Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Ende einer Eisenbahngeschichte
Lokales Potsdam-Mittelmark Ende einer Eisenbahngeschichte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:33 14.06.2015
Am 9. Juni 1979 befuhr anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Strecke die schnellste betriebsfähige Dampflok der Welt, 18201, den Abschnitt Wiesenburg – Güterglück. Hier beim Halt in Nedlitz. Quelle: Sammlung J. Krebs
Anzeige
Wiesenburg

verlieren die Flächen ihr Sonderrecht, was für den Eisenbahnverkehr reserviert war“, erklärt Hartmut König. Statt dessen habe die Kommune in Zukunft die Planungshoheit. Nicht nur, weil es vor Ort keine Bestrebungen diesbezüglich gibt, bricht der Vizebürgermeister nicht in Jubel aus. Für die Infrastruktur ist es seinen Ausführungen zufolge eine durchaus weitreichende Entscheidung.

Zwar sind schon seit Langem keine Züge mehr über den betreffenden 40 Kilometer langen Schienenweg gerollt. Zuletzt ist die Trasse gar an ein Unternehmen verkauft worden, das dem Vernehmen nach die Anlagen lediglich zur Schrottgewinnung nutzen will. Doch mit der jetzt vollzogenen formellen Entlassung aus dem Sonderrecht ist quasi das Ende einer der ältesten und bedeutendsten Bahnverbindungen besiegelt. Sie könnte nur noch als Neubau auf den Weg gebracht werden, erklärt der Chef der örtlichen Bauverwaltung.

Im Volksmund wird sie Kanonenbahn genannt. Es ist die etwa 805 Kilometer lange Strecke zwischen Berlin und Metz über Güsten, Wetzlar, Koblenz und Trier. Sie hatte wie es der Ruf erahnen lässt vor allem militärische Bedeutung. Die preußische Staatsregierung hatte 1872/73 beschlossen, Gelder aus den französischen Reparationszahlungen zur Verfügung zu stellen und die Ermächtigung zu Schuldverschreibungen gefasst.

Info

www.kanonenbahn.de

Ab 1875 wurde gebaut und am 15. Mai 1879 wurde der Personenverkehr aufgenommen mit Haltepunkten in Drewitz, Michendorf, Beelitz, Brück, Belzig, Wiesenburg, Nedlitz, Lindau, Güterglück, Barby, Calbe, Neu Gattersleben und Güsten. Erst später ist der Abzweig hinter dem Bahnhof Wiesenburg gebaut worden, auf dem heute der Regionalexpress 7 nach Dessau verkehrt. Schon seit mehr als zehn Jahren herrscht hingegen Ruhe auf dem Gleis gen Güterglück und Güsten.

Für die Deutsche Bahn hat der Abschnitt zwischen Fläming und Elbe keine strategische Bedeutung mehr – weder im Personenverkehr als Umleitungsstrecke zwischen Magdeburg und Berlin, noch im Güterverkehr. Eine Umfrage bei deutschen Transporteuren vor der Ausschreibung habe ergeben, dass es kein Potenzial gebe, hieß es schon vor zehn Jahren bei der Deutschen Bahn-AG.

Jürgen Krebs aus Barby ist anderer Ansicht. Der Verkehrsingenieur bezeichnet die Trasse „international betrachtet als eine der wichtigsten Umleitungs- und Reservestrecken im mitteldeutschen Verkehrsraum“. Er verweist auf die Nutzung in den 90er-Jahren für den ICE-Verkehr, ehe die Strecken im Norden hergerichtet waren. Seine Hoffnung auf Rettung der Kanonenbahn scheint sich nicht zu erfüllen.

Von René Gaffron

Polizei 30-Jährige muss wegen Panne aussteigen und wird von Auto erfasst - Frau stirbt bei tragischem Unfall auf A2

Eine 30-jährige Frau ist bei einem tragischen Verkehrsunfall auf der A2 bei Wollin (Potsdam-Mittelmark) in der Nacht zu Donnerstag ums Leben gekommen. Die Niederländerin hatte wegen einer Panne angehalten, ist dann aus ihrem Auto ausgestiegen und dabei von einem Auto erfasst worden. 

11.06.2015
Potsdam Stimmungsumschwung bei der Potsdamer Stadtpolitik - Klares Votum gegen Belziger Geburtshilfe

Der Potsdamer Hauptausschuss hat am Mittwochabend mit klarer Mehrheit gegen einen weiteren Antrag zur Rettung der Geburtshilfestation in Bad Belzig gestimmt. Die dortige Klinik ist ein Tochterunternehmen des Potsdamer Klinikums „Ernst von Bergmann“, das für die Station angesichts niedriger Geburtenzahlen keine Perspektive mehr sieht.

11.06.2015
Potsdam-Mittelmark Zukunft klärt sich erst nächste Woche endgültig - Weiter Zittern um Geburtshilfe Belzig

Die Zukunft der Entbindungsstation in Bad Belzig wird wohl erst nach dem 17. Juni geklärt. Das ist Mittwochabend bei einem Gespräch des Bürgerbündnisses, das sich für den Erhalt engagiert, deutlich geworden. Eigentlich sollte in der Konferenz zur Krankenhausplanung des Landes Brandenburg nächste Woche über den Kreißsaal entschieden werden.

13.06.2015
Anzeige