Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
„Elterntaxi“ soll in der Garage bleiben

Teltower Schüler planen autofreie Woche „Elterntaxi“ soll in der Garage bleiben

Schluss mit den Autos vor der Schule – an der Teltower Anne-Frank-Grundschule sorgt ein Projekt seit fünf Jahren dafür, dass Gefahren erkannt und bekämpft werden. Mit dem „Schulexpress“ soll der Autoverkehr vor der Schule eingedämmt werden. Doch das funktioniert nur, wenn Eltern und Schüler mitspielen.

Teltow 52.3975008 13.2752586
Google Map of 52.3975008,13.2752586
Teltow Mehr Infos
Nächster Artikel
Fest der Vereine steigt am Sonnabend

Das Projektteam „Schulexpress“ (v.l.): Louisa (11), Jonas (12), Jeremy (12), Rektorin Katrin Kliche, Johannes (10), Jonas (11) Charlotte (11), Kira (11) und Schulsozialarbeiterin Mirjam Winkler. In den Sitzungen wird entschieden, wann und wie die autofreie Woche stattfinden wird.

Quelle: Stich

Teltow. In einer Woche haben die Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Grundschule zwölf Bäumen das Leben gerettet. Das war im vergangenen Jahr – und diesen Erfolg will das Projektteam in diesem Sommer übertreffen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, in der Woche vom 12. bis 16. Juni soll es soweit sein – dann erreicht das Projekt „Schulexpress“ mit einer explizit autofreien Woche seinen Höhepunkt.

„Wir wollen das Elterntaxi überflüssig machen“, erläutert Jonas (11) vom Projektteam das Ziel der Übung. Und mit der Vermeidung von Autoverkehr, der Reduzierung schädlicher Abgase und des Benzinverbrauchs werden eben Bäume gerettet – so einfach ist das. Doch hinter der Aktion „Schulexpress“ steckt viel mehr. Seit 2012 ist das Projekt an der Anne-Frank-Grundschule verankert. „Wir sind die einzige Schule, die aus eigener Kraft ein Zeichen gegen die Gefahren des Autoverkehrs setzt“, sagt Rektorin Katrin Kliche.

Die Grundidee ist einfach: Gemeinsam mit dem Schulförderverein, der Stadt und Experten der Polizei haben Schüler und Lehrer zwölf „Haltestellen“ festgelegt, die jeweils rund 600 Meter von der Schule in der John-Scheer-Straße entfernt liegen. Im Idealfall werden die Schüler dort von ihren Eltern abgesetzt. In Gruppen machen sie sich dann auf den Weg zur Schule. Auf die Gehsteige gesprühte Fußabdrücke zeigen an, wo die Kinder entlanglaufen sollen.

Der „Schulexpress“

Das Projekt „Schulexpress“ gibt es an der Anne-Frank-Grundschule seit fünf Jahren.

Es gibt einen „Haltestellenplan“ mit zwölf Stationen, die jeweils rund 600 Meter von der Schule entfernt sind. Dort sollen die Kinder von den Eltern abgesetzt werden. Dann gehen sie gemeinsam zur Schule.

In Brandenburg ist die Teltower „Anne Frank“ die einzige Schule, die sich an der bundesweiten Aktion beteiligt. Schüler und Lehrer gemeinsam organisieren die details.

„Es gibt dabei vielfältige Effekte“, sagt Rektorin Kliche. „Die Kinder bekommen Bewegung und tanken Sauerstoff vor und nach der Schule.“ Außerdem fördere die Eigenständigkeit auf dem Schulweg das Selbstbewusstsein der Schüler und gebe praktische Erfahrungen im Umgang mit dem Verkehr. „Es ist auch gut für den Zusammenhalt unter den Kindern“, so Kliche. „Sie können sich auf dem Weg über alle möglichen Dinge bereits austauschen.“

Einen ernsten Hintergrund hat „Schulexpress“ aber auch. Als die morgendlichen „Elterntaxis“ die Straße vor der Schule blockierten und ständig gefährliche Situationen heraufbeschworen wurden, zog die Schule vor fünf Jahren die Reißleine. „Das ist hier ein Wohngebiet, das zu DDR-Zeiten entstanden ist. Die Straßen sind eng und waren nicht für so viele Autos konzipiert. Außerdem gibt es keine Fahrradwege, so dass sich die Fußgänger, Radler und Autos in die Quere kommen“, so die Rektorin. Die Reduktion des Verkehrs vor der Schule sei also eine Frage der Sicherheit.

Das Projekt soll auch Spaß machen und ein Ansporn sein. „Jeder Schüler, der in der autofreien Woche das Elterntaxi vermeidet, bekommt für seine Klasse einen Punkt“, erläutert das Projektteam, zu dem sich sieben Schüler zusammengefunden haben. Im vergangenen Jahr seien in der autofreien Woche 91 Prozent der 600 Schüler zu Fuß oder mit dem Rad gekommen. Allen ist klar: „Wir wollen in diesem Jahr mindestens 92 Prozent schaffen.“

Jetzt kommt es erst einmal darauf an, die Woche vorzubereiten: Die Nachrichtentexte für den Schulfunk müssen geschrieben, die Homepage der Schule bestückt und die Füße auf die Wege gesprayt werden. Ältere Schüler müssen gefunden werden, die die Jüngeren auf ihrem ersten „Schulexpress“-Weg begleiten. Und es muss entschieden werden, welchen Preis diejenige Klasse erhält, die am meisten Punkte in der autofreien Woche sammelt. „Eine verlängerte Pause“, lautet ein kühner Vorschlag. Oder eine extra Abteilung bei den rar gesäten Fahrradständern. Wie auch immer – die Spannung an der Anne-Frank-Grundschule steigt, der „Schulexpress“ hat mächtig Fahrt aufgenommen.

Von Jürgen Stich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg