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Er ist einer der jüngsten Meister Deutschlands

Fleischermeister mit 19 Jahren Er ist einer der jüngsten Meister Deutschlands

Willi Höhne aus Niemegk ist ein echter Überflieger. Gerade erst 19 Jahre und schon Meister. Nun will der Fleischer erstmal auf Wanderschaft gehen, denn nur der Brief bringt noch keine Erfahrung. Auch danach sind die Weichen in der Region Hoher Fläming schon gestellt.

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Zielstrebig und zupackend Willi Höhne wollte schon als kleiner Junge den Beruf des Fleischers ergreifen.
 

Quelle: Stefan Specht

Niemegk.  Willi Höhne ist mit seinen 19 Jahren wohl der jüngste Fleischermeister Deutschlands. Der Niemegker wusste schon seit früher er Kindheit, dass er einmal Fleischer sein würde. Der Anfang verlief allerdings etwas holprig. Mutter Astrid verbot ihrem Jungen damals, beim heimischen Schlachten dabei zu sein. Doch er war einfallsreich: Willi versteckte sich eine Stunde vor Beginn hinter einem Bottich und entging so den Blicken der Mutter. Er konnte also heimlich zusehen. Inzwischen ist ihr Sohn erwachsen – und Mutter Astrid könnte kaum stolzer auf ihn sein. „Willi hat in den vergangenen Jahren und ganz besonders im vorigen viertel Jahr viel gearbeitet und sich den Meistertitel verdient“, sagt sie.

Nach dem Abschluss der zehnten Klasse bewarb sich Willi Höhne bei der Fleischerei Zimmermann um einen Ausbildungsplatz als Fleischer. Die Ausbildung dauert gewöhnlich drei Jahre, doch der Lehrling verkürzte um sechs Monate. Er weiß, bei wem er sich dafür bedanken muss: „Sowohl der Chef als auch die Gesellen haben mich unglaublich unterstützt“, lobt der junge Mann.

Immer wieder nahmen sie den Azubi zur Seite und zeigten ihm spezielle Techniken und Handgriffe. „Das war sehr wichtig für mich. Immerhin musste ich mir ein halbes Jahr Ausbildungsinhalt selbst beibringen.“ Am Ende wurde er bester Lehrling von sieben Gewerken, die bei der Handwerkerkammer ihre Urkunde entgegen nehmen konnten.

Willi Höhne wollte schon Fleischer werden, seit er ein kleines Kind war

Willi Höhne wollte schon Fleischer werden, seit er ein kleines Kind war.

Quelle: Stefan Specht

Spätestens da war auch Vater Bodo stolz auf seinen Jungen. Er wusste aber schon seit einiger Zeit, was sein Nachwuchs drauf hat. Gemeinsam haben sie experimentiert und so die beliebte Leberwurst nach einem namibianischen Rezept kreiert. „Normalerweise braucht man für Leberwurst einen hohen Anteil an Fett, die Tiere in Namibia haben aber einen extrem geringen Fettanteil und dennoch schmeckt die Leberwurst dort ausgezeichnet. Das haben wir nun auch hinbekommen“, sagt Willi Höhne. Die Wurst vertreibt Vater Bodo zusammen mit anderen regional erzeugten Speisen und Getränken wie der Roten Fassbrause.

Das gewonnene halbe Jahr nutzte Willi Höhne, um gleich seinen Meister im Anschluss an die bestandene Ausbildung zu hängen. Was die meisten Gesellen in zwei Jahren - dann immer freitags und samstags - schaffen, absolvierte der 19-Jährige in drei Monaten. Dafür hatte er sich die Meisterschule im bayrischen Landshut ausgesucht. „Drei Monate haben wir jeden Tag von morgens bis abends die Schulbank gedrückt, frei gab es nur sonntags. Selbst Pfingsten haben wir durchgezogen, um den Stoff zu schaffen“, so Willi Höhne. Jüngst gab es mit dem Meisterbrief den Lohn für all die Anstrengungen.

Nun heißt es erst einmal zuhause in Niemegk die Freizeit genießen und etwas mehr den Hobbys Reiten und Jagd frönen. Zielstrebig geht es weiter: Als nächstes wird Willi Höhne auf Wanderschaft gehen, allerdings ohne dafür einem Zusammenschluss beizutreten. „Ich will nur kurz auf Walz gehen und habe mit Bayern und Thüringen schon direkte Ziele im Auge“, sagt der Meister. Ihm ist bewusst, dass Meister sein und den Meisterbrief haben zwei unterschiedliche Dinge sind. „Ich muss und will noch so viel lernen.“ Das möchte er vorzugsweise bei kleinen, familiengeführten Fleischereien. Wenn er Ende des Jahres zurück sein wird, steigt er im Niemegker Familienbetrieb ein und übernimmt dort die Sparte der Lebensmittelerzeugung.

Sein Credo: Regional und hochwertig sollen die Produkte sein, die er herstellen möchte. So will er später eigene Tiere halten und selbst verarbeiten. „Nur so weiß ich genau, was drin ist und kann mit meinem Namen dafür stehen.“ Vielleicht ein Name, den man sich merken sollte: Willi Höhne.

Von Stefan Specht

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