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Potsdam-Mittelmark Erratiker: Begegnung nahe Baitz
Lokales Potsdam-Mittelmark Erratiker: Begegnung nahe Baitz
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00:29 30.07.2015
Susken Rosenthal miit Ihrem mobilen Werk „Irrlichter“. Quelle: Tobias Potratz
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Baitz

Die Natur führt manchmal zusammen, was scheinbar gar nicht zusammen gehört. So geschehen vor 25.000 Jahren, als Gletschermassen das Gestein aus Skandinavien in die Belziger Landschaftswiesen transportiert haben. Zuweilen wirken sie wie Fremdkörper in der homogenen Landschaft und doch gehören sie dazu. Für den Kunstpflug e. V. ist diese kuriose Wechselwirkung jetzt viermal Grund genug, um einmal das Phänomen unter dem Motto „ Erratiker“ (Findlinge) näher zu betrachten.

25.000 Jahre nach den Findlingen hat mit Gustav Hellberg ein Schwede den Weg an den Rand des Hohen Flämings gefunden und wirkt aktuell am Projekt mit. „Im Grunde bin ich auch wie ein Fremdkörper“, sagt er und muss dabei laut lachen. Gustav Hellberg hat einen Geigerzähler, der die Stärke radioaktiver Strahlung misst, in eine medizinballgroße Metallkugel eingelassen und zieht mit ihm nun durch die Lande. „Hier in der freien Natur denken wir, dass wir nicht unter Einfluss des Menschen stehen. Der Zähler zeigt, dass es anders ist“, sagt der Künstler und deutet auf den dunklen Container, in welchem sein metallschimmerndes Kunstobjekt beherbergt ist. „Der Container war nicht meine Idee, aber mir gefällt das. Das sieht aus wie das Labor eines Raumschiffs, das hier gelandet ist“, sagt der 47-Jährige.

Die Idee sieht vor, dass an jedem der vier Wochenenden jeweils ein Kunstobjekt innerhalb und eines außerhalb des Behälters ausgestellt wird und sie dann in den Dialog treten.

Nur wenige Meter neben dem „Raumschiff-Labor“ befindet sich daher ein mobiles Werk, das auf den ersten Blick gar nichts mit der Idee von Gustav Hellberg zu tun hat. Die zweite Künstlerin ist Gastgeberin Susken Rosenthal vom Kunstpflugverein. Sie hat ein großes eckiges Objekt bemalt und beklebt, welches direkt neben dem Radweg zwischen Baitz und Gömnigk positioniert ist. „Es ist mobil und heißt Irrläufer“, erklärt Susken Rosenthal. Das Objekt macht seinem Namen alle Ehre, denn auch hier scheint etwas nicht zu stimmen. Bei genauerem Blick sind auf den Zacken dann Bilder des Bad Belziger Wohngebietes Klinkengrund erkennbar. Für die Wanderer im Naturpark ist das ein mehr als ungewohnter Anblick. „Wir wollen Fremdkörper zeigen. Der Klinkengrund ist sehr abstrakt, daher hat das gut gepasst“, sagt Susken Rosenthal.

Beide Objekte ziehen nun weiter. Der „Irrläufer“ wird demnächst im Bad Belziger Klinkengrund zu sehen sein, während der Geigerzähler von Gustav Hellberg mit ihm zurück nach Schweden reist. Der „Erratiker“-Veranstaltungsreigen hat nun seine Halbzeit erreicht.

Von Tobias Potratz

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