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Potsdam-Mittelmark Entsorgungsfläche soll sich mehr als verdoppeln
Lokales Potsdam-Mittelmark Entsorgungsfläche soll sich mehr als verdoppeln
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00:20 21.10.2017
Ein Luftbild von der Deetzer Bauschutt-Deponie, die direkt an der Havel liegt. Quelle: Meab
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Groß Kreutz (Havel)

Die Märkischen Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft Meab beantragt eine Erweiterung der Bauschutt-Deponie in Deetz um 4,7 Millionen Kubikmeter auf einer Erweiterungsfläche von knapp 15 Hektar. Diese Fläche liegt innerhalb der Deponie. Derzeit beträgt die Entsorgungsfläche elf Hektar. Geplant ist also mehr als eine Verdoppelung. Nach Angaben von Deponieleiter Burghard Süring würde die Aufnahmekapazität ohne Erweiterung „maximal zwei Jahre noch reichen“. Prognostiziert waren zehn bis zwölf Jahre. Durch den Bauboom der vergangenen Jahre erreicht eine höhere Abfallmenge als geplant die Deponie. Jährlich sollen nun durchschnittlich 200 000 Kubikmeter hinzukommen. Die neue Fläche soll kreisförmig um das bestehende Entsorgungsareal angelegt werden. „Der Innenbereich wird erweitert. Es geht um keinen Quadratmeter, der nach außen verlegt wird“, sagt Süring.

Das abfallrechtliche Plangenehmigungsverfahren für die Erweiterung läuft. Beteiligt dabei ist auch die Gemeinde Groß Kreutz (Havel) Die Gemeinde bindet ihr Einvernehmen nun an einen Ausbau der völlig maroden Landstraße 86, die zur Deponie führt. Diesen Beschluss mit nur einer Enthaltung erging am Dienstagabend im Groß Kreutzer Gemeinderat. Die L 86 wird in Spitzenzeiten von rund 150 Lastwagen täglich befahren.

Wenn sich zwei Autos auf der L 86 bei Deetz begegnen, wird es gefährlich eng auf der Holperpiste. Sie wird täglich von bis zu 150 Lastwagen befahren, die Bauschutt zur Deponie bringen. Quelle: Marion von Imhoff

„Die L 86 muss in einen der Zeit angemessenen Zustand versetzt und die Beeinträchtigungen für Anwohner durch den Deponie-Verkehr minimiert werden“, sagte Bürgermeister Reth Kalsow (CDU). Die Deponie genießen in der Bevölkerung breite Akzeptanz und die Notwendigkeit der Entsorgungssicherheit werde anerkannt, so Kalsow. „Die Versagung der Genehmigung fällt uns schwer“, sagte auch der Vorsitzende der Gemeindevertretersitzung, Franz Herbert Schäfer (CDU). Eine Kapazitätserhöhung der Deponie sei mit dem jetzigen Zustand der L 86 jedoch nicht möglich.

Die L 86 gehört zum Grünen Netz. In den nächsten fünf Jahren ist die Sanierung nicht geplant. So kam im Groß Kreutzer Gemeinderat auch die Forderung, die Landstraße müsse aus dieser Klassifizierung durch das Straßennetzkonzept des Landes Brandenburg herausgenommen werden. Petra Dribbisch vom Pressereferat des Infrastruktur-Ministeriums in Potsdam sagte auf MAZ-Anfrage dazu am Mittwoch: „Eine Sanierung der L 86 ist derzeit nicht geplant.“ Ob die zusätzlichen Infrastrukturmittel über 200 Millionen auch der Landstraße 86 zu Gute kämen, sei offen. „Der Nachtragshaushalt wird erst 2018 vorliegen. Erst dann kann hierzu eine Aussage getroffen werden“, so die Ministeriumssprecherin.

Eine Übersichtskarte der Deponie. Links liegt Deetz, rechts der Ort Schmergow und oben die Deponie. Das beige gekennzeichnete Feld ist die derzeitige Entsorgungsfläche. Der Ring darum (dunkelgrün und blau unterlegt) umfasst die geplante Erweiterung. Rot umrandet ist die Grenze der Deponie. Quelle: Meab

Laut einem Gutachten der BN Umwelt GmbH, das die Antragsunterlagen für die Deetzer Kapazitätserweiterung erstellt hat, ist die zur Verfügung stehende Deponiekapazität im Land Brandenburg für mineralische Abfälle wie Bauschutt 2018 oder 2019 erschöpft. „Hieraus können erhebliche Entsorgungsengpässe entstehen, wenn keine neuen Deponiekapazitäten geschaffen werden“, so das Gutachten, das der MAZ vorliegt.

Das Land werde Probleme haben, neue Deponien zu erreichten. Es würden sich sofort Bürgerinitiativen gründen, sagte Kalsow. „Daher wird das Land die Deponie auslasten wie es geht. Vielleicht werden wir in fünf oder zehn Jahren einen neuerlichen Antrag auf Erweiterung haben.“

Die Bauschuttdeponie gehört als Gesellschaftern den Ländern Berlin und Brandenburg und wird in deren Auftrag von der Meab betrieben. Ursprünglich sollte sie vor Jahren geschlossen werden. 50 Prozent des Bauschutts soll über das Wasser und 50 Prozent über Lastwagen zur Deponie kommen. „Manches Jahr kippt das auch in 60 Prozent über die Straße und 40 Prozent über die Wasserstraße“, so Süring, der auch Deetzer Ortsvorsteher ist und Mitglied in der Groß Kreutzer Gemeindevertretersitzung. Bei der Abstimmung zur Kapazitätserweiterung der Deponie erklärte er sich für befangen.

Die Deponie liegt im Landschaftsschutzgebiet Brandenburger Osthavelniederung. Es gilt eine Befreiung von der Schutzverordnung durch die obersten Naturschutzbehörde seit 1994. Die gesamte Betriebsfläche ist 149 Hektar groß. Seit 1974 gibt es die Deponie.

Von Marion von Imhoff

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