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Potsdam-Mittelmark Erstes Orgelkonzert nach der Sanierung
Lokales Potsdam-Mittelmark Erstes Orgelkonzert nach der Sanierung
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17:41 25.06.2018
Strahlende Gesichter auf der Orgelempore: Niemegks Pfarrer Daniel Geißler (l.), Orgelbaumeister Matthias Schuke und Organist Nicolas Bajorat. Quelle: Edith Mende
Garrey

Wie neu sieht sie aus, die kleine Garreyer Orgel. Wunderschön erfüllt ihr Klang wieder die frisch sanierte Kirche. Die noch seltene Gelegenheit, die Orgel zu hören, haben jüngst zahlreiche Dorfbewohner und Gäste wahrgenommen. Nicolas Bajorat, Regionalstellenleiter der Kreismusikschule „Engelbert Humperdinck“ in Bad Belzig, hat sowohl Werke von Bach und Mozart als auch moderne Filmmusik gespielt.

Zudem ist Orgelbaumeister Matthias Schuke eigens aus Werder angereist, dessen Firma das Instrument in den zurückliegenden Monaten aufwendig wiederhergestellt hat. Er ist damit der Bitte nachgekommen, in Garrey ein wenig über Orgelgeschichte, die technische Entwicklung des Instruments und dessen Herstellung zu berichten.

Luftdruck mittels Wasser erzeugt

Anhand von Fotos und Bauplänen gelang ihm das sehr anschaulich. So haben die Zuhörer erfahren, dass es bereits 300 bis 250 Jahre vor Christus Formen der heutigen Orgeln gegeben hat – sogenannte Hydraulos. Bei ihnen wurde mittels Wasser der Luftdruck für die Pfeifen erzeugt. Frühe Orgeln wurden zudem bei christlichen Prozessionen mitgeführt. Das brauchte vier Träger, einen Windmacher sowie einen Organisten.

Die erste Blütezeit erlebte das Instrument im Zeitalter des Barock. Damals erhielten alle bedeutenden Stadtkirchen Orgeln. Mit der Fülle der sakralen Kompositionen nach der Reformation bis hin zu den sinfonischen Werken des 19. Jahrhunderts stiegen auch die Ansprüche an die Orgeln – sie wurden in der Folge größer, bekamen mehr Klangfülle und ein pneumatisches System.

Weitere Termine mit Orgelklang

Am Sonntag, 1. Juli, findet um 14 Uhr in Niemegk das Jubiläumskonzert des St. Johannis-Chors anlässlich seines 175-jährigen Bestehens statt. Gleichzeitig erklingt die frisch sanierte Baer-Orgel.

Am Sonnabend, 8. September, spielt um 14.30 Uhr in Niemegk Johannes Stolte ein Konzert mit Werken von Bach und Mendelssohn.

Sonnabend, 15. September, findet um 17 Uhr in Hohenwerbig das erste Orgelkonzert nach 60 Jahren statt – mit Kantor Winfried Kuntz und Orgelbaumeister Jörg Stegmüller.

Die 1883 vom Niemegker Orgelbaumeister Friedrich Wilhelm Lobbes hergestellte Garreyer Orgel sei sehr wahrscheinlich damals vom Dorflehrer gespielt worden, mutmaßt Schuke. Denn als sich der Reckahner Gutsbesitzer Friedrich Eberhard von Rochow Ende des 18. Jahrhunderts um bessere Bildung der Landbevölkerung bemühte, habe sich das nur mit Hilfe der Kirche finanzieren lassen. Dafür sei den Dorflehrern auch die Aufgabe des Organisten zugefallen.

In Garrey seien zuletzt nur noch etwa die Hälfte der Register funktionstüchtig gewesen, berichtet Matthias Schuke über die unlängst beendeten Arbeiten an dem 135 Jahre alten Instrument. Dazu kam, dass – wie in vielen anderen Orten während es Ersten Weltkrieges – die Orgelpfeifen zu Rüstungszwecken eingeschmolzen und durch minderwertige Zinkpfeifen ersetzt worden waren.

Nicolas Bajorat an der Garreyer Orgel. Quelle: Edith Mende

Heute glänzen im Prospekt wieder eigens für diese Orgel gefertigte Zinnpfeifen und alle Register verbreiten einen warmen, vollen Klang. Dem war der alte Motor für das Gebläse nicht mehr gewachsen. Auch er musste schließlich durch ein leistungsstärkeres Exemplar ersetzt werden.

In der Niemegker St. Johannis-Kirche und in der Kirche Hohenwerbig würden derzeit ebenfalls die Orgeln rekonstruiert, berichtet Niemegks Pfarrer Daniel Geißler. Gottfried Wilhelm Baer, der die Orgel in Niemegk 1854 erbaute, lebte und arbeitete seinerzeit in der Stadt. Bei ihm erlernte übrigens auch Friedrich Wilhelm Lobbes sein Handwerk. Er war Baers Stiefsohn.

Überall seien das Engagement und die Spendenbereitschaft für die Orgelsanierungen groß gewesen, sagt Daniel Geißler. Das zeige, wie wichtig es den Menschen sie, dass die Kirche samt Orgel im Dorf bleibe.

Von Edith Mende

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