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Es zieht wieder Leben ein ins alte Krankenhaus

Kloster Lehnin Es zieht wieder Leben ein ins alte Krankenhaus

Endlich ist wieder Leben eingezogen in das alte Krankenhaus in Lehnin. Dort hat am Freitag das Evangelischen Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin ein neues Medizinisches Zentrum eröffnet. Knapp 700.000 Euro sind in die Sanierung geflossen.

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Gäste der feierlichen Eröffnung des neuen Gesundheitszentrums am Kloster Lehnin am Freitagmittag.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Lehnin. Bei schönstem Maisonnenschein hat das Evangelische Diakonissenhaus das neue Gesundheitszentrum am Kloster in Lehnin eröffnet. Fünf Arztpraxen zählen nun zu dem Komplex am Klosterkirchplatz. Wiederbelebt ist damit das frühere Krankenhaus als Ärztehaus, das das Diakonissenhaus für 670 000 Euro sanieren ließ.

Teilsanieren, wie Matthias Blume, Vorstandsvorsitzender des Diakonissenhauses Berlin-Teltow-Lehnin in seiner Festansprache betonte. Zug um Zug soll das alte Krankenhausgebäude weiter saniert werden – für jede weitere Praxis. So war die Festveranstaltung zur Eröffnung zugleich eine freundliche Einladung an weitere Mediziner, sich dort niederzulassen.

Schon jetzt praktizieren in dem neuen Ärztehaus das Mediziner-Ehepaar Achim und Bettina Wagner, die eine allgemeinmedizinische Praxis betreiben. Sie hatten am 1. Juli vorigen Jahres die Traditionslandarzt-Praxis von Silvia Hemmerling übernommen. Die Praxis bietet Ultraschalluntersuchungen, hausärztliche Versorgung, Sport-, Ernährungs- und Palliativmedizin.

Renate Reisner und Karsten Haas arbeiten bald in der internistischen Praxis im Ärztehaus zusammen

Renate Reisner und Karsten Haas arbeiten bald in der internistischen Praxis im Ärztehaus zusammen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Wagners gegenüber ist die Internistin Renate Reisner eingezogen. An ihrer Seite wird ab dem kommenden Jahr der Arbeitsmediziner und Anästhesist Karsten Haas in die Praxis einsteigen. Renate Reisner, spezialisiert auf Erkrankungen des Lymphsystems, feierte am Freitag zugleich ihr zehnjähriges Praxisbestehen. 2007 verkaufte sie ihre Praxis in Potsdam und eröffnete in Lehnin eine neue.

Ins Ärztehaus gezogen sind auch Evi Engelhardt und Bettina Holze mit ihrer Augenarztpraxis. Bettina Holze ist eine etablierte Ärztin in Lehnin und hatte ihre Räume bisher in der Kurfürstenstraße. Seit 21 Jahren praktiziert sie in dem Klosterstädtchen. Vor vier Jahren gab sie jedoch die Praxisführung auf, diese übernahm nach Angaben des Diakonissenhauses der Brandenburger Augenarzt Holger Siggel. Evi Engelhardt wird die Position von Bettina Holze perspektiv übernehmen, teilte Alexander Schulz, Sprecher des Diakonissenhauses, mit.

Schon im Januar war die erste Praxis im neuen Ärztehaus am Klosterkirchplatz bezugsfertig

Schon im Januar war die erste Praxis im neuen Ärztehaus am Klosterkirchplatz bezugsfertig.

Quelle: Marion von Imhoff

Die Frauenarztpraxis von Sylvia Gemkow hatte schon im Seitenflügel ihre Praxisräume. Die fünfte Praxis am Platze betreibt Hans-Joachim Jessen mit seinem Ambulanten Operationszentrum am Klosterkirchplatz Orthopädie, Unfallchirurgie und Rettungsmedizin.

Das heutige Ärztehaus war jahrzehntelang das Krankenhausgebäude auf dem Stiftsgelände. Seitdem die neuen Kliniken vor 14 Jahren bezogen worden sind, stand der Gebäudetrakt leer und „wurde nur für Abstellzwecke benutzt“, sagte Matthias Blume. Saniert worden ist das Gebäude „in Rekordtempo“, lobte der Vorstandsvorsitzende. Baubeginn war im Sommer vorigen Jahres, im Januar zog die Praxis Wagner bereits ein.

Matthias Blume macht keinen Hehl daraus, welche große Bedeutung das medizinische Zentrum für die Weiterentwicklung des früheren Klosterareals hat. 2004 habe die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz das Stiftsgelände an das Diakonissenhaus übergeben, damit diese erhalten, entwickelt und in die nächste Generation wechseln könne. „Unser Credo lautet, Erhalt durch Nutzung. Wir können die historischen Gebäude nur erhalten durch sinnvolle Nutzung“, so Blume.

Dafür bräuchte es auch Finanzpartner. Die bisherige Teilsanierung des Ärztehauses konnte das Diakonissenhaus aus eigenen Mitteln stemmen. Ursprünglich war die Gesamtsanierung des Gebäudes geplant gewesen „vom Sockel bis zum First“. Doch angesichts der Kostenplanungen sei das Vorhaben dann abgespeckt worden.

Schon im Herbst hatte Wolfgang Taciak, kaufmännischer Direktor der Lehniner Kliniken, davon gesprochen, dass für jede weitere Praxisvermietung das Haus sukzessive weiter saniert werde. Zur Verfügung stehen dafür noch mindestens eine Etage. An die Ärzte gewandt, sagte Blume: „Mit Ihren Praxen und Ihrer Arbeit stehen Sie in guter geschichtlicher Tradition und mit aktuellem Bezug dieses Ortes.“

Auf dem Gelände des Henriettenstifts ist nun ein Verbund aus Kliniken, niedergelassenen Arztpraxen, der Altenhilfe, Hospiz, Kindergarten und Wohnraum für Menschen mit Behinderungen ein medizinisches und gemeinnütziges Zentrum geworden.

Wie gut die interdisziplinäre Zusammenarbeit funktioniert, veranschaulichte der Allgemeinmediziner Achim Wagner in seiner Festansprache. Ein Patient des Altenhilfezentrums habe über Luftnot geklagt, er sei zu ihm geeilt und habe ihn dann mit einer Schwester und mit Hilfe eines Rollstuhls schnell in die benachbarten Kliniken zur Versorgung gebracht.

Dort empfing ihn bereits der Chefarzt mit den Worten: „Da ist ja wieder, der Arzt, der seine Patienten selbst ins Krankenhaus bringt.“ Wagner lobt: „Das übersteigt alles, was ich bis jetzt an guter Zusammenarbeit erlebt habe.“

Von Marion von Imhoff

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