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Künftig einspurig durch Stahnsdorf

Ingenieurbüro legt Entwurf zum Umbau der alten L 76 vor Künftig einspurig durch Stahnsdorf

Das Stahnsdorfer Ingenieurbüro Aqua-Plan hat einen Entwurf zum Umbau der alten Landesstraße 76 durch Stahnsdorf erarbeitet. So soll die Straße auf jeweils eine Spur verengt werden. Die Kosten werden für die Umgestaltung werden auf knapp sechs Millionen Euro geschätzt. Wer die Straße übernehmen und wer den Umbau finanzieren soll, ist allerdings noch ungeklärt.

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Ein Ingenieurbüro hat einen Entwurf zur Umgestaltung der Potsdamer Straße erarbeitet. Doch wer wird die Kosten dafür bezahlen?

Quelle: Christel Köster

Stahnsdorf. In einer Sondersitzung hat sich der Stahnsdorfer Bauausschuss am Dienstag mit der künftigen Gestaltung der Potsdamer Allee in Stahnsdorf befassen müssen. Dazu hatte die Gemeindeverwaltung das ortsansässige Ingenieurbüro Aqua-Plan beauftragt, einen Entwurf für einen möglichen Umbau der alten Landesstraße 76 zwischen dem Ortsausgang nach Potsdam und dem Bäkedamm in Stahnsdorf zu erarbeiten.

Das Land will die Straße an den Landkreis übergeben, der sie aber nicht haben will, unter anderem weil Teltow einen Abschnitt im Stadtgebiet für sich übernommen hat. Obwohl der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung auf Initiative des Abgeordneten Gerhard Enser (CDU) entschieden hat, eine für den 11. November angekündigte Klage gegen das Land wegen der Verletzung von Festsetzungen noch einmal im Finanzausschuss prüfen zu lassen, hatte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) nur wenige Tage danach seine Klagedrohung gegenüber dem Land erneuert, falls die Landesstraße nicht zu einer Gemeindestraße herabgestuft werde.

Seit Juni dieses Jahres liegt der Verwaltung ein Angebot des Kreises vor, einen gemeinschaftlichen Ausbau der alten L 76 zu vereinbaren. Dazu sollte Stahnsdorf Vorstellungen zur künftigen Gestaltung der Potsdamer Allee unterbreiten. Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) musste sich vom Bauausschuss vorwerfen lassen, bis jetzt nichts unternommen zu haben. Das Ingenieurbüro habe erst vor etwa zwei Wochen seinen Auftrag für die Gestaltungsvarianten erhalten, sagte Aqua-Plan-Geschäftsführer Jörn Blank. Wenige Stunden vor der Sitzung hatte Albers ihn und Gerhard Enser zu sich gebeten, um eine Vorzugsvariante abzustimmen. Sie soll von den Gemeindevertretern am 2. November abgesegnet und dann dem Finanzausschuss des Kreises als Position übergeben werden. Der Finanzausschuss tagt am 3. November.

Der Aqua-Plan-Entwurf empfiehlt, die Potsdamer Allee in beide Richtungen künftig einspurig zu führen. Der frei werdende Straßenraum könne wechselseitig mit Grünstreifen durchzogen werden. Ein Verschwenken der Fahrbahn sei zwar teilweise möglich, aber auch eine Kostenfrage, meinte Blank. Die Abbiegespuren sollen beibehalten, aber verkürzt und die bestehenden Parkplätze parallel zur Allee in die Neugestaltung übernommen werden.

Der Bauingenieur hält einen grundhaften Ausbau der Straße für unvermeidlich. Bei der Neuordnung der Fahrbahnen soll das vorhandene Leitungsnetz jedoch so wenig wie möglich überbaut werden. Bei einer Bestandsaufnahme der alten Straße sei es aber wichtig, nicht nur die Fahrbahn, sondern auch das Leitungsnetz zu untersuchen. Das Ingenieurbüro schlägt vor, für die Fahrbahn nicht allein Betonsteinpflaster zu verwenden, sondern für einige Abschnitte auch Naturmaterial, wie Kleinfeldpflaster oder Granit, einzusetzen.

Während auf der einen Seite der Potsdamer Allee der Geh- und Radweg bereits vor einigen Jahren erneuert wurde, könnte jetzt auch am gegenüber liegenden Fahrbahnrand eine gleiche Kombination angelegt werden, die durch einen Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt wird. Von einem Radstreifen auf der Fahrbahn raten die Bauingenieure ab, weil dieser links an den gekennzeichneten Bus-Buchten vorbeigeführt werden müsste, was den Schülerverkehr auf der Straße durch Anfahren der Busse gefährden könnte.

Stahnsdorf solle später zwar die Unterhaltungskosten für die Straße tragen, nicht aber jetzt die Ausbaukosten übernehmen, waren sich die Bauausschussmitglieder einig. Bei der Vorzugsvariante hatte das Ingenieurbüro versucht, mögliche Kosten für die Anwohner auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Umbau der L 76 könnte bis zu sechs Millionen Euro kosten

Die Kosten für einen grundhaften Ausbau der Potsdamer Allee vom Ortsausgang nach Potsdam bis zum Bäkedamm in Stahnsdorf hat das Stahnsdorfer Ingenieurbüro Aqua-Plan auf bis zu sechs Millionen Euro netto geschätzt.

Der betreffende Abschnitt der Potsdamer Allee ist etwa drei Kilometer lang. Die vorgesehene Breite jeder Fahrbahn soll 3,25 Meter betragen.

Der Rechtsstreit zwischen dem Landkreis und dem Land um die Übernahme der Landesstraße 76 könnte die notwendige Erneuerung der Potsdamer Allee um Jahre zurückwerfen, befürchten die Stahnsdorfer.

Der Kreis will die L 76 unter anderem deshalb nicht übernehmen, weil sie nach der Herabstufung eines Abschnittes in Teltow zu einer Stadtstraße nicht mehr den Charakter einer durchgehenden Kreisstraße hat.

Von Heinz Helwig

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