerungen, weil Widerspruchsverfahren laufen. Sie wollen ihren Namen in der Zeitung lieber nicht lesen. „Wir dürfen bloß nicht den Mut verlieren“, sagt eine Mutter. Ihr Sohn soll künftig die Brücker Oberschule besuchen. Dabei könnte er eigentlich zu Fuß zur Schule gehen. Solange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, wolle sie die Ablehnung nicht hinnehmen. „Ich bin fest überzeugt, dass eine dritte Klasse eröffnet wird.“ Dann müssten die Kinder nicht mit Fahrwegen bis zu einer Stunde rechnen. Alle Wege zu Schulstandorten, die mittels öffentlicher Verkehrsmittel unter einer Stunde zu erreichen sind, sind jedoch laut Schulamt „in zumutbarer Entfernung.“

Auch die nun gewählte Zahl der Schüler in den beiden zu bildenenden Klassen stößt auf Kritik. „So kann nicht auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kinder eingegangen werden“, schreiben die Eltern in ihrem offenen Brief. Finanzielle Aspekte sollten in den Hintergrund, optimale Lernbedingungen in den Vordergrund gerückt werden, finden sie. Mehr als 80 Eltern haben unterzeichnet.

Wurde Treuenbrietzen gegenüber Beelitz benachteiligt?

Angesichts der langfristig geplanten Umwandlung von Gymnasium in Gesamtschule wäre ein Start mit drei Zügen und allen Bewerbern laut Elternvertreter sinnvoll. „So hätte man vorausschauend auch eine bessere Basis für das Leistungskursangebot in der Abiturstufe gehabt“, sagt Diana Specht.

Benachteiligt sehen sich die betroffenen Eltern hinsichtlich des Standorts Beelitz. Dort starten 66 Schüler in drei Klassen, davon sind zwei zugewiesen worden. 64 Anmeldungen hat es laut Schulamt an beiden Standorten gegeben. Demnach gab es an beiden Gymnasien die gleichen Voraussetzungen.

Widersprüche in Sachen Schulentwicklungsplan

„Wir wollen gleiches Recht für alle“, fordert André Biebow. Warum also nicht an beiden Schulen mit drei Klassen starten? „Wunsch und Wirklichkeit liegen wie so oft im wahren Leben häufig weit auseinander“, sagt Frank Quella. Die beschlossene Schulentwicklungsplanung sehe eine Dreizügigkeit in Beelitz und eine Zweizügigkeit in Treuenbrietzen vor. Die Gleichbehandlung aller Schulen setze genau in der Umsetzung der Planung an. Man könne nicht unendlich viele Klassen bilden und müsse mit den Lehrer-Stellen sorgsam umgehen. Dem widerspricht der Elternsprecher des Treuenbrietzener Gymnasiums. „Laut veröffentlichtem Schulentwicklungsplan werden beide Gymnasien als zweizügig angegeben“, hat André Biebow für sich recherchiert.

Seitens des staatlichen Schulamtes ist allerdings klar: „Es wird nicht noch eine dritte 7.Klasse in Treuenbrietzen geben.“ Damit werden sich aber weder die Eltern noch die Vertreter zufrieden geben. „Wir werden dafür kämpfen“, erklärt Biebow.

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Von Christin Iffert

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