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Potsdam-Mittelmark Erasmus soll Schulen einander näher bringen
Lokales Potsdam-Mittelmark Erasmus soll Schulen einander näher bringen
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00:35 12.11.2015
Das gemeinsame Gedenken der Kriegstoten – unter anderem wie hier in Nichel – war bisher Kern der Städtepartnerschaft. Quelle: FOTOS: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Die Partnerschaft der Städte Treuenbrietzen und Chiaravalle in Mittelitalien soll jetzt stärker auf die Ebene der Schulen verlagert und zugleich intensiviert werden. „Wir wollen etwas weg kommen von den allein auf das gemeinsame Gedenken an die Opfer des Massakers vom April 1945 konzentrierten Begegnungen, das bisher immer im Zentrum des intensiven Austausches stand“, erklärte Bürgermeister Michael Knape (parteilos) gegenüber der MAZ. Wie schon beim Kontakt mit Treuenbrietzens zweiter Partnerkommune, Nordwalde in Nordrhein-Westfalen, soll die Begegnung nun direkter zwischen den Menschen beider Nationen stattfinden können.

Italiener sind schon etwas voraus

Darum schwebt der Stadtverwaltung vor, einen Antrag für ein Erasmus-Förderprogramm der Europäischen Union zu stellen. Es soll auf verschiedenen Altersebenen gemeinsame Unterrichtsprojekte zum Thema „Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung“ zwischen Bildungsstätten in Treuenbrietzen und Chiaravalle ermöglichen. Bei dem auf zwei Jahre bis Oktober 2018 ausgelegten Projekt geht es nach dem erhofften Start im Oktober 2016 zunächst um die Fortbildung der Lehrer. In Treuenbrietzen gehören zehn Pädagogen aus Kindergärten, der Grundschule und der dortigen IKTBA sowie vom Gymnasium zum Projektteam. In Italien sind bereits 14 Lehrer involviert. Später folgt die konkrete Unterrichtsarbeit. „Die Italiener sind uns mit konkreten Konzepten für den bis März einzureichenden Projektantrag schon etwas voraus“, erklärt Sandra Hoedt. Sie ist in der neuen Rathausstruktur nun auch für das Thema Städtepartnerschaften zuständig. In Treuenbrietzen soll die Projektgruppe am 19. November ihre Arbeit aufnehmen. Über das Erasmus-Projekt können die Partner gemeinsam maximal 300 000 Euro Fördergeld erhalten. Es steht unter anderem für die Anschaffung von Kommunikationstechnik an den Schulen zur Verfügung.

Partner seit fünf Jahren

Treuenbrietzen besiegelte am 26. Juni 2010 die Partnerschaft zur italienischen Stadt Chiaravalle. Diese war seit 2004 vorbereitet worden. Chiaravalle hat rund 14 000 Einwohner.

Die Initiative ergriffen hatte der 2004 verstorbene Edo Magnalardo. Der aus ChiaravalIe stammende Italiener war mit 22 Jahren Militärinternierter des Lagers „Sebaldushof” bei Treuenbrietzen.

Er und drei Landsleute überlebten am 23. April 1945 das von Deutschen verübte Massaker am Waldrand der heutigen Kiesgrube bei Nichel. Dabei waren 127 Italiener getötet worden.

Bei einer Gedenkzeremonie zum Jahrestag dieser Erschießung hatte Magnalardo im Jahre 2002 die Partnerschaft als Geste der Versöhnung in Treuenbrietzen angeboten. Dort stieß er mit seiner Idee auf offene Ohren.

Das Erasmus-Programm folgt auf das Comenius-Projekt. Über dieses war schon in den vergangenen Jahren der Kontakt zwischen den Partnerkommunen ermöglicht worden. Unter anderem hatten Schüler aus Treuenbrietzen und Chiaravalle ein gemeinsames Theaterstück mit dem Titel „Tanz der Elemente” entwickelt und in Italien gemeinsam aufgeführt.

Finanziell große Herausforderung

Über die Anbindung des Projektes an die Bildungsstätten verspricht sich die Stadtverwaltung Kontinuität in der Partnerschaft. Bisher sei es für beide Seiten auch finanziell eine große Herausforderung gewesen, in Gruppen mit bis zu 100 Teilnehmern gegenseitig Besuche abzustatten. Dieses Jahr – zum 5. Jubiläum der Partnerschaft und 70 Jahre nach Kriegsende – waren aus Italien sogar 170 Gäste nach Treuenbrietzen gereist.

Chiaravalle und Treuenbrietzen sind seit fünf Jahren offiziell Städtepartner. Anlass waren Kriegsgeschehen vom April 1945. Quelle: Thomas Wachs

Künftig soll es im kleineren Rahmen direkte Begegnungen zwischen Schülern und Lehrern geben. „Klare Förderbedingung ist dabei die Unterbringung in Gastfamilien“, erklärt Sandra Hoedt. Über die Schulen soll die Partnerschaft später dann auch stärker auf Vereine ausstrahlen, so die Idee. Im Rathaus hofft man, „dass sich die Partnerschaft so verselbstständigt und stärker mit Leben erfüllt“, sagte Bürgermeister Michael Knape. Die Verwaltung möchte jedoch weiterhin Koordinationsarbeit leisten und die Stadt Geld aus ihrem allgemeinen Haushaltsposten für die Städtepartnerschaften beisteuern.
Mit Nordwalde funktionieren die Kontakte bereits vielseitig auf der Ebene verschiedener Vereine. Koordiniert werden sie über einen Partnerschaftsverein. Ihm gehören Nordwaldes Partnerkommunen Treuenbrietzen und Amilly in Frankreich an.

Von Thomas Wachs

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