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Potsdam-Mittelmark Ersehnter Haltepunkt für Frohnsdorf vertagt
Lokales Potsdam-Mittelmark Ersehnter Haltepunkt für Frohnsdorf vertagt
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00:32 30.07.2015
Am RB 33-Haltepunkt Treuenbrietzen-Süd entsteht ein neuer Bahnsteig. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Die Bauarbeiter müssen sich ordentlich sputen. Innerhalb von drei Wochen sollen an der Bahnlinie der RB 33 zwischen Berlin-Wannsee und Jüterbog drei Haltepunkte neue Bahnsteige erhalten. In Beelitz-Stadt, Elsholz und Treuenbrietzen-Süd laufen dazu jetzt parallel die Arbeiten auf Hochtouren. Reisende müssen Schienenersatzverkehr mit Bussen in Kauf nehmen. Nicht im aktuellen Investitionspaket enthalten ist allerdings der voriges Jahr noch angekündigte Bau eines komplett neuen Haltepunktes mit Bahnsteig für den Treuenbrietzener Ortsteil Frohnsdorf.

Das bestätigte Steffen Streu: „Wir haben das Projekt für Frohnsdorf zunächst noch einmal in die Prüfung gegeben“, sagte der Sprecher des brandenburgischen Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft auf Nachfrage der MAZ. Das Land Brandenburg ist als Träger des Nahverkehrs zuständig für die Bestellung von Verbindungen und Infrastruktur. Wann eine Entscheidung zu dem bereits seit mehreren Jahren immer wieder verschobenen Bauprojekt für Frohnsdorf fällt, konnte der Ministeriumssprecher nicht sagen.

Jeweils 280.000 Euro Kosten

„Wir hätten bei der aktuellen Vollsperrung der Strecke auch vier Bahnsteige neu gebaut“, sagte Detlef Frommer. „Doch das Land Brandenburg hat nur drei bestellt“, so der Projektleiter der DB Station & Service AG. Die Tochterfirma der Bahn AG ist für den Ausbau von Strecken und Bahnhöfen zuständig auch wenn aktuell Züge der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG) auf der Strecke rollen.

Drei neue Bahnsteige entstehen an der RB 33 zwischen Berlin-Wannsee und Jüterbog. Quelle: Thomas Wachs

„Sollte Frohnsdorf irgendwann wieder aktuell werden, muss dafür wieder ein aufwendiges Verfahren zur Streckensperrung eingeleitet werden — das kann erfahrungsgemäß dauern“, erklärte Frommer. Aktuell werden nach seinen Angaben für jeden der drei Haltepunkt jeweils 280.000 Euro investiert. Gebaut wird jeweils ein 100 Meter langer Standard-Bahnsteig aus Fertigteilen. Zudem entstehen Wartehäuschen, Beleuchtungsanlagen und Wegeanschlüsse neu. Ursprünglich waren dafür sechs Wochen geplant. „Nun muss alles am 9. August fertig und abgenommen sein“, sagte Detlef Frommer. „Am 10. August soll der Bahnverkehr wieder rollen“, so der Projektleiter.

Seit Jahren in der Schublade

Ideen zum Bau eines neuen Bahnhaltepunktes für den Treuenbrietzener Ortsteil Frohnsdorf werden seit gut zehn Jahren verfolgt. Auch Vorarbeiten der Kommune für einen Parkplatz schlummern in Schubladen der Planer.

Voriges Jahr gab die Bahn AG Pläne bekannt, den am sechs Meter hohen Bahndamm neu anzulegende Haltepunkt Frohnsdorf nicht mehr im Bereich des Sportplatzes am Siedlerheim entstehen zu lassen. Neu erwogen wurde ein Bauplatz auf der anderen Seite der Lüdendorfer Straße, direkt neben der Straßenunterführung.

Die Stadt Treuenbrietzen plante, auf dem kommunalen Grundstück an der Karl-Marx-Straße 1 Parkplätze für Pendler anzulegen. Das Areal ist für eine Wohnbebauung nicht zugelassen. Lediglich Garagen dürften dort entstehen.

An der RB 33 baut die Bahn AG nun drei jeweils 100 Meter lange und 2,50 breite Bahnsteige zuzüglich Beleuchtung und Wartehaus. In Frohnsdorf wäre zusätzlich eine Treppe nötig. Rampen für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen waren nicht vorgesehen.

In Erhebungen von der Verkehrsplanern waren für durchschnittliche Werktage etwa 13 Fahrgäste am Frohnsdorfer Haltepunkt prognostiziert worden. Am Bahnhof Treuenbrietzen-Süd am Krankenhaus sind es durchschnittlich 81 Fahrgäste täglich.

Die Bahnstrecke der RB 33 selbst war zuletzt in den Jahren 2006/2007 komplett saniert worden. Damals wurde auch der Fußgängertunnel am alten Frohnsdorfer Bahnhof aufwendig erneuert.

In Frohnsdorf ist die Enttäuschung über die abermalige Verschiebung groß. „Wir kämpfen doch schon seit Jahren um einen Bahnhaltepunkt für unseren Ort“, sagte Sönke Saxen am Montag der MAZ. „Gerade für unsere vielen älteren Menschen im Ort wäre das eine Verbesserung der Lebensqualität“, so das Mitglied des Ortsbeirates.

im Dornröschenschlaf: Der alte Bahnhof von Frohnsdorf ist aufgegeben. Quelle: Thomas Wachs

Offiziell unterrichtet wurde die Frohnsdorfer Vertretung bislang nicht. „ Aber ich hab mir das schon gedacht, weil am Bauschild Frohnsdorf nicht aufgeführt ist“, so Saxen. Für Senioren ohne Auto, die heute nur auf knappe Busverbindungen angewiesen sind, könnte der Bahnanschluss zum Beispiel den Weg zum Einkaufen erleichtern. „Denn in Altes Lager und Jüterbog gibt es gleich am Bahnhof Supermärkte“, so der Ortsbeirat.

Unabhängig von den Arbeiten am Bahnhof Treuenbrietzen-Süd plant die Stadt Treuenbrietzen direkt am Bahnhof den Bau einer Notzufahrt am früheren Haupteingang zum Krankenhausgelände. Nachdem die Bahn AG im Jahr 2007 Bahnübergänge in der Neuen Hufenstraße sowie in der Steinmühlenstraße geschlossen hatte und seither nur noch einen an der neu angelegten Johanniterstraße betreibt, sind die Kliniken sowie die Wohngebiete im Süden der Stadt nur noch über eine Straße zu erreichen.

Von Thomas Wachs

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