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Stadtwerke exportieren Erfolgsmodell

Wiesenburg Stadtwerke exportieren Erfolgsmodell

In Bad Belzig produzieren die Stadtwerke bereits erfolgreich Strom und Wärme für Mieter der Wohnungsgenossenschaft 1990 in der Karl-Marx-Straße vor Ort. Das mittels Blockheizkraftwerk im Keller realisierte Modell haben die Unternehmen gen Wiesenburg exportiert. Die ersten Quartiere werden dort autark versorgt. Weitere solche verbrauchernahe Insellösungen sind geplant.

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Gefragter Fachmann: Harald Lacher von der Stadtwerke-GmbH Bad Belzig erklärt die neue Technik im Keller.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Der Winter steht vor der Tür und rechtzeitig haben die Stadtwerke Bad Belzig in der „Perle des Flämings“ ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Im Keller des Mehrfamilienhauses Am Stadion 8 bis 11 werden auf Erdgasbasis jetzt Strom (9 Kilowatt elektrischer Leistung) und Wärme (19,2 Kilowatt thermischer Leistung) produziert. Ausreichend und preiswert, wie Dirk Gabriel verspricht. Der Geschäftsführer der kommunalen Gesellschaft hat auf die positiven Erfahrungen verwiesen, die seit exakt einem Jahr mit der ersten autarken Versorgung in der Karl-Marx-Straße gesammelt wurden.

Eigentümer der Gebäude hier wie da ist die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) 1919 Bad Belzig. Insofern sei es folgerichtig, dass die Unternehmen ihre Leistungsfähigkeit über die Kur- und Kreisstadt hinaus unter Beweis gestellt haben, findet Hannelore Klabunde Quast (parteilos). Bad Belzigs Bürgermeisterin war zur feierlichen Inbetriebnahme mit Handwerkern und Mietern am Freitag nachmittag zugegen, während die örtlichen Spitzen fehlten. Um so mehr konnte freilich auf die Fragen der Anwohner eingegangen werden.

Verbrauchernähe soll sich in mehrfacher Hinsicht lohnen

Von Bedeutung ist die Schaffung eines separaten Stromnetzes, mit dem die Eigenversorgung realisiert und die Konzessionsvereinbarung mit dem Regionalnetzbetreiber im Wortsinne untergraben werden kann. Gleichwohl wird von Fachberater Harald Lacher die transparente Zusammenarbeit mit der Edis ebenso betont wie die Kooperation mit Ausrüstern sowie den hiesigen Handwerksmeistern Peter Ernicke und Walter Rettig.

Der sprichwörtliche Verbrauchernähe schlage sich gleichermaßen in ökologischer und ökonomischer Bilanz nieder, heißt es. Strom kann wahlweise ins Netz abgegeben oder von dort eingespeist werden. „Für ausreichend Wärme ist immer gesorgt. Dafür steht in den Wintermonaten eine effektive Gasbrennwerttherme zur Verfügung“, erklärt Ingo Krugmann. Rund 100 000 Euro hat die Investition gekostet, die eine vor mehr als 15 Jahren eingebaute Niedrigtemperaturklesselanlage ersetzt, so der Technikchef des kommunalen Versorgungsunternehmens.

20 Jahre in Wiesenburg

Die ursprünglich Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) Bad Belzig gibt es seit 1919. Vor sechs Jahren erfolgte die Umbenennung in Wohnungsbaugenossenschaft 1990 Bad Belzig. Die Gemeinnützigkeit besteht fort, darf aber nicht mehr im Namen stehen.

Aktuell werden mehr als 200 Mitglieder gezählt. Das entspricht etwa der Zahl der vermieteten Wohnungen – hauptsächlich in der Kur- und Kreisstadt. Jedes Mitglied bzw. jeder Mieter ist durch Erwerb von Anteilen zugleich Eigentümer.

Mitte der 90er Jahre hat die Genossenschaft den Großteil kommunaler Quartiere in Wiesenburg übernommen, insgesamt etwa 80. Neben den vier Blöcken am Flämingstadion ein Mehrfamilienhaus am Holzhof.

Die Mieter seien von Beginn an der Technologie interessiert und in den Entscheidungsprozesse eingebunden gewesen, bestätigt Steffen Tschiersch. In der Senkung der Betriebskosten sieht er die nachhaltige Perspektive für die Genossenschaft. Aktuell profitieren 26 Mietparteien in der Wiesenburger Hasenheide von der Innovation. Doch wie der Geschäftsführer bestätigt, ist eine Erweiterung des Erfolgsmodells vorgesehen. Die drei weiteren Wohnblöcke in der Siedlung könnten demnach ebenfalls in absehbarer Zeit erschlossen werden. Interesse ist von den Bewohnern der etwa 50 Quartiere schon einmal reichlich bekundet worden.

Von René Gaffron

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