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Erste Glocke für Gertraudtenkapelle geweiht

Bad Belzig Erste Glocke für Gertraudtenkapelle geweiht

Doppelpremiere in der Bad Belziger Getraudtenkapelle: Erstmals hat die Kirchgemeinde dort am Sonntag einen Gottesdienst gefeiert. Bei diesem ist zugleich eine Glocke geweiht worden, die es bislang dort nicht gab. Deren Einbau war eine Herausforderung für Zimmermann Timo Brenner.

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Der Einbau der Glocke war für Zimmermann Timo Brenner eine Herausforderung.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Zum ersten Mal hat am Sonntag eine Glocke in die Gertraudtenkapelle zu Bad Belzig gerufen. Dort feierte die evangelische Kirchengemeinde St. Marien Hoher Fläming Bad Belzig zudem erstmals einen Gottesdienst. Mit dieser Doppelpremiere ist der Abschluss der in den zurückliegenden drei Jahre erfolgten Sanierung der Kapelle am Rande des Gertraudtenfriedhofs an der Brandenburger Straße gewürdigt worden. Rund 141 000 Euro flossen in die bauliche Sicherung sowie in die Restaurierung einer überraschend entdeckten, bedeutenden Deckenmalerei aus der Zeit der Renaissance um 1615 im Altaranbau der Kapelle.

Teil einer Testserie abgekauft

Die am Sonntag geweihte Glocke stammt aus der Kunst- und Glockengießerei in Lauchhammer. „Dort war sie unserem Kantor Winfried Kuntz aufgefallen“, erzählt Pfarrer Matthias Stephan gegenüber der MAZ. Die mehr als 80 Kilogramm schwere Bronzeglocke mit der Aufschrift „Ehre sei Gott in der Höhe“ ist Teil einer Testserie der Glockenbauer in Lauchhammer. Sie experimentierten an drei Klangkörpern mit einem neuen Glockenquerschnitt.

Schutzpatronin der Hospitäler

Gertrud von Nivelles , auch Gertraud, Gertraudt, Gertrude und Geretrudis, war Äbtissin des Augustinerinnen-Klosters Nivelles in Belgien. Sie wird in der römisch-katholischen Kirche als Jungfrau und Heilige verehrt.

Geboren wurde sie im Jahr 626 in Landen in Belgien und starb am 17. März 659 in Nivelles im Alter von nur 33 Jahren.

Die Heilige Gertraudt gilt als Schutzpatronin von Hospitälern. Ein solches arbeitete einst auch im Kloster zu Bad Belzig.

Kantor Kuntz stieß im Zusammenhang mit den Gussarbeiten für die kürzlich geweihte Glocke der Kirche zu Locktow in der Werkstatt auf die Testreihe und ebnete den Weg für den Ankauf eines Exemplars. „Denn schon während der Sanierung der Kapelle war die Idee geboren, ihr erstmals eine eigene Glocke zu verschaffen“, erzählt Matthias Stephan. „Denn bei Begräbnissen war die geläutete Glocke von St. Marien bis zu Friedhof hier manches Mal nur noch schwer zu hören“, sagt der Pfarrer.

Kopfzerbrechen und Maßarbeit

Für Timo Brenner bedeutete der Einbau der neuen Glocke viel Kopfzerbrechen und Maßarbeit. Der Zimmermannsmeister fertigte eigens ein Podest sowie den Glockenstuhl für den Dachboden der Kapelle. Eine ursprüngliche Idee, diesen neben der Kapelle zu platzieren, die keinen Turm hat, wurde aus Gründen des Denkmalschutzes verworfen. Also hievten Brenner und seine Helfer die schwere Glocke sowie jeden Balken aus altem Eichenholz einzeln durch eine winzige Dachluke auf den Boden der Kapelle. „Stück für Stück wurde alles hier oben dann zusammengesetzt“, erzählt der Handwerker. Pfarrer Matthias Stephan könnte sich nun vorstellen, alljährlich um den 17. März wieder einen Gottesdienst in der Kapelle abzuhalten. Das Datum ist der Heiligen Gertraudt gewidmet. Sie ist Namensgeberin des früheren Hospitals, zu dem auch die Kapelle gehörte.

Von Thiomas Wachs

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