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Erste Lichtbojen schwimmen auf dem Haussee

Petzow Erste Lichtbojen schwimmen auf dem Haussee

In zweieinhalb Wochen soll der Petzower Haussee in magischem Blau erstrahlen. Bis dahin ist für den Lichtkünstler Rainer Walter Gottemeier und seine Helfer noch viel zu tun, denn manchmal wollen die Lichtbojen nicht so, wie sie sollen. Es ist nicht Gottemeiers erste aquatische Installation auf dem Haussee, aber die erste, die sich um den „Potsdamer Stiefel“ dreht.

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Harry R. Sinske, Rainer Walter Gottemeier und Brigitta C. Quast beim Aufbau des gemeinsamen Kunstprojektes im Petzower Park.

Quelle: Luise Fröhlich

Petzow. Mit der Ruhe ist es auf dem Petzower Haussee für die nächsten Wochen vorbei. Am Montag hat Lichtkünstler Rainer Walter Gotte­meier begonnen, Bojen zu verankern, die später eine Ellipse und die Basis für sein Projekt „Lichtachsen im Potsdamer Stiefel“ darstellen sollen. Bis der See am 9. September in der Dämmerung in magischem Blau erstrahlen wird, ist noch allerhand zu tun, wie er beim Pressegespräch am Mittwoch berichtete. „Neben der Her­ausforderung, den Strom zum See zu kriegen, ist es am schwierigsten, die Ellipse zu formen“, sagt Harry R. Sinske, der Rainer Gottemeier beim Aufbau zur Hand geht. Denn die Bojen bewegen sich ständig im Wasser und sie an der richtigen Stelle mit dem neun Kilogramm schweren Sandstein zu befestigen, brauche seine Zeit. Harry R. Sinske ist gemeinsam mit Brigitta C. Quast aber auch selbst Teil der Gesamtperformance. Die beiden Künstler installieren im Dialog zur Lichtkunst von Rainer Gottemeier zwei blattvergoldete Stelen, die die Ellipse der Lichtachsen aufgreifen.

Rainer Gottemeier und Harry R

Rainer Gottemeier und Harry R. Sinske fahren mit dem Ruderboot auf den See und versenken die Steine, die den Bojen auf dem Wasser Halt geben sollen.

Quelle: Luise Fröhlich

Wie berichtet, ist es bereits die dritte aquatische Lichtinstallation von Rainer Gottemeier auf dem Haussee. Diesmal dreht sich alles um den Potsdamer Stiefel, den der 68-Jährige zufällig auf der Landkarte ausgemacht hat. „Es ist das genaue Gegenstück zum italienischen Stiefel, denn er besteht aus einer Seenlandschaft“, erklärt Rainer Gottemeier. Er bezeichnet die Aneinanderreihung der hiesigen Seenlandschaft zwischen dem Großen und Kleinen Zernsee, der Wublitz, der Havel, dem Schwielowsee, dem Glindowsee, dem Plessower See und dem Haussee in Petzow als Glanzpunkt. Ortschaften, Kreuzungen, Museen und andere wichtige Anhaltspunkte bilden eine Kosmographie. „Und die Besucher, die um den See laufen, sind die Sterne, die ihren Kosmos betrachten – darum geht es auch, die Welt mit anderen Augen zu sehen“, erklärt der Potsdamer.

Kulturforum Schwielowsee ist Kooperationspartner

24 pulsierende Lichtstelen markieren die Ellipse und zeichnen auf dem Wasser schwankend Bilder in den See. Der integrierte Neonstab ist 2,5 Meter hoch. Betrieben wird das pulsierende Neonlicht mit 230 Volt. Noch bis zum 8. September soll es dauern, die Installation aufzubauen. Gewidmet ist sie den 700-Jahr-Feiern in Werder, Caputh und Ferch. Das Kulturforum Schwielowsee konnte als Kooperationspartner gewonnen werden, ohne den die Lichtkunst am See nicht gezeigt werden könnte, betonte Rainer Gottemeier. Der Verein wird in diesem Jahr selbst 20 Jahre alt.

Harry R. Sinske und Brigitta C. Quast arbeiten ebenfalls seit Wochen in ihrem Atelier, zeichnen und planen. Die mit hauchdünnem Blattgold versehenen Stäbe werden an Land positioniert. Weiterer Höhepunkt: Bei der Vernissage führt Jasper Libuda eine eigens komponierte Klangcollage auf.

Vernissage: 9. September um 19 Uhr, Ende: 29. Oktober. Aktuelle Infos unter www.potsdamerstiefel.de

Von Luise Fröhlich

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