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Potsdam-Mittelmark Hilfe für Träumerliese und Zappelphilipp
Lokales Potsdam-Mittelmark Hilfe für Träumerliese und Zappelphilipp
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14:03 04.11.2016
Permanente Nervosiität beispielsweise durch ständiges Stuhlkippeln kann ein Anzeichen für ADHS sein. Wie Betroffenen geholfen werden kann, darüber soll auf den ersten Brandenburger ADHS-Tagen beraten werden. Quelle: dpa
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Stahnsdorf

Die ersten Brandenburger ADHS-Tage veranstaltet der gleichnamige Kompetenzkreis an diesem Freitag und am Samstag im Jugendfreizeitzentrum „Clab“ in Stahnsdorf. „Wir möchten mit dieser Konferenz das Thema ADHS mehr ins öffentliche Blickfeld rücken, den Betroffenen und ihren Angehörigen eine Hilfestellung geben und in der Gesellschaft ein größeres gegenseitiges Verständnis füreinander erreichen“, nennen Gabriele Gehauf und Kerstin Eichelbaum das Ziel der Veranstaltung. Die Organisatorinnen wollen mit ihrem Kompetenzzentrum ADHS in Stahnsdorf offiziell zum 1. Januar 2017 starten.

Selbsthilfegruppen, betroffene Familien und Erwachsene, aber auch Fachkräfte sind im Land Brandenburg weit verstreut und oft auf sich allein gestellt. In den Vorträgen und Workshops am Wochenende sollen sie sich näher kennenlernen, ihre Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit austauschen und sich absprechen, wie sie in Verbindung bleiben können, sagt Gabriele Gehauf.

Nach einer Auftaktveranstaltung am Freitagabend für angemeldete Teilnehmer finden am Samstagvormittag drei öffentliche Vorträge und am Nachmittag vier Workshops statt, deren Teilnehmerzahl begrenzt ist. In den Workshops geht es beim Schauspiel für jedermann um spielerische Übungen für Körper, Sprache und Ausdruck. Die Herausforderungen im Alltag und der Umgang mit Stimmungsschwankungen und Impulsen stehen im Mittelpunkt eines anderen Arbeitskreises, und in den anderen beiden Gruppen werden sensorische Spiele für Kinder mit ADHS vorgestellt und ausprobiert sowie über das Thema ADHS in der Familie diskutiert.

„ADHS gehört für die Öffentlichkeit noch immer zu den Tabuthemen“, bestätigt Gehauf. Betroffene Eltern sind häufig verunsichert und wissen nicht, ob und wie sie mit der Kita oder der Schule darüber reden sollten. Aber auch Erzieher und Lehrer können nicht immer mit den besonderen Auffälligkeiten der Kinder und Jugendlichen umgehen. Nicht jede unnatürlich hohe Nervosität sei gleich ein Anzeichen für ADHS, sondern könne auch situationsbedingt auftreten. Deutliche Symptome würden bei Kindern vielfach erst ab der dritten Klasse auffallen, wenn der Lernstoff zunimmt und der Leistungsdruck ansteigt. Jungen würden mehr zur Hyperaktivität neigen, während Mädchen meist in den Tag hinein träumen, meint Gehauf.

Die sofortige Ruhigstellung mit Medikamenten, wie oft falsch im Fernsehen gezeigt, sei aber erst der letzte Schritt der Therapie. Die ersten Maßnahmen seien ein Verhaltenstraining, in dem Betroffene lernen, sich besser zu organisieren. Doch es gebe viel zu wenig Therapeuten, Eltern würden nicht selten ein halbes Jahr bis zu einem ersten Termin warten müssen. Bei ADHS-Familien sei die Scheidungsrate hoch, die Väter würden die Mütter mit den Kindern allein lassen.

Die Krankheit habe aber auch eine positive Seite, erklärt Gehauf. ADHS-Betroffene gelten als sehr kreativ. Sie seien nicht viel unter Musiker und anderen Künstlern zu finden.

Bei Familien mit ADHS ist die Scheidungsrate hoch

ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivitäts-Syndrom.

Die Tagung am Wochenende wird von der Barmer GEK unterstützt.

Die Brandenburger ADHS-Tage sollen bei einem Erfolg in Zukunft alle zwei Jahre an jeweils wechselnden Orten stattfinden.

Bei Familien mit ADHS ist die Scheidungsrate hoch, heißt es. Meist würden die Männer die Mütter verlassen und diese wegen der Unberechenbarkeit ihrer Kinder nicht arbeiten gehen.

Die beiden Organisatorinnen der ersten Brandenburger ADHS-Tage leiten jeweils eine Selbsthilfegruppe, die sich regelmäßig im Jugendfreizeitzentrum „Clab“ trifft.

Von Heinz Helwig

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