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Erfahrung schützt vor Fehlern nicht im Verkehr

Mobil im Alter Erfahrung schützt vor Fehlern nicht im Verkehr

Wolfgang Fehre aus Borkheide ist mobil. Auf 10.000 Kilometer im Jahr kommt er locker. Doch ein paar Gewohnheiten haben sich über die Jahrzehnte beim Autofahren eingeschlichen. Es wurde Zeit für ihn, die Kenntnisse wieder etwas aufzufrischen. In Linthe konnte er das jetzt – und wurde zum Botschafter für das Pkw-Senioren-Training.

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Fährt gern Auto: Wolfang Fehre aus Borkheide ist Botschafter für das Pkw-Senioren-Training vom Fahrsicherheitszentrum in Linthe.

Quelle: Johanna Uminski

Borkheide. Wolfgang Fehre ist einer der Gewinner, die am Training im Fahrsicherungszentrum des ADAC in Linthe teilgenommen hat. Aus insgesamt 30 Bewerbern aus ganz Berlin und Brandenburg setzte sich der Borkheider mit fünf weiteren Mitstreitern durch. Nun gehören er und die anderen Gewinner zu den Botschaftern für das Pkw-Senioren-Training.

Zur Bewerbung am Training hatte ihn seine Frau motiviert. „Sie meinte, dass es nicht schaden kann“, sagt der Senior. Vor Ort ging es vor allem ums Vertiefen und Auffrischen der Fahrkenntnisse. Neben speziellen Übungen standen in Linthe auch die optimale Sitzposition, Lenkradhaltung und Blickführung im Mittelpunkt des Trainings. Unter professioneller Anleitung lernten insgesamt sechs Teilnehmer, wie man Gefahren rechtzeitig erkennt und auf unterschiedlichen Untergründen bremst.

Eigenarten haben sich im Laufe der Jahrzehnte eingeschlichen

Der 68-jährige Borkheider zeigt sich über den Trainingstag begeistert. „Es war alles zu bewältigen“ – angenehme Atmosphäre, kompaktes und zielgerichtetes Training inklusive. Neben Slalomfahren mussten die Teilnehmer eine Vollbremsung durchführen und Wasserhindernissen auf einer glatten Fläche ausweichen. „Es wurde alles angenehm und locker von Fahrsicherheitstrainer rübergebracht – es war lustig.“

Eine Überraschung war für den Rentner die Erkenntnis, dass sich doch einige Eigenarten im Laufe der Jahrzehnte bei der Lenkrad- und Sitzhaltung eingeschlichen haben. „Uns wurde gezeigt, wie man den Sicherheitsgurt richtig anlegt und dann auch nochmals straff nachzieht oder wie man das Lenkrad richtig hält“, sagt der Fahrer, der seit 1972 seinen Führerschein hat.

„Kein vorbildlicher, aber schon ein guter Autofahrer“

In seinem Berufsleben als Beamter im öffentlichen Dienst war er immer sehr viel unterwegs. „Ich habe fast alle Autotypen gefahren.“ Vor allem an seine erste Fahrstunde kann sich der Senior besonders gut erinnern. Schlimm war sie, völlig verkrampft. Doch das sei schon längst nicht mehr so.

Auch im Ruhestand ist der 68-Jährige mobil. Gemeinsam mit seiner Frau fährt er häufig in den Urlaub. „Da kommen noch immer 10 000 Kilometer im Jahr zusammen“, sagt der Borkheider. Rechtzeitiges Reagieren und vorausschauendes Fahren machen für ihn einen guten Autofahrer aus. „Ich bin bestimmt kein vorbildlicher, aber schon ein guter Autofahrer.“ In seinem ganzen Leben hatte er weder einen Punkt in Flensburg, noch musste er seinen Führerschein abgeben.

Zu wenig Kontrollen, zu wenig Sanktionen

Vor allem aber ärgert den rüstigen Rentner etwas ganz besonders. „Es wird nicht mehr geblinkt – als Kraftfahrer muss man erahnen, wohin manchmal jemand fahren will“, sagt Fehre. Das betreffe nicht nur Privatpersonen, sondern vor allem Berufskraftfahrer wie Pflegedienstler oder Paketzusteller. „Das wird viel zu wenig kontrolliert und sanktioniert.“ Umso wichtiger sei so ein Auffrischungskurs, um noch so lange wie möglich aktiv fahren zu können. „Gerade, wenn man im ländlichen Raum wohnt, wo die öffentlichen Verkehrsanbindungen schlecht sind, ist es für ältere Menschen wichtig, mobil zu bleiben.“

Als Dankeschön für die Teilnahme am Pkw-Senioren-Training erhielten die Senioren ein Intensivtraining von acht Stundengeschenkt. Noch weiß Wolfgang Fehre nicht, ob er das in Anspruch nimmt. Vielleicht schickt er auch seinen 35-jährigen Sohn hin. „Der hat noch nicht so viel Fahrpraxiserfahrung.“

Hintergrund

Zum Casting für die Informationskampagne zum Senioren-Training haben das ADAC Fahrsicherheitszentrum Berlin Brandenburg und Radio Paradiso gemeinsam aufgerufen.

Gesucht wurden Botschafter für das Pkw-Senioren-Training.

Aus insgesamt 30 Bewerbern setzten sich sechs Fahrer und Fahrerinnen durch, die unter echten Trainingsbedingungen in speziellen Übungen für Senioren Wissenswertes über die optimale Sitzposition, Lenkradhaltung und Blickführung erfuhren.

Weitere Informationen zum Pkw-Senioren-Training und weiteren Angeboten für Autofahrer unter www.Fahrsicherheit-bbr.de

Von Johanna Uminski

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