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Erholungsort will mit Barrierefreiheit punkten

Weniger Hindernisse am Schwielowsee Erholungsort will mit Barrierefreiheit punkten

Seit 2009 ist die Gemeinde Schwielowsee anerkannter Erholungsort. Um auch künftig den Anforderungen und Wünschen der Einheimischen und Gäste entsprechen zu können, arbeitet die Gemeinde an einem touristischen Fahrplan bis 2010. Künftig will sie mit mehr barrierefreien Angeboten und Ausstattungen punkten.

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In Sachen Barrierefreiheit besteht oft noch Handlungsbedarf. Schwielowsee möchte nun mit weniger Hindernissen punkten.

Quelle: dpa

Schwielowsee. Seit der Anerkennung von Schwielowsee als Erholungsort im Jahr 2009 hat sich in der Gemeinde viel getan. Neue Parkplätze wurden angelegt, Radwege ausgeschildert, mehr Bootsplätze sind entstanden, öffentliche Toiletten auch. Jährlich erscheint ein Kultur- und Kunstkalender. Ein umfassendes Programm an Kreativkursen in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Künstlern gibt es aber noch nicht.

In einer aktuellen Studie hat die Berliner Projekt M GmbH der Gemeinde eine gute Entwicklung als Erholungsort bescheinigt, aber auch Hinweise gegeben, wo bis zum Jahr 2020 noch Handlungsbedarf besteht. An erster Stelle nannten die Experten die Notwendigkeit, mehr als bisher auf barrierefreie Angebote und Ausstattungen zu achten. Grund für die Gemeindeverwaltung, unter dem Titel „Schwielowsee für Alle“ im April einen entsprechenden Auftrag an ein Beratungsunternehmen zu erteilen.

Henriette Rita Werner, nach einem Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen,   hofft auf  weniger Hindernisse im Ort

Henriette Rita Werner, nach einem Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen, hofft auf weniger Hindernisse im Ort.

Quelle: Greiner

„Unser Ziel ist eine stärkere barrierefreie touristische Ausrichtung der Gemeinde“, sagt Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU). Die erste Projektbesprechung dazu sei für den 19. Mai im Rathaus geplant. Aus der Studie zur Ortsentwicklung geht aber auch hervor, dass erfahrungsgemäß nicht alle touristischen Angebote vollständig stufenlos gestaltet werden können. Konflikte mit Verordnungen und hohe Kosten seien programmiert. Das Berliner Büro empfiehlt im ersten Schritt über die jeweilige Zugänglichkeit im Internet zu informieren. Eine Bestandsanalyse zur behindertengerechten Ausstattung von Sehenswürdigkeiten und Attraktionen sei ebenso notwendig wie die Suche nach pragmatischen Lösungen. Experten raten, auch private Anbieter einzubeziehen. Im Ergebnis und bei entsprechenden Fortschritten könnten sich Einrichtungen um eine Zertifizierung „Reisen für alle, barrierefrei geprüft“ bemühen.

Schon jetzt sorgt das Thema für Gesprächsstoff unter anderen in Caputh. So beklagt sich Henriette Rita Werner aus dem Seniorenzentrum Caputh darüber, wie sie als Rollstuhlfahrerin mit ihrer Freundin das Restaurant Kavalierhaus erlebt hat. „Zum Kaffeeausschank mussten wir durch einen Eingang, den ich mit meinem großen elektrischen Rollstuhl nicht überwinden konnte“, sagt die über 80 Jahre alte, einstige Dolmetscherin, die nach einem Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen ist. „Vor einem anderen Tisch war auch eine für mich unüberwindbare Stufe, als ich dann einen Platz entdeckte, sagte man uns, dort wird nicht bedient. Ich war entsetzt“, sagt Henriette Rita Werner. Der Geschäftsführer des Kavalierhauses in Caputh, Detlev Friebe, bestätigte auf Nachfrage der MAZ nicht die Schilderungen der Caputherin. „Die Terrasse ist behindertengerecht und über einen entsprechenden Zugang erreichbar. Der Vorwurf der Seniorin ist nicht berechtigt.“ Die Caputher Seniorin Werner lobt aber den Service im Kaffee „Barock“ und im Rewe-Markt in Caputh. Sie begrüßt die Initiative der Gemeinde nicht nur für Rollstuhlfahrer und hofft, dass mit den Vorhaben so manche Barriere im Ort verschwindet.

41 000 Gäste im Jahr

Den 2009 anerkannten Erholungsort Schwielowsee mit den Ortsteilen Caputh, Geltow und Ferch besuchen annähernd 41 000 Gäste im Jahr.

Die Zahl der Übernachtungen ist auf 8700 gestiegen. Die Hälfte aller Übernachtungen wurden von Juni bis August ge

Zu den beliebten Ausflugszielen gehören die Uferpromenade und das Schloss in Caputh, der neue Aussichtsturm, der Bonsaigarten und das Malermuseum in Ferch, die historische Handweberei in Geltow.

In einer Zwischenbilanz der Gemeinde kommt eine beauftragte Firma für Tourismus zu dem Schluss, dass die Nachfrage nach Übernachtungen in der Nebensaison nicht zufriedenstellend ist.

Die Belange von Menschen mit Handicap oder von Bürgern die weniger mobil sind, werden aus Sicht der Tourismusexperten kaum berücksichtigt.

Von Regine Greiner

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