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Emil Cimiotti stellt in Galerie am Klostersee aus

Lehnin Emil Cimiotti stellt in Galerie am Klostersee aus

Neue Ausstellung in der Lehniner Galerie am Klostersee: Bronzeskulpturen und farbige Papierreliefs von Emil Cimiotti sorgten bei der Eröffnung für einen regelrechten Besucheransturm. Kunstinteressierte aus der ganzen Region kamen zur Vernissage. Der Künstler hat einige Überraschungen in der Schau parat.

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Christa Lichtenstern (l.) bei der Eröffnung der neuen Ausstellung in der Galerie am Lehniner Klostersee.

Quelle: Fotos Christine Lummert

Lehnin. Zur letzten Ausstellungseröffnung des Jahres konnte Eckhart Haisch in der Galerie am Lehniner Klostersee dutzende Kunstinteressierter begrüßen. Bronzeskulpturen und farbige Papierreliefs von Emil Cimiotti sorgten für die große Anziehungskraft bei den Besuchern.

Emil Cimiotti, geboren 1927 in Göttingen, ist immer noch täglich in seinem Atelier in Hedwigsburg bei Wolfenbüttel aktiv. Nach einer Steinmetzlehre hat der Künstler von 1949 bis 1954 an der Kunstakademie in Stuttgart studiert. Prägend waren für seine Entwicklung und sein Werk besonders die Zeit der Zerstörung und des Umbruchs während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Zugleich gab die neue Freiheit nach den Schrecken des Nationalsozialismus wieder den Weg für Cimiotti frei, sich im europäischen Ausland und besonders in Paris Inspirationen in den Ateliers anderer Künstler zu holen.

Die Berliner Kunsthistorikerin Christa Lichtenstern gab zur Vernissage mit ihren Ausführungen zum Werk des Künstlers einen kleinen Einblick in ihre Werkstattbesuche bei Cimiotti und unterstützte so die Ausstellung, die innerhalb weniger Wochen zustande gekommen ist.

„Es ist eine besondere Freude, einige Werke von Emil Cimiotti wieder in der Galerie am Klostersee zu zeigen, denn der Künstler hat uns schon seit den Anfangsjahren begleitet“, sagte Eckhart Haisch.

Als das Institut für Kunst und Handwerk im Jahr 1991 aus der Taufe gehoben wurde, war noch nicht daran zu denken, dass sich der Platz am Lehniner Klostersee einmal von einem stillgelegten Sägewerk zu einem festen Ort für Kunst und Kultur entwickeln würde. „Zwischen Holzstapeln und Schutt standen damals die ersten Skulpturen und 1993 konnten wir Cimiotti, neben anderen großen Künstlern, dafür gewinnen, einige seiner Werke hier zu zeigen“, erinnerte sich Eckhart Haisch an die damalige Zeit zurück. Im Jahr 2009 folgte die erste Einzelausstellung Cimiottis, bei welcher der Fokus noch auf dem plastischen Schaffen lag.

Jetzt sind wieder fünf kleine Bronzeskulpturen in der Galerie am Klostersee zu sehen. Doch die Werke teilen sich den Fokus mit den Papierreliefs, denen sich Cimiotti auch aus Altersgründen zugewandt hat. Die Plastiken in Bronze sind im Wachsausschmelzguss entstanden und der Aufwand und die Anstrengungen dieser Arbeit sind im Alter von fast 90 Jahren nur schwer zu bewältigen.

Die Eindrücke, die sich dem Betrachter der Bronzeskulpturen eröffnen, lassen sich aber auch in der Arbeit an den Papierreliefs wiedererkennen. „Die Gleichzeitigkeit des Festen und des Offenen, des Bewegten und des Verharrenden prägen Cimiottis Skulpturen“, erklärte die Kunsthistorikerin Christa Lichtenstern.

Die Arbeit an den Oberflächenstrukturen setzt sich nun in den Papierreliefs fort. Gefaltet, geknüllt, zerrissen und mit monochromen Farben hervorgehoben, entstehen gedankliche Landschaften mit Höhen und Tiefen, die entdeckt werden wollen.

Von Christine Lummert

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