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Engagement für die Steppkes

Caputh Engagement für die Steppkes

Wo Kinder spielen, geht schnell etwas kaputt. So auch in der Caputher Kita. Was aber tun, wenn im Budget der Gemeinde kein neuer CD-Player vorgesehen ist? In Caputh hat man das Problem durch die Gründung eines Fördervereins gelöst. Heute engagieren sich 50 Mitglieder für die 200 Kinder. Sie haben schon wesentlich mehr erreicht als nur neue CD-Player.

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Sonnensegel, bunte Sitzbänke und eine Nestschaukel: die Investitionen in den Außenbereich gefallen nicht nur dem zweijährigen Arian.

Quelle: Victoria Barnack

Caputh. Jeden Tag im bunten Bällebad herumtoben ist der Traum vieler Kinder. Bis zu 1000 Euro muss man allein für eine Miniversion hinlegen. Dass die Erzieherinnen und Erzieher der Einrichtung in Caputh ihren über 200 Kindern diesen Wunsch erfüllen konnten, haben sie engagierten Eltern zu verdanken, die sich vor elf Jahren zum Förderverein Steppke e. V. zusammenschlossen.

Das Motiv für die Gründung liegt auf der Hand und ist bis heute aktuell. „Es fallen Dinge an, die im Budgetplan der Gemeinde nicht vorhanden sind“, sagt Doreen Borgwardt. Die Vorsitzende des Vereins meint das nicht als Vorwurf. Immerhin würden die Bedürfnisse schon im Kleinen anfangen, beispielsweise wenn ein CD-Player unerwartet kaputt ginge. „Über den Förderverein haben wir die Möglichkeit, diese Probleme unbürokratisch zu lösen“, sagt sie. Denn die Mitarbeiter der Kita, deren Träger die Gemeinde Schwielowsee ist, dürfen als Beamte im öffentlichen Dienst keine Spenden annehmen.

Spendensammlung bei Trödelmärkten und Festen im Ort

Das Konzept Sach-, Zeit- und Materialspenden über den Steppke e. V. zu sammeln, hat sich deshalb bewährt. 52 Mitglieder sind derzeit aktiv. Ein- und Austritte hielten sich seit mehreren Jahren die Waage, sagt Borgwardt. Auch einige Eltern, deren Kinder die Kita nicht mehr besuchen, sind noch dabei. „Nicht zu vergessen, die unzähligen Helfer bei Veranstaltungen“, fügt die stellvertretende Kita-Leiterin Sandra Schmidt an.

Denn das meiste Geld für die Anschaffung des Bällebads und der anderen Sport- und Spielgeräte für die Krippen- und Kitakinder sammeln sie auf Festen im Ort und bei ihren eigenen Trödelmärkten, bei denen auch Freunde der Einrichtung und Großeltern regelmäßig mitanpacken. Über 450 Euro kamen beispielsweise beim letzten Frühjahrströdelmarkt im April zusammen. Pro Jahr sind es mindestens 5000 Euro. „Meistens sogar mehr“, sagt Borgwardt.

Doreen Borgwardt leitet den Förderverein seit vier Jahren

Doreen Borgwardt leitet den Förderverein seit vier Jahren.

Quelle: Victoria Barnack

Was mit den Spenden geschieht, entscheidet allerdings nicht der Verein, sondern die Leitung der Kita in Caputh. „Dabei dürfen die Kinder mitbestimmen“, sagt Sandra Schmidt. Nicht nur beim Bällebad war das der Fall. Auch viele der Spielgeräte für den Außenbereich wie Schubkarren oder Dreiräder, eine Nestschaukel und der Minibolzplatz, der zuletzt gemeinsam mit der Gemeinde finanziert wurde, waren Wünsche der Kinder.

Schon am Freitag wird sich der Verein beim Sommerfest der Kita präsentieren und wieder Spenden sammeln. Denn an Ideen für neue Projekte mangelt es auch nach elf erfolgreichen Fördervereinsjahren nicht. Ein Stufenreck sei der nächste Wunsch, erzählt Sandra Schmidt. Ganz im Gegenteil zum Turnunterricht an den Schulen ist das Hangelgerät bei den Kitakindern extrem beliebt – immerhin müssen sie noch keine schwierigen Übungen vorturnen. „Schweinebaumeln ist für sie das Größte“, sagt Schmidt.

Gemeinsam mit der Gemeinde Schwielowsee hat der Steppke eV

Gemeinsam mit der Gemeinde Schwielowsee hat der Steppke e.V. im vergangenen Jahr einen Mini-Bolzplatz für die Kitakindern bauen lassen.

Quelle: Victoria Barnack

Der Förderverein selbst hat jedoch noch ein ganz anderes Anliegen, das die Mitglieder seit Längerem beschäftigt. „Unser Herzenswunsch ist ein Raum, in dem wir alle Utensilien unterbringen können“, sagt Doreen Borgwardt. In der Kita ist das aus brandschutztechnischen Gründen nicht möglich. Ein Pavillon, eine Bierzeltgarnitur, die Flagge mit dem Vereinslogo und viele andere Kleinigkeiten haben sich über die Jahre hinweg angesammelt und lagern derzeit an mindestens drei unterschiedlichen Standorten. Einen Raum anzumieten, ist finanziell nicht drin. „Schon 15 Quadratmeter würden uns reichen“, sagt die Vorsitzende, „vielleicht hat ja jemand in Caputh einen Raum für uns.“

Der Steppke e. V. ist nicht der einzige Förderverein für eine Kita in der Gemeinde. Auch in Ferch engagieren sich Eltern, dort unter dem Namen „Kleine Sterntaler“. Insgesamt gibt es drei Kindertagesstätten in Schwielowsee, die alle von der Gemeinde getragen werden. 400 Kinder werden insgesamt betreut. Durchschnittlich kommen 43 Kinder pro Einrichtung aus einer fremden Gemeinde, darunter Potsdam, Werder und Michendorf. Die Kitas sind somit gut ausgelastet. Erst in diesem Jahr kündigte die Verwaltung an, den Betreuungsschlüssel erhöhen zu wollen.

Der Förderverein Steppke e.V. informiert auf seiner Homepage regelmäßig über seine Aktivitäten.

Von Victoria Barnack

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