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Potsdam-Mittelmark Etwas bessere Luft in Schwanebeck
Lokales Potsdam-Mittelmark Etwas bessere Luft in Schwanebeck
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02:15 21.03.2016
Erwin van de Borne erklärt dem Ortsbeirat seine Investitionspläne. Quelle: Andreas Koska
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Schwanebeck

Die Schwanebecker sollen wieder etwas mehr Luft zum Atmen bekommen. Der Betreiber der Schweineaufzuchtanlage an der Straße nach Baitz hat angekündigt, 13 offene Güllebecken abzureißen und durch drei geschlossene Behälter mit je 6000 Kubikmeter Fassungsvermögen zu ersetzen. Darüber hinaus will Erwin van der Borne die Lüfter besser ummanteln und abschirmen, damit die Geruchs- und Lärmbelastungen für die Umwelt geringer werden.

Rund eine Millionen Euro will die Fläminger Tiergut GmbH, die im Ort 25 Beschäftigte zählt, investieren. In der Anlage hält der holländische Betreiber 6000 Muttersauen. Die Ferkel bleiben aber nicht dort. Vermutungen, dass eine Erweiterung vorgesehen sei, widersprach der 40-Jährige. „Wir haben nicht vor, die Kapazität zu erweitern“, sagte der Landwirt. Tatsächlich sei die Fläche vergrößert worden. Aber einzig um mehr Platz für jedes einzelne Tier zu haben. Auch den Stickstoffausstoß, der die Nadelwälder in der Umgebung schädigt, soll laut van der Borne um 75 Prozent reduziert werden.

Engere Zusammenarbeit zwischen Dorf und Betrieb

20 Schwanebecker sowie Bad Belzigs Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) nahmen die Auskünfte zur Kenntnis. „Es ist eine grundsätzliche Bereitschaft, den Interessen des Dorfes entgegenzukommen, feststellbar“, resümierte Ortsvorsteher Walter Rettig. Für Melitta Boese ein Schritt in die richtige Richtung, aber Zweifel bleiben. „Die Ausführungen zum Lärmschutz erscheinen unglaubwürdig“, sagte die Schwanebeckerin in Richtung des Niederlassungsleiters und wunderte sich: „Sie wohnen doch auf dem Gelände. Das muss sie doch stören.“ Dolph van Kenende indes bot an, dass sich die Schwanebecker bei Lärmstörungen jederzeit an ihn wenden könnten.

Eine engere Zusammenarbeit zwischen Dorf und der Gesellschaft ist jedenfalls vereinbart. Regelmäßige Treffen sollen dazu beitragen. „Wir haben eine transparente Zusammenarbeit vereinbart und wollen, dass auch Sie die Chance erhalten, ein gutes wirtschaftliches Ergebnis zu erzielen“, betonte Eberhard Boese, Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Schweinemast.

Weiter Ärger mit der Anlage von Dirk Balmer

Während sich er und seine Mitstreiter in dem Fall besänftigt sehen, bleibt die Haltung gegenüber den Plänen von Dirk Balmer bestehen. Er besitzt zwei kleinere Schweinemastanlagen direkt im Dorf und am Ortsrand. Die Anlage Am Gesundbrunnen ist augenblicklich geschlossen, da dort die Tierhaltung untersagt worden sei. Grund sollen die nicht abgedeckten Güllebehälter sein. „An der Beseitigung des Missstandes wird gearbeitet. Danach soll die Anlage wieder in Betrieb gehen“, sagte Unternehmer, ohne jedoch einen zeitlichen Rahmen abzustecken. Wenn es soweit ist, sollen dort wieder etwa 1300 Schweine gemästet werden.

Keine Debatte im Kreisumweltausschuss

In Ausschuss für Bauen, Umwelt und Landwirtschaft des Kreistages Potsdam-Mittelmark ist das Thema Schweinemast einmal mehr nicht zielführend erörtert worden. Das Landesumweltamt wolle vor Abschluss der laufenden Prüfung keine Auskunft erteilen, übermittelte Hans-Georg Hurttig.

Wie der Ressortchef im Landratsamt Bad Belzig gaben sich die Ausschussmitglieder mit dieser Absage zufrieden. Auf die immerhin gestellte Frage von Hans-Joachim Lindecke (SPD), wie die Interessen der Bürger befriedigt werden könnten, hat das Gremium festgelegt, sich nach Abschluss über die Ergebnisse der behördlichen Untersuchungen informieren zu lassen und dann weiter zu diskutieren.

Seine Ahnungslosigkeit in der Angelegenheit gab schließlich der Vorsitzende preis. „Mit den Bürgerinteressen ist das so eine Sache, die nur schwer einzuschätzen ist. Manchmal sind es nur zwei Leute, die Lärm machen und die anderen haben kein Problem damit“, sagte Wolfgard Preuß (Freie Bauern und Bürger).

In der Anlage Am Denkmal 18 wurden im Vorjahr durchschnittlich 1300 Schweine gemästet, wobei die Kapazität 1490 Plätze beträgt. Auch der Einheimische will investieren. Seinen Ausführungen zufolge sollen im kommenden Jahr neue Lüftungsfilter eingebaut werden. Dann, so hofft der Betreiber würden die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und die Immissionen zurückgehen.

Eberhard Boese glaubt, dass mehr Handlungsbedarf besteht. Seiner Meinung nach basieren die Auflagen lediglich auf Gefälligkeitsgutachten, die einer tiefgreifenderen Untersuchung nicht standhalten würden. Er erhielt Unterstützung durch andere Anwohner, die sich extrem belästigt und gestört fühlen. Deshalb sollen rechtliche Schritte geprüft werden, um die Interessen der Bürger durchzusetzen.

Von Andreas Koska

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