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Die Glocke ist leer

Enttäuschte Gesichter bei der Öffnung auf der Hohenwerbiger Kirchturmspitze Die Glocke ist leer

Enttäuschte Gesichter gab es bei der Öffnung der Glocke an der Spitze des Hohenwerbiger Kirchturms. Im inneren fanden die Mitglieder des Kirchenrates nur Wasser. „Irgendjemand muss den Inhalt weggenommen haben“, sagte die Kirchälteste Anne Lugauer, die das Baugerüst für die Öffnung bis ganz nach oben erklommen hatte.

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Der Moment der Wahrheit: Dachdecker Sören Böhme öffnet die Glocke. Anne Lugauer und Pfarrer Daniel Geißler schauen zu.

Quelle: S. Specht

Hohenwerbig. Enttäuschte Gesichter gab es bei der Öffnung der Glocke an der Spitze des Hohenwerbiger Kirchturms. Da das Gotteshaus für die derzeit stattfindende Sanierung eingerüstet ist, wollten Mitglieder des Kirchenrates den Inhalt des Gefäßes in rund 24 Metern Höhe erkunden. Zu ihrer bitteren Überraschung fanden sie darin aber nichts als Wasser.
„Irgendjemand muss den Inhalt weggenommen haben“, sagte die Kirchälteste Anne Lugauer, die das Baugerüst für die Öffnung bis ganz nach oben erklommen hatte. „In den vergangenen Jahrzehnten gab es zwei Zeitpunkte, die dafür in Frage kommen: Einmal kurz vor und einmal kurz nach der Wende. Da war der Kirchturm ebenfalls eingerüstet.“ Bis dahin war in der Chronik des Ortes einwandfrei nachvollziehbar, dass in der Glocke historische Dokumente lagerten.

Der Hohenwerbiger Kay Langner, der die Bauarbeiten am Gotteshaus ebenfalls begleitet, hoffte gar auf mehr: „Vielleicht finden wir heute alte Münzen oder unentdeckte Karten“, sagte er wenige Minuten, bevor Dachdeckermeister Sören Böhme den Glockendeckel unter den Augen der Anwesenden anhob. Doch schnell war klar: Hier war heute nichts zu finden. Außer einigen Litern Wasser, die sich im wohl undichten Gefäß gesammelt hatten, war die Kugel leer.
Nach dem Abstieg auf den Boden begann die Suche nach dem Übeltäter. Doch konnte auf die Schnelle niemand ausfindig gemacht werden. Kay Lengner hatte die Lösung parat: „Bei der Schließung der Glocke am Freitag werden wir auf jeden Fall Dokumente hinein packen, zum Beispiel das Fläming Echo von heute und ein paar Münzen. Dann freuen sich die Menschen in 70 Jahren bei der nächsten Öffnung.“

Einen unerwarteten Fund machten dagegen die Bauarbeiter, die sich um den Innenraum des Gotteshauses kümmern. Beim Abriss der Kanzel stießen sie auf einen Stoff, den sie als Mütze oder gar als Klingelbeutel ausmachten. Pfarrer Daniel Geißler identifizierte den Fund einwandfrei als Kollektenbeutel. „Ist aber leider nichts drin“, sagte er nach einem prüfenden Blick ins Innere. Der Beutels soll nun zumindest gesäubert und später irgendwo ausgestellt – zumindest aber aufbewahrt – werden.
Die Bauarbeiten an der Hohenwerbiger Kirche gehen indes weiter. Am 7. September soll die Einweihung groß gefeiert werden.

Von Stefan Specht

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